Ein ausverkauftes Stadion, elektrisierte Fans. Der Besuch des Rekordmeisters im rewirpowerSTADION schlägt hohe Wellen.

VfL Bochum

„Gerland war wie ein Vater" für Celozzi

09. Februar 2016, 08:35 Uhr
Foto: firo

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Ein ausverkauftes Stadion, elektrisierte Fans. Der Besuch des Rekordmeisters im rewirpowerSTADION schlägt hohe Wellen.

Das Viertelfinalspiel des DFB-Pokals gegen eine der wohl stärksten Vereinsmannschaften der Welt. Das bestimmende Thema in der Universitätsstadt. Vor allem aber auch für Stefano Celozzi, der seinen Vertrag an der Castroper Straße am Wochenende bis 2020 verlängert hat. Während der ein oder andere tollkühne VfL-Fan von einer möglichen Pokal-Sensation träumt, hat der Bochumer Abwehrspieler die Bodenhaftung nicht verloren. „Natürlich ist im Pokal nichts unmöglich, aber wenn wir ins Halbfinale wollen, müssen schon Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen“.

Dann liefert er gleich eine Erklärung: „Bayern war das mit Abstand schwerste Los im Topf.“ Der Rechtsverteidiger weiß, wovon er redet. Schließlich ist er von 2005 bis 2008 in der Nachwuchsakademie des FCB ausgebildet worden und im Alter von 17 Jahren wechselte er von Ulm an die Säbener Straße. Dort war er beim FC Bayern eigentlich für die U19 fest eingeplant. Doch es kam alles ganz anders: Hermann Gerland, damals Coach der U23, holte ihn zu sich ins Trainingslager in die Klosterpforte. „Kapitän der U23 war damals Thorsten Fink“, berichtet Celozzi. „Er hat mich in Gütersloh vom Bahnhof abgeholt und während der Woche habe ich den Hermann wohl so überzeugt, dass ich nie mehr zur U19 musste.“

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Was folgte, waren drei Jahre in der bayrischen Talentschmiede. „In der Zeit waren Spieler wie Toni Kross, Mats Hummels oder Holger Badstuber meine Teamkollegen“, schmunzelt der 27-Jährige. Mit Letzterem verbinden Celozzi noch immer freundschaftliche Gefühle. Auf der einen Seite, weil der inzwischen verstorbene Vater von Holger Badstuber sein B-Jugend-Trainer beim SSV Ulm war. Auf der anderen Seite, weil Badstuber zeitgleich zum FC Bayern wechselte und mit ihm im Jugendinternat wohnte. „Ich freue mich tierisch auf das Wiedersehen am Mittwoch“, betont Celozzi.

Ziehvater Hermann Gerland

Doch genauso groß ist die Freude auf ein Treffen mit einem Menschen, der ihn in seiner Zeit in München sehr geprägt hat. „Während meiner Münchner Zeit war Hermann Gerland wie ein Vater für mich.“ Gerne erinnert sich der Außenverteidiger an eine Gegebenheit aus seiner Zeit an der Isar. „Wir standen kurz vor einer PR-Reise nach Indien, aber ich hatte die Impfung verpasst. Hermann Gerland chauffierte mich zum Nachholtermin, hat am Marienplatz Rast gemacht und mich in eine Eisdiele geschleppt. Ich musst eine große Portion essen, obwohl ich das wegen der vielen Kalorien nicht wollte. Er bestand darauf und hat mir scherzhaft gedroht - ‘bis zum letzten Löffel, sonst gibts Ärger’.“
Schon damals machte Celozzi seine ersten Bochum-Erfahrungen. „Wenn wir ins Trainingslager nach Ostwestfalen gefahren sind, mussten wir auf dem Weg dorthin immer in Bochum Halt machen. Hermann hat uns dann Kuchen und Schnittchen servieren lassen.“

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Celozzi schätzt in jeder Sekunde seine gemeinsame Zeit mit Hermann Gerland. „Ob sportlich oder menschlich, das Beste, was einem jungen Akteur passieren kann, ist einen Trainer wie ihn zu haben.“ Und den VfL-Fans, die am Mittwoch die Daumen drücken, verspricht er: „Wir werden alles versuchen, aber es wird unheimlich schwer.“

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