Das Duell zwischen dem VfL Bochum und den großen Bayern schreibt schon im Vorfeld seine eigenen Geschichten.

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Hoogland drückte einst die Schulbank mit Manuel Neuer

08. Februar 2016, 11:02 Uhr
Foto: firo

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Das Duell zwischen dem VfL Bochum und den großen Bayern schreibt schon im Vorfeld seine eigenen Geschichten.

VfL-Akteur Tim Hoogland drückte einst gemeinsam mit Welttorhüter Manuel Neuer die Schulbank. Nach seinem Abstecher nach Fulham in der letzten Spielzeit ist Tim Hoogland mit seiner Familie im Pott längst wieder heimisch geworden. In Marl geboren, war die Rückkehr in den Pott eine folgerichtige und logische Entscheidung. „Wir haben hier unsere Familie. Ich habe hier meine alten Freunde aus der Schulzeit und ich bin bei einem Verein gelandet, der ambitioniert ist.“ Beim VfL ist er vom ersten Tag an gesetzt, auf der Achter-Position im Mittelfeld unumstritten und mit 30 ein Muster an Beständigkeit. Nicht nur deshalb sieht er die nächsten vier, fünf Jahre weiterhin im Profi-Fußball und liefert dafür eine einfache Erklärung. „Während meiner Karriere habe ich rund vier Jahre verloren. Die will ich noch nachholen.“

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Hoogland wirkt ruhig und gelassen. In jungen Jahren schon Kapitän beim Aufsteiger Mainz 05, erkennt man in seinem Auftreten eine Menge Lebenserfahrung. Hooglands Wort gilt im Team, er ist ein absoluter Leader. Und fragt man ihn, was beim VfL möglich ist, dann bezieht er klar Stellung: „Wir sind besser aufgestellt als im Sommer, haben keine Langzeitverletzten. Der Trainer hat jetzt mehr Optionen.“ Typisch, dass der Mittelfeldspieler als ein Beispiel für die Entwicklung nicht einen gestandenen Stammspieler nennt, sondern einen aus der Youngster-Riege, der ihm in der Vorbereitung besonders aufgefallen ist. „David Niepsuj hat große Fortschritte gemacht. Das ist schon bemerkenswert.“
Natürlich drehen sich die Gespräche im Hause Hoogland um das bevorstehende Bayern-Spiel. Hoogland: „Wir sind der krasse Außenseiter, aber ich habe auch schon riesige Überraschungen selbst miterlebt.“ Mit einem Schmunzeln fügt er hinzu: „Ich weiß, wie es geht.“ Dabei denkt er garantiert an den Sommer 2009. Mit Mainz gerade in Liga eins aufgestiegen, feierte er am dritten Spieltag einen 2:1-Heimsieg gegen die Münchner.

Doch weil Hoogland stets ein reservierter Zeitgenosse ist, hat er sich damals kein Trikot der prominenten Gegenspieler gesichert. „Das ist nicht mein Ding.“ Und so gibt es im Hause des ehemaligen U20-Nationalspielers nur ein einziges Trikot, dass an seine fortwährende, erfolgreiche Laufbahn erinnert. Und um welches es sich handelt, erfährt man auch nur nach hartnäckigem Hinterfragen. „Beim Spiel Real Madrid gegen Schalke (3:1) habe ich zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen und nach dem Spiel mein Trikot mit Cristiano Ronaldo getauscht.“

Doch so kurios es klingen mag, das Leibchen des Weltstars ziert nicht das Wohnzimmer oder den Hausflur, sondern steht irgendwo mit anderen alten Möbeln in der Lagerbox.

Vielleicht könnte sich am Mittwoch ein weiteres Trikot hinzugesellen, denn im Premierenjahr des Schalker Jugendinternats Berger Feld drückte Hoogland gemeinsam mit Manuel Neuer und weiteren fünf Schalker Nachwuchsspielern, wie zum Beispiel Michael Delura und Sebastian Westerhoff, die Schulbank. Hoogland: „Ich war der faulste Schüler in der Klasse und es waren schon wilde Zeiten auf der Schulbank.“ Für die fußballerische Ausbildung war die Zeit allerdings mehr als perfekt. Hoogland: „Wir konnten nachmittags mittrainieren und wurden freigestellt.“

Zu den ehemaligen Teamkollegen gibt es heute aber keinen Kontakt mehr. Hoogland: „Man schätzt sich, man sieht sich bei dem Spielen. Ein kleiner Smalltalk und das war es auch schon.“ Und so gehen bei dem Routinier auch die Ambitionen in Sachen Trikottausch gen Null: „Da lasse ich unseren jungen Spielern gerne den Vortritt.“

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