Aufgegeben haben sie sich in Krefeld sicher noch nicht. Immer wieder ärgern die Pinguine trotz ihrer aussichtslosen Lage am Tabellenende die Play-off-Teams.

DEL

Großer Umbruch beim KEV

30. Januar 2016, 17:10 Uhr
Foto: Tillmann

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Aufgegeben haben sie sich in Krefeld sicher noch nicht. Immer wieder ärgern die Pinguine trotz ihrer aussichtslosen Lage am Tabellenende die Play-off-Teams.

Und auch die Iserlohn Roosters ließen vor 4.736 Zuschauern im KönigPalast beim Spiel am Freitag zwei Punkte liegen. Christian Kretschmann (57.) und Routinier Herberts Vasiljevs (64.) trafen zum Krefelder 2:1-Erfolg nach Verlängerung. „Beide Teams haben sich nichts geschenkt, das 1:1 nach 60 Minuten war ein gerechtes Ergebnis. In der Overtime war dann auch ein bisschen Glück dabei“, resümierte der Siegtorschütze.

KEV-Coach Franz Fritzmeier sah „zwei taktisch top eingestellte Teams, ein Top-Comeback von Torwart Tomás Duba und Unterzahlformationen, die einen Riesenjob gemacht haben“. Die aktuell schwächelnde Roosters-Offensive wurde bei 26 Torschüssen gehalten, sechs von sieben Powerplays der Sauerländer wurden entschärft. Und der in Unterzahl ständig auf dem Eis aktive Christian Kretschmann belohnte sich zudem noch mit dem Ausgleich.

„Die Leistung ist da, die Moral ist da, unsere Spiele sind fast immer eng, wir lassen häufig unter 30 Torschüsse zu. Unser großes Problem ist die Chancenverwertung“, fasst Fritzmeier zusammen.
Eine These, die die Statistik belegt - und auch die jüngste Transferpolitik bloßstellt: Zum Ende des Monats Januar hat kein Krefelder Kontingentstürmer die Zehn-Tore-Marke durchbrochen, mit Mike Collins (neun Tore plus zwölf Assists) steht nur ein Ausländer bei über 20 Scorerpunkten. Wenig überraschend wird es nach Ablauf der erfolglosesten Krefelder DEL-Saison aller Zeiten einen großen Umbruch geben. Zahlreiche Verträge laufen aus, insbesondere bei den Kontingentspielern dürfen sich die leidgeprüften Fans wohl auf viele neue Gesichter zur Spielzeit 2017/2018 einstellen.

Eine von der „WZ“ kürzlich veröffentliche Liste mit geplanten Abgängen verweist Fritzmeier aber ins Reich der Spekulationen: „Es werden sicherlich einige der Spieler, die auf dieser Liste stehen, gehen müssen, wir sind ja nicht umsonst Letzter. Die Spieler werden es aber nicht zuerst aus der Zeitung erfahren, ob sie einen neuen Vertrag bekommen oder nicht.“ Dass die Verantwortlichen des Klubs durchaus bemüht sind, die aktuellen Spannungen zwischen Mannschaft, Sportlicher Leitung und Zuschauern zu mildern, zeigte unterdessen die Ansetzung eines „Fan-Hearings“ unter der Woche. Kein Usus im deutschen Profisport, nach Meinung des Trainers hat sich die Durchführung des Termins aber gelohnt: „Das war ein sehr guter Abend, der in dieser Form öfter stattfinden sollte. Wenn man sich austauscht, gibt es auch weniger Missverständnisse und man gegenseitig lernen.“

Junge Spieler nach Duisburg

Die noch verbleibenden Spiele bis zum Saisonende am 6. März wird der KEV wohl mit einer eher erfahrenen Mannschaft bestreiten. Im Rahmen der Kooperation mit Oberligist Duisburg werden Lukas Koziol, Tom Schmitz, Mike Schmitz, Lucas Di Berardo, Dominik Meisinger und Mike Mieszkowski vorerst bei den Füchsen auflaufen, damit sie für den EVD in den Oberliga-Aufstiegs-Play-offs auflaufen können. Zehn bestrittene Vorrundenspiele pro Spieler sind dazu nötig. „Die Kooperation läuft gut, Duisburg profitiert von uns und fördert die Spieler auf einem guten Niveau“, sagt der langjährige Chefcoach des Klubs aus der Nachbarstadt.

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