Mit einer neuen Mannschaft und neuen Trainern hat das drittstärkste Team Bochums Platz vier erobert. Was fehlt, ist mehr Konstanz

TuS Hordel

Eine Bochumer Erfolgsgeschichte

Felix Kannengießer
27. Januar 2016, 18:57 Uhr
Foto: Heimann

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Mit einer neuen Mannschaft und neuen Trainern hat das drittstärkste Team Bochums Platz vier erobert. Was fehlt, ist mehr Konstanz

Die über 100-jährige Chronik der DJK TuS Hordel ist von Umbrüchen geprägt, im vergangenen Sommer aber war der Aderlass besonders groß: Gleich 14 Spieler und Trainer Marco Rudnik gingen von Bord. Das Trainerduo Marcel Bieschke/René Ziarna übernahm, baute mit jungen Spielern ein neues Team auf. Mit Erfolg.

Hordel überwintert auf Platz vier, der Schnitt scheint gelungen zu sein. „Der Umbruch hat dem Verein gut getan, auch wenn der Abgang mancher Urgesteine heftig war“, meint Rene Ziarna.

Die Abgänge im Sommer waren größtenteils Stammspieler wie Torjäger Dawid Ginczek und die Rudolph-Brüder. Bewusst setzte das Trainerduo auf ein gutes Mannschaftsgefüge. „Bei der Auswahl haben wir besonders auf die Charaktere geachtet“, sagt Ziarna. Das Trainerteam, gekommen aus der Jugend von Eintracht Dortmund, ließ seine Kontakte aus dem Nachwuchsfußball spielen, lockte einige ehemalige Schützlinge an die Hordeler Heide und senkte den Altersdurchschnitt auf etwa 22 Jahre.

Das neu formierte Team wuchs unter der Führung von langjährigen Hordelern wie Torhüter Kevin Kampschäfer, Julian Stöhr oder Kapitän Paul Helfer. Die Neuzugänge fügten sich gut ein. Schon zum Auftakt holte man gleich drei Punkte in Wickede. Beim ersten Heimspiel bezahlte die Mannschaft Lehrgeld, kam am abgezockten Team von Brünninghausen nicht vorbei (1:2). Doch die Elf lernte schnell, überraschte mit Siegen gegen die haushohen Favoriten Wanne-Eickel und Herne: Hordeler Festtage.

Was fehlte, war die Konstanz. Etwa gegen Iserlohn, beim 4:5 nach 3:1-Führung. „Kaum zu fassen. Aber aus solchen Erlebnissen müssen wir lernen“, sagt Ziarna.

Berg- und Talfahrt geht weiter

Die Berg- und Talfahrt ging munter weiter, Enttäuschungen folgten starke Leistungen und umgekehrt. Doch die letzten vier Spiele waren gut, der Schlussspurt bescherte Hordel Platz vier bei 31:21 Toren.
Die Liga bleibt spannend: Nur Kaan-Marienborn ist 13 Punkte weg, alle anderen Top-Teams sind greifbar. Allerdings gilt das auch nach unten. Bis zu Westfalia Herne auf Platz zehn sind es nur fünf Punkte, bis zu den Abstiegsplätzen zehn Zähler. „Unser erster Meilenstein soll sein, dass wir punktemäßig gegen den Abstieg abgesichert sind. Wichtig dafür ist, dass wir konstanter in unseren Leistungen werden“, sagt Ziarna und kündigt an: „Wir wollen eine bessere Rückrunde als Hinrunde hinlegen. Platz vier wäre ein Riesenerfolg. Alles, was darüber hinausgeht, nehmen wir natürlich gerne mit.“

Am Donnerstag (19 Uhr) bestreitet die DJK TuS Hordel ihr drittes Testspiel. Nach dem 4:4 gegen SW Wattenscheid und dem 2:5 gegen die TSG Sprockhövel soll beim U19-Westfalenligisten Eintracht Dortmund, dem Ex-Klub von Hordels Trainern, der erste Sieg der Vorbereitung herausspringen. „Wir erwarten eine taktisch gut ausgebildete Mannschaft mit motivierten, talentierten Spielern, von denen sicherlich für uns auch der eine oder andere interessant sein kann“, so Bieschke.

Autor: Felix Kannengießer

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