Borussia Dortmund und Schalke 04 sind im Revierfußball die unangefochtenen Marktführer.

Wie modern ist das Revier?

Wie modern ist das Revier?

31. Januar 2016, 10:51 Uhr

Borussia Dortmund und Schalke 04 sind im Revierfußball die unangefochtenen Marktführer.

Dies gilt auch für ihren Auftritt in den elektronischen Medien und sozialen Netzwerken. Beide Klubs besitzen moderne Homepages und eigene Apps für das Smartphone. Doch es gibt auch deutliche Unterschiede zwischen den Vereinen. S04 hat auf Twitter einen eigenen englischsprachigen Account sowie zusätzliche Kanäle für Japan und die USA. Das ist bei Branchenriesen wie Real Madrid und Bayern München Usus. Der BVB arbeitet bisher mit nur einem Twitter-Account, auf dem in Deutsch und Englisch gepostet wird. Die Schalker haben Ende 2015 auch den bei Jugendlichen höchst beliebten Dienst „Snapchat“ für sich entdeckt, bei dem die gesendeten Nachrichten, Fotos und Videos nur kurzzeitig sichtbar sind. Der BVB ist dort noch nicht aktiv.

Was die Anzahl der User in den verschiedenen sozialen Medien angeht, so können die Dortmunder für sich beanspruchen, hinter den Bayern in allen Netzwerken die meisten Menschen zu erreichen. Um mit den internationalen Spitzenklubs zu konkurrieren, fehlt dem BVB aber noch einiges. Beispiel Facebook: Im Vergleich zum FC Barcelona (rd. 90 Millionen „Gefällt mir“-Angaben), sind schon die Schwarzgelben abgeschlagen (13,7 Millionen), Schalke mit 2,74 Millionen „Likes“ erst recht.

In sozialen Netzwerken darf der Ton, mit dem man seine Follower anspricht, durchaus lockerer Natur sein. Das hat besonders der BVB verinnerlicht. Borussia Dortmunds Leiter Neue Medien David Görges sagte im Interview mit dw.com: „Wir haben einen Ansatz, der sich von anderen Klubs unterscheidet. (...) Unser Marketing-Claim („Echte Liebe“, d. Red.) erfordert es, dass wir echt gegenüber unseren Fans sind und das repräsentieren wir auch auf unseren Social-Media-Kanälen.“ Ein positives Beispiel bietet eine Partie, in der sich Sven Bender die Nase gebrochen hat und so stark blutete, dass er sein Trikot mehrfach wechseln musste. Der BVB reagierte umgehend, postete ein Foto von einem Bender-Trikot im Fanshop und schrieb dazu: „Wir haben noch genug davon.“ Das kam gut an.

Schalke und Dortmund machen digital bereits vieles richtig. Zu den ganz großen europäischen Vereinen können sie trotzdem so schnell nicht aufschließen. Dieses Ziel verfolgen die anderen Revierteams aktuell ohnehin nicht. Kein Wunder, dass bei den Zweitligisten VfL Bochum und MSV Duisburg daher vieles eine Nummer kleiner ist. Accounts in anderen Sprachen gibt es bei diesen Klubs nicht. Aber für ihre deutschen Fans sind VfL und MSV immerhin auch in den gängigsten Netzwerken unterwegs. Sogar eigene YouTube-Kanäle können sie anbieten. In ihrer Spielklasse können sie zwar nicht mit dem Tabellenführer RB Leipzig mithalten, der in Sachen Social Media führend ist, doch dort sind sowohl die Mittel als auch die Ansprüche ganz andere als in Bochum oder Duisburg.

Schließlich gibt es auch noch Exoten wie den TC Freisenbruch. Der Essener B-Ligist besitzt eine sehr moderne Homepage, betreut seine Facebook-Seite intensiv und hat sogar schon ein ganzes Spiel über die Streaming-App Periscope live ins Internet übertragen!

Fazit: Wenn es um digitale Aktivitäten geht, müssen sich die Revierteams nicht verstecken. Da sich die sozialen Medien aber immer weiterentwickeln und stets neue Kanäle hervorbringen, ist es eine anspruchsvolle Aufgabe, Schritt zu halten. Oder noch besser: Voranzugehen!

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