In den letzten Wochen bemängelte Frank Gentges, Trainer der ESC Wohnbau Moskitos Essen, zunehmend die Chancenverwertung seines Teams.

Moskitos Essen

Bitterer Rückschlag im Playoff-Kampf

25. Januar 2016, 10:37 Uhr
Foto: Michael Gohl

Foto: Michael Gohl

In den letzten Wochen bemängelte Frank Gentges, Trainer der ESC Wohnbau Moskitos Essen, zunehmend die Chancenverwertung seines Teams.

Und dazu hatte er auch nach der 0:2-Pleite gegen die Saale Bulls Halle am Sonntagabend wieder allen Grund. Einige Glanzparaden von MEC-Keeper Sebastian Albrecht, aber auch ein Stück weit Unvermögen und Pech kamen hinzu, als die Moskitos vor allem im zweiten und zu Beginn des dritten Drittels eine Vielzahl an Gelegenheiten verstrichen ließen. Auch 104 Sekunden doppelte Überzahl zu Beginn des Mittelabschnitts brachten kein Erfolgserlebnis mit sich. Da war es wichtig, dass sich auch Justin Schrörs im Essener Kasten gut aufgelegt zeigte und die Mannschaft in den violetten Trikots einen sehr disziplinierten Auftritt ablieferte.

Man zahlt halt Geld für Spieler, die Tore machen und kein Geld für Spieler, die keine Tore machen, so ist das im Eishockey
Frank Gentges

Gegen den präzisen Handgelenksschuss von Halles Top-Ausländer Matt Abercrombie hatte Schrörs in Minute 50 aber keine Chance mehr. Nachdem die ESC-Cracks vor der mehr als enttäuschenden Kulisse von nur 517 Zuschauern am Westbahnhof weiter erfolglos anrannten, machte Jakub Langhammer neun Sekunden vor der Schlusssirene mit einem Schuss ins leere Tor den Deckel drauf. Besonders ärgerlich aus Essener Sicht: Der alte Rivale aus Herne behielt gegen den aktuellen Tabellenachten aus Neuwied mit 4:1 die Oberhand, bei einem Sieg wären die Moskitos wieder auf fünf Punkte drangewesen.

"Für uns war es wichtig, dass wir taktisch gut standen und eine Top-Torwartleistung bekommen haben. Wir wussten ja, dass es für Essen die vielleicht letzte Chance war, noch in den Playoff-Kampf einzugreifen", erklärte Halle-Coach Georgi Kimstatsch.

"Halle ist einfach ein Top-Team. Die haben viele Stürmer jenseits der 60-Scorerpunkte-Marke und sogar einige Verteidiger jenseits der 30-Scorerpunkte-Marke. Und dies nach 30 Spielen. Das war ein ganz klassisches Spiel von unserer Mannschaft. Taktisch sehr gut gespielt, hochdiszipliniert, physisch sehr gut. Wir bringen aber 45 Schüsse aufs gegnerische Tor und machen keins. Man zahlt halt Geld für Spieler, die Tore machen und kein Geld für Spieler, die keine Tore machen, so ist das im Eishockey. Ich kann den Jungs aber wieder mal keinen Vorwurf machen, vom Torwart bis zum letzten Stürmer haben sie alles gegeben", resümierte Gentges in einer Mischung aus Zufriedenheit und Groll.

So steht die durch Verletzungen und drei Spielerentlassungen aktuell stark dezimierte Mannschaft am nächsten Wochenende gehörig unter Druck. Zwei Spiele gegen die Hannover Scorpions stehen an, zeitgleich muss Neuwied zweimal gegen die starken Tilburg Trappers ran. Da könnte noch etwas gehen - wenn die Gentges-Schützlinge am nächsten Freitag und Sonntag etwas besser zielen...

Statistik: Tore:
0:1 49:47 Abercrombie (Martell, Bigam)
0:2 59:51 Langhammer (S. Albrecht) EN

Strafminuten: Essen 4, Halle 10

Zuschauer: 517

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