Der frischgebackene Afrika-Fußballer des Jahres hat im Testspiel gegen Sparta Prag mal wieder seine Treffsicherheit bewiesen.

BVB

Aubameyang schießt Dortmund zum Sieg

Sebastian Weßling
19. Januar 2016, 20:57 Uhr
Foto: firo

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Der frischgebackene Afrika-Fußballer des Jahres hat im Testspiel gegen Sparta Prag mal wieder seine Treffsicherheit bewiesen.

Die Generalprobe für die Bundesliga-Rückrunde ist Borussia Dortmund gelungen: Gegen den tschechischen Tabellenzweiten Sparta Prag gab es vor 5000 Zuschauern im Stadion Essen einen 3:1-Sieg. Die Tore für den BVB erzielten Pierre-Emerick Aubameyang (41./65.) und Henrikh Mkhitaryan (68.), für Prag hatte David Lafata ausgeglichen. Die Dortmunder wussten über weite Strecken der Partie spielerisch zu überzeugen, zeigten aber auch altbekannte Schwächen in der Chancenverwertung.

BVB-Trainer Thomas Tuchel die Partie genutzt, um den Ernstfall zu proben und seine derzeit stärkste Elf aufs Feld geschickt. Nur Marcel Schmelzer (muskuläre Probleme) und der kurzfristig erkrankte Shinji Kagawa fehlten, dafür spielten Joo-Ho Park als Linksverteidiger und Gonzalo Castro im Mittelfeld. Auf der Rechtsverteidiger-Position entschied sich der Coach für Lukasz Piszczek anstelle der Hinrunden-Entdeckung Matthias Ginter.

Im Tor spielte wie gehabt Roman Bürki – und der musste in der sechsten Minute erstmals eingreifen und einen Drehschuss des Prager Stürmers Borek Dockel festhalten. Nur Augenblicke später hatte Aubameyang auf Zuspiel von Ilkay Gündogan die erste richtig gute BVB-Chance – scheiterte aber freistehend an Torhüter David Bicik.

Ansonsten prägten zu Beginn vor allem Fehlpässe auf beiden Seiten das Bild, doch nach und nach machten sich die Dortmunder das Spiel untertan. Der BVB mühte sich um Spielkultur, zeigte schöne Kombinationen, ließ den Ball schnell laufen – war aber im und um den Strafraum herb zu ungenau: Marco Reus ließ mit schlampigem Querpass eine gute Kontergelegenheit liegen (10.), Henrikh Mkhitaryans scharfen Pass nach innen grätschte Jakub Brabec vor dem einschussbereiten Reus weg (15.) und Gündogan zielte aus 20 Metern mit dem Außenrist deutlich zu hoch (16.).

Das war es aber zunächst mit der Dortmunder Offensivherrlichkeit, auf der anderen Seite durfte sich Dockel erneut zeigen – sein Drehschuss vom Elfmeterpunkt war aber kein Problem für Bürki (20.). Die Partie verflachte nun zusehends, das gute Dutzend Prager Fans vertrieb sich die Zeit mit einer Polonaise durch den weitgehend leeren Gästeblock, während der BVB-Anhang die Gelegenheit nutzte, den ungeliebten Revierrivalen Schalke 04 mit Schmähgesängen einzudecken.

Nach einer halben Stunde zeigte die BVB-Offensive dann das nächste ernstzunehmende Lebenszeichen: Aubameyang legte den Ball nach außen auf Mkhitaryan und eilte in den Strafraum, wo er am langen Pfosten die Flanke des Armeniers erwischte und den Ball schön über den Torwart – aber auch über das Tor köpfte (30.). Zwei Minuten später zielt der Stürmer besser, aber nicht gut genug: Sein Schlenzer aus 17 Metern landete an der Latte.

Gozalo Castro hätte dann endlich das Tor getroffen, als er den Ball nach feinem Steilpass von Gündogan präzise am Torhüter vorbeischob. Doch Costa Nhamoinesu machte das Bein ganz lang und klärte per Grätsche vor der Linie (39.). Wenig später war es dann endlich so weit: Wieder war es Gündogan, der sich auf der rechten Seite energisch durchsetzte und den Ball im Fallen in die Mitte spielte, wo Aubameyang nur noch einschieben musste (41.).

Mit dem Halbzeitpfiff durfte sich auch BVB-TorhüteR Bürki noch einmal auszeichnen: Nach Dockels Volley aus kurzer Distanz tauchte er stark ab – doch die Szene wurde wegen Abseits zurückgepfiffen.

Doch auch im Jahr 2016 führt Dortmund das Gegentor aus dem Nichts im Programm: Mittelfeld und Innenverteidigung lieferten bei einem Prager Angriff allenfalls höflichen Geleitschutz, Dockel konnte den Ball an der Strafraumkante unbehelligt annehmen, auf den ebenfalls freistehenden Prager Kapitän David Lafata spielen und der grätschte den Ball am chancenlosen Bürki vorbei – schon stand es 1:1 (49.). Auf der Gegenseite näherte sich zunächst Piszczek wieder an: Sein Schuss von halbrechts ging deutlich vorbei (55.), sein Kopfball nach Reus-Flanke deutlich drüber (57.).

Ansonsten blieb es zunächst bei Stückwerk in der BVB-Offensive – und Trainer Tuchel wechselte durch: Castro, Gündogan, Reus, Sokratis und Piszczek verließen den Platz, es kamen Erik Durm, Neven Subotic, Moritz Leitner, Christian Pulisic und Matthias Ginter (61.). Und der spielte gleich einen Steilpass auf Aubameyang, der noch einen Gegenspieler auswackelte und aus 16 Metern ins lange Eck traf (65.).

Dieses Mal legte der BVB prompt nach: Leitner tanzte im Strafraum zwei Gegenspieler aus und traf den Pfosten, Mkhitaryan schob zum 3:1 ein (68.). Und Tuchel wechselte weiter munter durch, brachte Pascal Stenzel, Janni Luca Serra, Felix Passlack und Jacob Bruun Larsen für Park, Mkhitaryan, Weigl und Aubameyang (77.) – nur Kapitän Mats Hummels und Bürki durften durchspielen.

Und auch danach ging es vornehmlich in Richtung Prager Tor. Bis zum Strafraum sah das meist gut aus, doch dann war meist ein Prager Abwehrbein im Weg. So blieb es beim letztlich hochvedienten 3:1-Sieg.

BVB: Bürki – Piszczek (61. Durm), Sokratis (61. Subotic), Hummels, Park (77. Passlack) – Weigl (77. Stenzel), Gündogan (61. Ginter) – Mkhitayran (77. Larsen), Castro (61. Leitner), Reus (61. Pulisic) – Aubameyang (77. Serra) #bvbpra

Tore: 1:0 Aubameyang (41.), 1:1 Lafata (49.), 2:1 Aubameyang (65.), 3:1 Mkhitaryan (68.)

Autor: Sebastian Weßling

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