„Fußball kann mehr“, die Initiative des SV Zweckel,weckt weiteres Interesse bei Vereinen. Der DFB soll mit ins Boot geholt werden.

Soziales

Zweckels Modell zieht weitere Kreise

Thomas Dieckhoff
18. Januar 2016, 15:27 Uhr
Foto: Oliver Mengedoht

Foto: Oliver Mengedoht

„Fußball kann mehr“, die Initiative des SV Zweckel,weckt weiteres Interesse bei Vereinen. Der DFB soll mit ins Boot geholt werden.

Das Sozialprojekt „Fußball kann mehr“, das vor mehr als sechs Jahren beim SV Zweckel in Leben gerufen wurde, zieht immer weitere Kreise. Oliver Martin, Mitbegründer und Leiter der Initiative, wird in der näheren Zukunft zwei weitere Fußballvereine besuchen, um das Modell vorzustellen. Dabei handelt es sich um den FC Baiersdorf aus Bayern und um den nordrhein-westfälischen Klub SpVgg Vreden. Außerdem möchte Martin den Deutschen Fußball-Bund (DFB) ins Boot holen.

Bislang wird „Fußball kann mehr“ laut Martin nämlich ausschließlich von Sponsoren finanziert. Den DFB, der das Projekt schon einmal auf seiner Amateurfußballseite im Internet (fussball.de) präsentierte, will der Gladbecker als Unterstützer dazugewinnen. „Ich werde in diesem Sinne auf den DFB zugehen“, sagte Oliver Martin kürzlich anlässlich eines Vortrags beim hessischen Verein SpVgg Langenselbold.

Die SpVgg Langenselbold gehört wie auch Borussia Derschlag aus Gummersbach und der SV Zweckel zu den Vereinen, die in ihrer Nachwuchsarbeit nicht mehr nur auf fußballerische Ausbildung achten, sondern den Kindern und Jugendlichen auch soziale Kompetenzen und Werte vermitteln möchten. Durch Aktionen außerhalb des Fußballplatzes sollen die Nachwuchskicker sich, das ist die grundlegende Idee von „Fußball kann mehr“, altersgerecht mit Themen aus den Bereichen der Gesellschaft, Kultur, Umwelt, Ernährung und Schule auseinandersetzen. Am 20. Februar wird Oliver Martin bei der SpVgg Vreden das Sozialprojekt „Fußball kann mehr“ vorstellen und in Kürze beim niederbayerischen Verein FC Baiersdorf. „Fußball kann mehr nimmt jetzt Fahrt auf“, sagte der Projektleiter im Gespräch mit der WAZ

Auch beim SV Zweckel gab es im vergangenen Herbst wieder eine große Aktion, die in den Räumlichkeiten der Musikschule am Bernskamp stattfand. „Wir haben mit der C1-Jugend ein Planspiel zum Thema ‚Die Kunst des Überlebens‘ veranstaltet“, berichtet Oliver Martin. Ralf Brinkhoff, Spielpädagoge, nahm daran teil. Martin weiter: „Wir haben uns damit befasst, wie man seinen Lebensunterhalt bestreitet.“

Von Eltern ins Leben gerufen

Ziel des Spiels sei es gewesen, seinen vorher selbst gewählten Lebensstil zu finanzieren, und zwar möglichst ohne dabei Schulden zu machen und regelmäßig die Lebenshaltungskosten bezahlen zu können. Damit nicht genug, am Nachmittag beschäftigten sich die jungen Fußballer des SV Zweckel und deren Eltern mit dem Thema „Neue Medien. In Zeiten von Facebook, Twitter & Co. eine überaus wichtige Frage. Engagierte Eltern von Kindern, die in der G-Jugend spielten, hatten im Jahr 2009 beim SV Zweckel „Fußball kann mehr“ ins Leben gerufen. Die Mütter und Väter starteten ein umfangreiches Programm mit der Mannschaft, um die Persönlichkeit der jungen Sportler umfassend und ganzheitlich zu bilden.

Sechs Bereiche, die neben dem eigentlichen Fußballsport im Blickpunkt stehen, prägten und prägen das Modell: ergänzende Sportangebote, Kunst/Kultur, Naturkunde, schulische Begleitung, Lebensführung und soziale Aktivitäten. Die Mädchen und Jungen besuchten Theatervorstellungen, sie sangen in der Adventszeit in Seniorenheimen Lieder oder sagten Gedichte auf, sie lernten Kochen, Englisch oder auch etwas über gesunde Ernährung.

Autor: Thomas Dieckhoff

Mehr zum Thema

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren