Felix Bastians, einziger gebürtiger Bochumer im Team des VfL, wirkt in den Tagen von Belek gelassen.

VfL Bochum

Qualität für Top-fünf-Platzierung

Günther Pohl
15. Januar 2016, 09:07 Uhr
Foto: Günther Pohl

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Felix Bastians, einziger gebürtiger Bochumer im Team des VfL, wirkt in den Tagen von Belek gelassen.

Unzählige Trainingslager hat er schon hinter sich gebracht. Doch in der Türkei stellt er fest: „Der Aufenthalt hier gehört zu den besten.“

Nicht nur, weil die Rahmenbedingungen wie Hotel, Essen und Trainingsplatz stimmen, sondern auch die Art und Weise, wie Trainer Gertjan Verbeek trainieren lässt. Der Linksfuß wird konkret: „Ich habe es immer schon gehasst, morgens um 6.30 Uhr aus dem Bett geworfen zu werden, die Laufschuhe anzuziehen und stumpf durch irgendeinen Wald zu rennen.“ Das ist beim holländischen Trainer ganz anders, dessen Einheiten zwar hochintensiv sind, aber immer den Ball beinhalten. Bastians: „Wie wir das angehen, das ist einfach super. Und ich mag darauf wetten, dass wir uns zum Start gegen Freiburg körperlich und mental in einer Top-Verfassung befinden.“

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Bastians ist eine ehrliche, vielleicht manchmal auch zu ehrliche Haut. Und deshalb setzt er beim Auftaktprogramm des Jahres 2016 auch klare Prioritäten: „Freiburg und Nürnberg, das sind für uns die ganz großen Chancen, oben heran zu kommen. Das Zeug dazu haben wir.“ Und so offen und selbstbewusst er nach oben blickt, so ehrlich geht er mit dem Pokal-Hit um: „Ich kann den Jubel bei einigen nicht verstehen. Bayern ist ein absolutes Scheiß-Los!“

Eineinhalb Jahre noch läuft der Vertrag des Innenverteidigers: „Wenn man in Bochum geboren ist, dort wohl immer seinen Lebensmittelpunkt haben wird, dann ist der VfL sicherlich eine langfristige, gute Option. Aber kann man im Fußball überhaupt noch langfristig planen? Schließlich liegt ein Verbleib ja auch nicht alleine an mir.“

Dass er sportlich sich beim VfL bestens aufgehoben fühlt, wird schnell deutlich: „Wir haben die Qualität, um uns unter den besten fünf Teams der Liga zu platzieren. Eigentlich müssen wir das sogar.“ Und fast ein wenig aggressiv fügt er hinzu: „Unser momentaner sechster Platz ist nicht das, was wir erreichen wollen.“

Rechnet er nach, dann fehlen seinem Team momentan zwischen fünf und sieben Punkte, um seinen Ansprüchen gerecht zu werden: „Ich denke da zum Beispiel an die Spiele in Frankfurt oder in Duisburg.“

Zu Wochenbeginn sah man Felix Bastians in der Hotel-Lobby in einem intensiven Gespräch mit Sportvorstand Christian Hochstätter. Zwar blieben Inhalte tabu, doch verriet der Abwehrspieler: „So ein ausführlicher Gedankenaustausch ist von Fall zu Fall notwendig.“

Ganz ohne Fußball ging’s auch im Urlaub nicht

Körperlich fühlt sich Felix Bastians pudelwohl. Vielleicht auch, weil er traditionsgemäß mit seiner Familie die Feiertage auf den Kanarischen Inseln verbracht hat. Ganz ohne Fußball ging es dabei aber auch nicht. Von seinem Hotel in Maspalomas düste er 70 Kilometer nach Las Palmas, um sich dort am Tag vor Silvester ein Spiel der ersten spanischen Liga gegen Granada anzusehen. Beim 4:1-Erfolg der Gastgeber stellte er schmunzelnd fest: „Die Stimmung ist eine völlig andere als in deutschen Stadien. Es ist richtig still und ruhig. Aber wenn ein Tor fällt, dann drehen alle durch.“

Autor: Günther Pohl

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