Am kommenden Montag wird Ivica Grlic 32 Jahre alt. Damit ist er neben Iulian Filipescu (33), Ailton (34), Sven Beuckert (33) und Markus Kurth, der am Montag sein 34. Wiegenfest feierte, einer der „Opas“ bei den Zebras. Oder anders formuliert: „Grille“ zählt zu den erfahrenen Wegweisern im rauen Bundesliga-Gewässer. „Wir haben nur ein paar alte Säcke im Kader, insgesamt ist das eine junge Truppe, aber die Nachwuchsleute nehmen Tipps an, schauen und hören zu.

Auf „alten Sack“ Ivica Grlic kommt in dieser Saison eine wichtige Aufgabe zu

„Starkult – das würde nicht gehen“

tt
03. August 2007, 11:18 Uhr

Am kommenden Montag wird Ivica Grlic 32 Jahre alt. Damit ist er neben Iulian Filipescu (33), Ailton (34), Sven Beuckert (33) und Markus Kurth, der am Montag sein 34. Wiegenfest feierte, einer der „Opas“ bei den Zebras. Oder anders formuliert: „Grille“ zählt zu den erfahrenen Wegweisern im rauen Bundesliga-Gewässer. „Wir haben nur ein paar alte Säcke im Kader, insgesamt ist das eine junge Truppe, aber die Nachwuchsleute nehmen Tipps an, schauen und hören zu.

Das war nicht immer so. Man merkt schon, dass es insgesamt ruhiger geworden ist“, zieht der Ex-Aachener einen Vergleich zu den Vorjahren.
Grlic wird auch im neuen Gebilde eine wichtige Führungs-Aufgabe übernehmen, mit den zehn Neuzugängen muss sich die Team-Struktur auch ganz neu einpendeln. In der Vorbereitung lieferte er starke Leistungen ab, bekam ein Lob von Trainer Rudi Bommer: „Ivo hat weiter gebissen, obwohl man bei ihm merkte, dass es zwischendurch wehtat.“

Der ehemalige Nationalspieler von Bosnien-Herzegowina blickt auf die Quälerei im Juli zurück: „Es war die schwerste Vorbereitung, die ich in meiner Zeit beim MSV mitgemacht habe. Wir haben noch nie so viel trainiert, wie diesmal. Wenn man in seiner Laufbahn schon viele Trainingslager mitgemacht hat, dann kann man das gut einschätzen.“

Doch Grlic weiß, dass die Schufterei der Grundstock dafür ist, was in den kommenden Wochen bewältigt werden muss. „Wichtig ist, beim ersten Spiel in Dortmund voll da zu sein. Wenn wir da gleich erfolgreich starten, haben wir alles richtig gemacht. Es wird eine harte Saison, wir wollen es besser machen, als beim letzten Bundesliga-Aufstieg.“ Auch da war der frühere Münchener dabei, deswegen kann er die Situation von damals und heute auch exakt einschätzen. „Jetzt ist viel mehr Qualität im Kader. Der Verein hat die neuen Spieler lange beobachtet, ich habe den Eindruck, dass uns wirklich jeder Einzelne weiterbringen kann. Wir haben eine gute, junge Truppe.“ Der Stratege zwinkert: „Da klammere ich Beucke, Kurthi, Iulian, Toni und mich aber aus.“

Stichwort Ailton: Nach seiner Verpflichtung galoppierten die Zebras bundesweit durch alle Schlagzeilen, werden auch zum Saisonstart oft im Focus stehen. Toni lockt nicht nur die Fans an, er ist auch immer Thema – auch, was Dinge angeht, die nicht in erster Linie mit Fußball zu tun haben. Grlic: „Ailton will sich bei uns beweisen. Das kann er am besten dadurch tun, in dem er für den MSV Tore schießt. Wir als Mannschaft sind jedenfalls froh, so einen Mann in unseren Reihen zu haben.“ Allerdings bremst der 16-fache Auswahl-Spieler auch etwas ab: „Toni war lange nicht in der Bundesliga präsent, kam erst etwas später zu uns in den Trainings-Betrieb. Schauen wir, was draus wird.“

Und wenn beim MSV plötzlich nur noch über den „Kugelblitz“ gesprochen wird, alle anderen Akteure in den Schatten gestellt werden? „Dann“, sagt Grlic, „ist das eben so. Wenn es gut läuft, werden ein, zwei Leute kräftig gelobt. Läuft es schlecht, bekommen die gleichen Spieler voll auf die Fresse. Jeder kann damit leben, wenn bei uns jemand in den Himmel gehoben wird. Zuletzt war es bei mir so, als wir in der Zweitliga-Endphase waren und ich mehrere Freistöße verwandelt habe. Doch es geht nur zusammen, nur über die mannschaftliche Geschlossenheit. Ich sehe Ailton bei uns auch ehrlich gesagt nicht als Star.“

Der zweifache Familienvater verdeutlicht: „Erst hieß es immer, der MSV sei ein familiärer Verein, dann soll plötzlich Star-Kult herrschen? Das würde hier absolut nicht gehen. Jeder wird gebraucht, jeder muss sich für den Erfolg einbringen. Trainer Rudi Bommer und Präsident Walter Hellmich haben meiner Ansicht nach ein gutes Händchen mit den Verpflichtungen bewiesen. Bei uns gibt es weder Querulanten noch Neider. Genau das macht eine Gemeinschaft aus. Einer ist für den anderen da. Ich sehe uns auf einem guten Weg.“

Autor: tt

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