Wenn jemand von Schalke 04 zu Fortuna Düsseldorf wechselt, hat er für gewöhnlich einen steilen sportlichen Abstieg hinter sich. Im Falle von Pier Schulz ist das ganz anders. Zum einen spielt er nach wie vor in der U19-Bundesliga, zum anderen – und das ist wesentlich wichtiger – wird er endlich regelmäßig spielen dürfen.

Düsseldorf A-Jugend: Rückkehrer Schulz schürt Erwartungen

Ein Abstieg, der keiner ist

gri
02. August 2007, 19:41 Uhr

Wenn jemand von Schalke 04 zu Fortuna Düsseldorf wechselt, hat er für gewöhnlich einen steilen sportlichen Abstieg hinter sich. Im Falle von Pier Schulz ist das ganz anders. Zum einen spielt er nach wie vor in der U19-Bundesliga, zum anderen – und das ist wesentlich wichtiger – wird er endlich regelmäßig spielen dürfen. "Zu Beginn der letzten Saison kam ich häufig als Joker zum Einsatz, später aber immer seltener", blickt Schulz zurück.

Daher der Wechsel zurück zur Fortuna, für die er bereits zwischen 2000 und 2002 kickte. "Pier weiß, wie es läuft, ist charakterlich und vom Einsatz her ein Vorbild für seine Mitspieler. Daher lasse ich ihn auch auf der verantwortungsvollen Position im defensiven Mittelfeld ran", betont Trainer Sinisa Suker.

"Das Lob höre ich gerne. Aber die Erwartungen an mich sollten auch nicht zu hoch sein", erklärt der "Sechser". Die Rolle des Leistungsträgers ist aber schon aufgrund seiner Erfahrung für ihn angedacht. Schließlich ist der Altjahrgang einer der wenigen im Kader des Aufsteigers, die schon Bundesliga-Luft schnuppern konnten.

Und die Hoffnung auf eine spätere Karriere hegt er durchaus, das zeigen schon die Details. Sein Kontrakt gilt nur für ein Jahr, einen Anschluss-Vertrag für den Senioren-Bereich lehnte er vorerst ab. "Wenn ich eine gute Serie abliefere, kommen vielleicht noch bessere Angebote", spekuliert der Essener.
Um sich besser auf den Fußball konzentrieren zu können, ging der angehende Zwölftklässler sogar vom Gymnasium ab, feilt nun an der Fachhochschulreife. "Das ist wesentlich lockerer, ich komme gut durch", bemerkt der Youngster. Wohl wissend, dass in den kommenden zwölf Monaten die Grundlage für seine weitere Laufbahn gelegt wird.

Da ist es schon einmal ein Vorteil, dass ihm die Umgewöhnung nicht schwer fiel. "Ich bin gut aufgenommen worden, auch von den Trainingsbedingungen gibt es keine großen Unterschiede zu Schalke", erklärt Schulz. Und auch die Landeshauptstädter verfügen über "viele technisch gute Jungs, es sind einige prima Fußballer dabei." Einen gewaltigen Unterschied hat der frühere Katernberger aber ausgemacht: "Als Düsseldorfer geht man mit einer kämpferischen Einstellung in die Matches, bei den Schalkern ist oft eine gewisse Überheblichkeit dabei, gerade gegen die kleineren Gegner. Ich traue unserer Mannschaft auf jeden Fall den Klassenerhalt zu, eigentlich hoffe ich sogar auf einen Platz im Tabellen-Mittelfeld." Wenn er die Erwartungen erfüllt, ist das keineswegs ein unrealistisches Vorhaben.

Autor: gri

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