Am Samstag geht es in der Endrunde der Gelsenkirchener Stadtmeisterschaft der Hallenfußballer um den Titel.

Halle Gelsenkirchen

Keiner will Favorit sein

Michael Koch
01. Januar 2016, 20:53 Uhr
Foto: Tillmann

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Am Samstag geht es in der Endrunde der Gelsenkirchener Stadtmeisterschaft der Hallenfußballer um den Titel.

Bereits am zweiten Tag des neuen Jahres wird im Gelsenkirchener Amateurfußball der erste Titel vergeben. Unter dem Dach der Schürenkamp-Halle geht es darum, wer Stadtmeister 2016 im Hallenfußball und damit Nachfolger des zuletzt zweimal in Folge siegreichen SV Horst 08 wird. Vielleicht werden die Horster ja erneut ihr eigener Nachfolger. Dann hätten sie etwas geschafft, was noch keinem anderen Klub gelungen ist: den Titel-Hattrick.

ETuS kommt nicht mit der besten Mannschaft

Aber daran glaubt ihr Trainer Jörg Krempicki selbst nicht so recht. Die Zwischenrunde lief für sein Team sehr holprig, es gab sogar eine 1:3-Niederlage gegen ETuS Gelsenkirchen, den Tabellenletzten der Kreisliga B. „Wir haben nicht den Anspruch, erneut Stadtmeister in der Halle zu werden, wehren uns aber auch nicht dagegen“, sagt Jörg Krempicki, der nicht seine bestmögliche Hallen-Mannschaft auf das Parkett schicken wird.

Der SC Hassel, der zweite Westfalenligist im Feld der zehn Teilnehmer, lehnt die Favoritenrolle ebenfalls ab. Auch Trainer Thomas Falkowski hat angekündigt, einige seiner Leistungsträger schonen zu wollen. „Das Erreichen der Endrunde war Pflicht, aber jetzt erwarte ich nicht mehr viel“, betont der Coach des Oberliga-Aspiranten. „Unsere Prioritäten sind andere. Es gibt bessere Hallenmannschaften als unsere. Mein Top-Favorit ist ganz klar der SV Horst 08, danach kommen Viktoria Resse und SSV Buer und ein Überraschungsteam, vielleicht Erle 19 oder Gençlerbirliği Resse.“

Die Hasseler spielen in der Endrunde in einer Gruppe mit SSV Buer, Eintracht Erle, Spvgg Erle 19 und Gençlerbirliği Resse. In der anderen Gruppe kämpfen der SV Horst 08, Viktoria Resse, Westfalia 04, SSV/FCA Rotthausen und Beckhausen 05 um das Weiterkommen. Im Eröffnungsspiel stehen sich ab 14 Uhr die SSV Buer und Eintracht Erle gegenüber. Es kommt dann zum Duell der Trainer-Brüder: Holger Siska gegen Jürgen Siska. Die Gruppenersten und Gruppenzweiten qualifizieren sich für das Halbfinale, das ab 20 Uhr auf dem Programm steht. Das Endspiel ist für 20.45 Uhr angesetzt.

Ein heißer Kandidat für das Finale ist Viktoria Resse, der einzige Landesligist, obwohl Trainer Frank Conradi kein Freund des Hallenfußballs ist. Er gibt das Coaching wie schon in der Zwischenrunde an seinen Spieler [person=10565]Stefan Colmsee[/person] ab. Auch SSV Buer aus der Bezirksliga darf einiges zugetraut werden. „Wir müssen uns gegenüber Dienstag allerdings steigern, wenn wir das Halbfinale erreichen wollen“, sagt Holger Siska.

Erle und Beckhausen haben überzeugt

Vielleicht kommt diesmal aber auch ein Kreisligist sehr weit. Vor allem die Spvgg Erle 19 und Beckhausen 05 haben in der Vor- und Zwischenrunde überzeugen können. Die Erler Veilchen gewannen ihre bisherigen sieben Spiele mit 33:4 Toren. „Favorit sind wir trotzdem nicht“, sagt ihr Trainer Rainer Sowa. „Wir haben unser Ziel bereits erreicht. Was jetzt noch kommt, ist Zugabe. Es wäre schön, wenn wir in unserer Gruppe mindestens Dritter werden würden.“

Auch „Hallenfuchs“ Ludwik Harelik, der neue Coach von Beckhausen 05, hat mit seiner Mannschaft die Erwartungen bereits mehr als erfüllt. „Ich hätte nicht zu träumen gewagt, dass wir uns so durchsetzen würden“, sagt er. Sein Ziel für diesen Samstag: nicht Letzter in der Gruppe zu werden. „Wir haben“, so der 61-jährige Trainer-Routinier, „bislang gezeigt, was man in der Halle mit Leidenschaft alles schaffen kann.“

Autor: Michael Koch

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