Seit Mittwochabend steht der Wechsel von Rot-Weiss Essens Daniel Grebe zum Wuppertaler SV fest.

RWE

Grebe erklärt seinen Wechsel

Krystian Wozniak
31. Dezember 2015, 17:00 Uhr
Foto: Tillmann

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Seit Mittwochabend steht der Wechsel von Rot-Weiss Essens Daniel Grebe zum Wuppertaler SV fest.

Der 28-Jährige, der im Sommer 2014 von den Sportfreunden Siegen an die Hafenstraße wechselte, verlässt RWE ein halbes Jahr vor dem Vertragsende in Richtung des Oberliga-Spitzenreiters Wuppertaler SV. Warum der in Köln wohnhafte gebürtige Wuppertaler diesen vorzeitigen Wechsel vollzieht, erklärt er im RS-Interview.

[person=3977]Daniel Grebe[/person], viele RWE-Fans können es nicht nachvollziehen, dass Sie Essen verlassen. Warum dieser plötzliche Schritt?
Ich lese normalerweise keine Foren oder Kommentare bei Facebook. Aber diese Sachen werden mir immer zugetragen. Und ich muss schon sagen, dass ich manche Kommentare nicht nachvollziehen kann, aber das sind in der Regel Einzelfälle. Wenn jemand schreibt, dass ich das sinkende Schiff oder so etwas ähnliches verlasse, der hat gar keine Ahnung. Ich bin keiner, der vor schwierigen Situationen wegläuft! Ich hätte mindestens noch ein halbes Jahr in Essen bleiben können, aber danach wäre meine Zukunft wahrscheinlich sehr ungewiss. Jetzt musste ich an meine Zukunft, meine Familie denken und da kam das Angebot aus Wuppertal sehr gelegen.

Wie meinen Sie das genau?
Ich bin 28 Jahre alt und habe bislang nur vom Fußball gelebt und keinen Beruf erlernt. Vor kurzem bin ich Vater geworden und da findet automatisch ein Umdenken statt. Ich werde dank des WSV ab dem 1. September 2016 eine Ausbildung anfangen. Ich kann und will kein Risiko mehr eingehen. In Essen hat mir Trainer Jan Siewert mitgeteilt, dass ich nach Moritz Fritz, Benjamin Baier und Kasim Rabihic nur noch sein vierter Mann im zentralen Mittelfeld bin. Ein halbes Jahr auf der Bank zu versauern, das ist nicht mein Anspruch. Ich fahre immer die Strecke Köln - Essen - Köln. Und wenn ich dann noch auf die Auflauf- oder Siegprämien verzichten müsste, dann lohnen sich die Fahrten nicht mehr. Das ist die Wahrheit. Wuppertal ist dagegen ein Katzensprung und wenn die Autobahn leer ist, dann bin ich in 30 Minuten da. Trotzdem fiel es mir nicht leicht RWE zu verlassen.

Nicht jeder Charakter kommt mit dem Druck, dem Publikum an der Hafenstraße klar.
Daniel Grebe

Warum?
Weil es einfach ein geiler Kultklub ist. Von dieser Sorte gibt es nicht viele in der Regionalliga. Ich hatte eine schöne Zeit und werde positiv auf Rot-Weiss Essen zurückblicken. Leider war das letzte halbe Jahr nicht so erfolgreich.

Ab dem 1. Januar sind Sie offiziell ein Ex-Spieler von RWE. Können Sie jetzt vielleicht sagen, warum es in der Hinrunde nicht rundlief?
Wir haben eine richtig gute Mannschaft beisammen. Aber wenn man für RWE spielen will, dann gehört noch mehr dazu. Nicht jeder Charakter kommt mit dem Druck, dem Publikum an der Hafenstraße klar. Mehr möchte ich dazu auch gar nicht mehr sagen, denn das ist jetzt alles Vergangenheit. Ich wünsche dem Klub und den Fans alles Gute. Möge RWE schon bald dort sein, wo es hingehört: Mindestens in der 2. Bundesliga.

Im Niederrheinpokal könnte Sie im Halbfinale auf Rot-Weiss treffen. Ist RWE Ihr Wunschlos?
Der Fußball schreibt oft solche Geschichten. Es wäre schön im Stadion am Zoo auf RWE zu treffen. Mal schauen, was die Auslosung ergibt.

Autor: Krystian Wozniak

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