In der vorletzten Saison übernahm Christoph Gesthüsen die erste Senioren-Mannschaft von Viktoria Winnekendonk drei Spieltage vor Schluss. Da stand das Team, das eigentlich hoch gehandelt wurde, mit einem Bein in der Kreisliga B.

Bezirksliga 7 Niederrhein: Teamcheck Viktoria Winnekendonk

"Ohne Druck unter die ersten Zehn"

Heiko Gaeb
02. August 2007, 16:10 Uhr

In der vorletzten Saison übernahm Christoph Gesthüsen die erste Senioren-Mannschaft von Viktoria Winnekendonk drei Spieltage vor Schluss. Da stand das Team, das eigentlich hoch gehandelt wurde, mit einem Bein in der Kreisliga B. "Wir mussten die letzten drei Partien gewinnen, um nicht abzusteigen", erinnert sich der 44-Jährige und fügt augenzwinkernd an: "Und das haben wir dann auch geschafft. In aller Euphorie habe ich dann den Aufstieg als Ziel ausgegeben, was ja glücklicherweise auch geklappt hat."

Nun steht der Klub nach dreijähriger Abstinenz wieder in der Bezirksliga. Im Teamcheck stellt Gesthüsen seine Truppe vor.

Torwart: Neben der bewährten Stamm-Kraft Christoph Elbers wurde vom A-Ligisten DJK Kleve noch Daniel Ernst verpflichtet. "Leistungsmäßig sind wir mit Christoph voll zufrieden. Doch da er berufsbedingt ab und an ausfällt, haben wir uns dazu entschieden, noch einen zweiten Torhüter zu verpflichten", erklärt der Trainer der Grün-Weißen. Aktuell ist Ernst verletzt, so dass Elbers im ersten Meisterschaftsspiel gegen Fortuna Elten zwischen den Pfosten stehen wird.

Abwehr: In der Defensive hat Gesthüsen bereits zum Ende des Aufstiegsjahres eine Vierer-Abwehrkette eingeführt. Mit Kai Bartkowiak und Markus Gehnen wurde vom SV Scherpenberg ein Innenverteidiger-Duo geholt, dem der Winnekendonk-Coach folgendes attestiert: "Bis auf die Leistung im Testspiel gegen Dersimspor, das wir nach einer sehr interessanten und aufschlussreichen Partie mit 4:5 verloren, haben sie mich sehr überzeugt, so dass sie auch als Stammkräfte in die Saison gehen werden." Hans-Gerd Vermöhlen, bis zur letzten Saison noch Libero, hat seine Karriere beendet und arbeitet nun als Torwart-Trainer.

Mittelfeld: Vom DJK Labeck-Uedemerbruch kommt Christian Quinders. Er ist ein typischer "6-er". Gesthüsen kennt den Akteuer bereits aus der eigenen A-Jugend, wo er vorher Trainer war. Quinders wird die Position von Kapitän Stefan Verheien einnehmen. "Stefan ist auf der rechten Seite defensiv wie offensiv vielseitig einsetzbar. Er wird spielen", verspricht der Gladbach-Fan seinem Schützling. Für den Kreativbereich ist Daniel Lamers verantwortlich. "Er ist direkt hinter den Spitzen dahein, zudem sehr torgefährlich", beschreibt der Florist seinen Spielmacher.

Sturm: Tom Schmitz, mit 16 Treffern bester Torschütze der abgelaufenen Spielzeit, pausiert wegen anhaltender Knie-Probleme auf unbestimmte Zeit. Gesthüsen befürchtet: "Das Knie ist chronisch verschlissen. Das kam in der Vorbereitung leider zum Vorschein. Ich glaube nicht, dass wir ihn in diesem Jahr noch auf dem Platz sehen werden." Mit Andreas Elbers steht ein eigentlich gelernter Abwehrspieler im Sturm-Aufgebot. "Er hat in der Vorbereitung durch Tore überzeugt. Er ist erst einmal gesetzt", legt sich der Trainer des 1922 gegründeten Vereins auf einen Stürmer fest. Da er im 4-4-2 spielen lassen wird, muss noch ein Sturmpartner her. Da stehen mit Gaven Wrobel, Thomas Berretz und Patrick Brus drei Kandidaten zur Auswahl. "Gaven ist sehr kopfballstark und Patrick ist nach einer beruflichen Auszeit noch nicht voll da", erklärt Gesthüsen die Ist-Situation in der Abteilung Attacke.

Saisonziel: "Wir wollen unter die ersten Zehn", gibt Gesthüsen selbstbewusst als Marschroute vor und fügt begründend an: "Wir haben den Aufstieg geschafft. In diesem Jahr erwartet niemand viel von uns. Wir können ganz befreit aufspielen und freuen uns riesig auf die kommenden Aufgaben."

Verein:

Platzanlage: Die Pflichtspiele werden auf dem Rasenplatz auf der Kevelaerer Straße ausgetragen. "Inzwischen ist der Zustand der Anlage gut", erzählt Gesthüsen. Die Übungseinheiten finden auf der Blumenstraße statt. "Diese Anlage grenzt direkt an den Friedhof, der ja leider stetig wächst. Irgendwann wird auch der Platz der Begräbnisstätte weichen", gibt der Viktoria Coach zu Protokoll. Aufgrund des großen Aufkommens an Fußballmannschaften, das aktuell 23 beträgt, sind Pläne für zwei neue Plätze an die Stadt Kevelaer eingereicht. "Wir haben auch schon einen Ort für dieses Vorhaben gefunden. Bis das Projekt aber fertig gestellt werden kann, wird es wohl noch dauern", sagt Gesthüsen wenig zuversichtlich. Bis dahin muss man sich mit den vielen Teams auf dem sehr begrenzten Raum arrangieren.

Jugend: Die Jugend-Teams sind durchgehend besetzt. Die A-Jugend spielt seit der letzten Saison nicht mehr in der Leistungsklasse, sondern in der Kreisklasse. Dennoch betont Gesthüsen: "Da sind auch gute Spieler dabei, die bei entsprechender Leistung ihre Chancen erhalten, denn wir leben im Verein von der Nachwuchsarbeit."

Umfeld: "Wir zahlen den Spielern kein Geld. Wir leben hier
von unserem intakten Umfeld und gehen kein finanzielles Risiko wie der ein oder andere Club aus unserem Umkreis ein", stellt der Winnekendonk-Linienchef die Vorteile seines Vereins, der inzwischen über 1000 Mitglieder hat, heraus. Ein warnendes Beispiel dafür dürfte Siegfried Materborn sein. Der Klub startet nach dem Rückzug des Hauptsponsors ebenfalls wieder in der Bezirksliga. "Wir setzen auch voll auf unsere Jugend", gibt Gesthüsen immer wieder bekannt, "zu unseren Spielen kommen bis zu 200 Zuschauer. Und die Leute wollen auch Spieler aus Winnekendonk sehen und nicht elf eingekaufte Kicker." Die zweite Seniorenmannschaft ist in der Kreisliga B. "Aktuell trainieren wir mit der Bezirksliga-Truppe mit 19 Mann. Drei bis vier Akteure werde ich aber in die Zweite schicken, damit sie dort spielen. Wenn Not am Mann ist, kann ich jederzeit auf sie zurückgreifen", beschreibt der ehemalige A-Jugend-Trainer seine Kaderplanung.

Fieberkurve: 2004 stieg Viktoria Winnekendonk nach sechs Jahren aus der Bezirksliga ab. Nun ist der Verein wieder in der achthöchsten deutschen Spielklasse dabei.

Autor: Heiko Gaeb

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