Vor 130 Zuschauern setzte sich  die Tgd Essen-West am heutigen Sonntag mit 3:0 gegen SSVg Heiligenhaus durch. Die Gastgeber ließen den Aufsteiger zu keinem Zeitpunkt ins Spiel kommen, zumal sich Tgd-Stürmer Cemal Kelle in Gala-Form präsentierte.

Landesliga 1 Niederrhein: Tgd Essen-West mit 3:0-Sieg (Ortstermin)

Cemal Kelle in Top-Form

Aaron Knopp
17. September 2006, 21:23 Uhr

Vor 130 Zuschauern setzte sich die Tgd Essen-West am heutigen Sonntag mit 3:0 gegen SSVg Heiligenhaus durch. Die Gastgeber ließen den Aufsteiger zu keinem Zeitpunkt ins Spiel kommen, zumal sich Tgd-Stürmer Cemal Kelle in Gala-Form präsentierte.

Nach 90 gespielten Minuten wollte Bernd Wagner, Trainer der SSVg Heiligenhaus die Leistung seiner Truppe „besser nicht“ kommentieren. Viel gab es auch nicht zu sagen, der Aufsteiger hatte den Hausherren nichts entgegenzusetzen und fand in der Offensive fast über die gesamte Spielzeit nicht statt. Am Ende ließ sich Coach Wagner dann doch noch entlocken, dass er das bisher „schlechteste Spiel“ seiner Mannschaft gesehen hat. „Wir haben in keinster Weise unsere Leistung abrufen können.“ Die Turngemeinde konnte so im Schongang drei Punkte einfahren. Stürmer Cemal Kelle erwischte dabei einen Traumtag - er erzielte alle drei Treffer.

Zu Beginn waren beide Mannschaften sichtlich bemüht, defensiv diszipliniert zu stehen und ließen wenig zu, so dass Torchancen Seltenheitswert besaßen. Wenn überhaupt Gefahr aufkam, dann zunächst durch Distanzschüsse von Christian Kochs auf Seiten der SSVg (10. Spielminute) oder Tgd-Mittelfeldspieler Tim Grella (13.), die jedoch eher in die Kategorie "Verzweiflungstat" einzuordnen waren. In der 18. Minute wurde Tgd-Stürmer Cemal Kelle erstmals beim Gästekeeper vorstellig. Sein Schuss zielte zwar genau in den Winkel, noch fand Kelle aber in SSVg 09/12-Torwart Marc Meijer seinen Meister. Auf der Gegenseite besaß Erkan Dogru mit einem Freistoß die bis dahin größte Torchance (21.). Vier Minuten später war Kelle dann erstmals für die Tgd erfolgreich. Die Hintermannschaft der SSVg schien kurzzeitig in kollektiven Tiefschlaf verfallen zu sein und ließ Kelle nahezu unbedrängt zum 1:0 einnetzen.

Das Spiel verlief nun wesentlich temporeicher. Erkan Dogru (Heiligenhaus, 26.) und Matijas Derek (Essen-West, 28.) besaßen die größten Chancen für ihre Teams. In der 37. Minute hatten die mitgereisten Heiligenhauser dann schließlich den ersehnten Torschrei auf den Lippen, mussten aber mit ansehen, wie die größte Chance ihrer Mannschaft vergeben wurde. Ein Freistoß von Erkan Dogru segelte an Freund und Feind vorbei Richtung Innenpfosten. Von dort sprang der Ball aber zurück in die Arme von Tgd-Schlußmann Martin Trener.

Die zweite Hälfte knüpfte dort an, wo die erste aufgehört hatte: Erneut tauchte Kelle, der heute an fast allen gefährlichen Offensiv-Aktionen beteiligt war, vor Marc Meijer auf - sein Schuss strich nur Millimeter am linken Pfosten vorbei. Die Gäste aus Heiligenhaus hatten nun sichtlich Mühe, zumal sich die Tgd weiter zurückzog, um auf Konter zu lauern. Dabei kam zu keinem Zeitpunkt ein Zweifel an der Dominanz der Hausherren auf, letztlich war es nur noch eine Frage der Zeit, wann der zweite Treffer den Heimsieg besiegelte. In der 66. Minute war es soweit: Der überragende Cemal Kelle, der mit fairen Mitteln kaum vom Ball zu trennen war, erhöhte auf 2:0. Die Krönung seiner Leistung folgte in Spielminute 75: Nach einem Abstimmungsfehler in der 09/12-Abwehr zeigte Kelle Geistesgegenwart und überlupfte Keeper Meijer zum 3:0.

Danach ergaben sich zwar noch Chancen, weiter zu erhöhen, sowie eine Gäste-Möglichkeit, den Anschluss zu markieren, am Ende blieb es aber beim „verdienten Sieg“, so Tgd-Trainer Thomas Gleis. „Wir haben hinten nicht viel zugelassen und Cemal Kelle, der uns in den letzten Wochen gefehlt hat, hat einen super Tag erwischt.“ Die Analyse von SSVg-Trainer Bernd Wagner fiel weniger erfreulich aus: „Wir haben in keinster Weise unsere Leistung abgerufen. Das war unser schlechtestes Saisonspiel. So mussten wir uns gegen einen nicht übermächtigen Gegner verdient geschlagen geben. Aber wir mussten auch verletzungsbedingt quasi ohne Stürmer antreten, nachher sogar mit Abwehrspielern vorne agieren.“

Autor: Aaron Knopp

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