Heimlich, still und leise hat Rot-Weiß Oberhausen im vergangenen Sommer elf neue Spieler unter Vertrag genommen.

RWO

Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt

Martin Herms
29. Dezember 2015, 09:07 Uhr
Foto: Ketzer

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Heimlich, still und leise hat Rot-Weiß Oberhausen im vergangenen Sommer elf neue Spieler unter Vertrag genommen.

Nur wenige davon konnten zuvor als gestandene Regionalliga-Spieler bezeichnet werden. Der eine oder andere Nobody wusste aber dennoch zu überzeugen. Im Transfer-Zwischenzeugnis von RevierSport steht sogar eine Note eins.

Robin Udegbe (KFC Uerdingen): Der 24-jährige Deutsch-Nigerianer trat in Oberhausen in große Fußstapfen. In den vergangenen zwei Jahren hatte der zum Zweitligisten SV Sandhausen abgewanderte Philipp Kühn den RWO-Kasten sauber gehalten und zählte zu den besten Keepern der Regionalliga. Udegbe stand bei Sportchef Frank Kontny schon länger als möglicher Kühn-Ersatz auf der Liste. Über weite Strecken konnte der großgewachsene Schlussmann (1,94 Meter) die Erwartungen erfüllen. Starke Reflexe, lautstarke Anweisungen und ein unaufgeregtes Passspiel ließen nur wenig Zweifel an seiner Verpflichtung aufkommen. Lediglich einige böse Patzer wie gegen Aachen, Schalke II und zuletzt Viktoria Köln trübten den positiven Gesamteindruck. Transfer-Note: 2-

Oliver Steurer (ETB SW Essen): Dem blonden Defensivspezialisten gehört die Zukunft. Dessen ist sich auch sein Trainer Andreas Zimmermann bewusst, der dem 20-Jährigen frühzeitig das Vertrauen schenkte und ihm beachtliche zwölf Regionalliga-Einsätze bescherte. Dass in seinem und vielen anderen Fällen noch Geduld gefragt ist, bewiesen seine unglücklichen Auftritte in Düsseldorf, als er die entscheidende Flanke vor dem 0:1 zuließ, und gegen Viktoria Köln. Zimmermann ließ ihn zumeist auf der linke Seite spielen, im Abwehrzentrum fühlt sich Steurer aber deutlich wohler. Transfer-Note: 3

Sinan Özkara (Rot-Weiss Essen U19): Dank einer überzeugenden Vorbereitung galt Özkara schon als großes Schnäppchen. Doch ausgerechnet kurz vor dem Saisonstart brach sich der bullige Defensivspezialist den Fuß und fiel mehrere Monate aus. Zum Ende der Hinrunde konnte er einige Spiele für die U23 absolvieren. Wenn der 19-Jährige in der kommenden Vorbereitung ähnlich überzeugend wie im Sommer auftritt, dürfte sein erster Regionalliga-Einsatz nicht lange auf sich warten lassen. Ohne Note

Tim Hermes (Rot-Weiss Essen): Sehr viel Glück haben die drei Sommer-Neuzugänge aus Essen nicht mitgebracht. Das Verletzungspech erlaubte Hermes nur sieben Spiele im neuen RWO-Dress, in denen er aber noch nicht wie erhofft überzeugen konnte. Auf ihm ruhen in der Rückrunde die Hoffnungen. Transfer-Note: 4

Kai Nakowitsch (Rot-Weiss Essen): Es läuft noch nicht rund für den Youngster aus Essen. Immer wenn er bei seinem neuen Arbeitgeber ins Rollen kam, folgte ein bitterer Rückschlag. Zunächst war es eine unberechtigte Rote Karte im Spiel gegen Wiedenbrück, dann ein Innenbandriss im Pokalspiel gegen den Duisburger SV. Nakowitsch dürfte es bei der anstehenden Vorbereitung genau wie Hermes nicht an Motivation mangeln. Transfer-Note: 4

Justin Walker (RWO U23): Gute Leistungen in der U23 und vereinzelt auch im Regionalliga-Team bescherten dem 22-Jährigen im Sommer einen neuen Vertrag. Doch der Linksverteidiger konnte diese Chance nicht nutzen und ließ sich von den Neuzugängen Oliver Steurer und Sinan Özkara den Rang ablaufen. Walker erhielt nicht eine Bewährungsprobe und wird den Verein nach der Saison wohl verlassen. Transfer-Note: 5

Kevin Krystofiak (RWO U23):Das Oberhausener Eigengewächs wurde genau wie Walker als interner Neuzugang vorgestellt, kam allerdings wie erwartet nur sporadisch zum Einsatz. Für die Regionalliga-Spitze reicht es auf Dauer nicht. Transfer-Note: 4

Sinan Kurt (VfL Bochum II): Durch die schwere Verletzung von Robert Fleßers mussten die Verantwortlichen kurz vor dem Saisonstart handeln und landeten mit der Verpflichtung Sinan Kurts einen echten Transfercoup. Der 20-Jährige Mittelfeldspieler übertraf sämtliche Erwartungen und erarbeitete sich einen Stammplatz. Ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis hätte den Kleeblättern wohl kein anderer Spieler beschert. Einzig an seinem Torabschluss muss der Deutsch-Türke noch arbeiten. Transfer-Note: 1

David Gügör (Arminia Bielefeld U19): Ein weiterer Spieler aus der Low-Budget-Kategorie, der zu den positiven Überraschungen zählt. Der pfeilschnelle Linksaußen absolviert sein erstes Seniorenjahr und eignete sich dank seiner Dynamik perfekt als Joker von der Bank. 14 Mal ließ Zimmermann den 19-Jährigen bereits auflaufen, fünf Mal stand er sogar in der Startelf. Transfer-Note: 2

Marcel Stenzel (MSV Duisburg II): Der Ex-Dortmunder wurde Ende September als Ergänzung für das offensive Mittelfeld unter Vertrag genommen, brachte es bis zum Winter aber nur auf zwei Kurzeinsätze. Er wird sich in der Winter-Vorbereitung beweisen müssen. Ohne Note

Simon Engelmann (SC Verl): Der Neuzugang aus Verl wurde im Sommer als Oberhausens Königs-Transfer präsentiert. Immerhin kam er mit der Empfehlung von 16 Treffern von der Poststraße ins Ruhrgebiet. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten konnte Engelmann die hohen Erwartungen auch erfüllen. Neun Tore und drei Vorlagen machten ihn zu einem der erfolgreichsten Spieler der Liga. Der kompletteste Offensivspieler im RWO-Kader. Transfer-Note: 2+

Autor: Martin Herms

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