Der VfL Bochum hat eine turbulente Hinrunde hinter sich. RevierSport zieht Bilanz.

VfL Bochum

Auf- und Absteiger, Stärken und Schwächen

Günther Pohl
26. Dezember 2015, 14:07 Uhr

Der VfL Bochum hat eine turbulente Hinrunde hinter sich. RevierSport zieht Bilanz.

Aufsteiger:
Onur Bulut vollzog in der Sommervorbereitung einen beeindruckenden Wechsel vom Notnagel zum Stammspieler. Drei Pflichtspieltore sind für ihn Rekord. So gesehen der Überflieger der Hinrunde. Noch ein Youngster ist an dieser Stelle zu nennen. Janik Haberer wandelt auf den Spuren Michael Gregoritschs. Die Krux: Das weiß inzwischen ganz Fußball-Deutschland. Last, but not least ist Manuel Riemann zu nennen, der den verbalen Fauxpas von Andreas Luthe nutzen konnte und nun Stammspieler ist.

Absteiger:
Piotr Cwielong muss hier genannt werden. Er wurde nur sporadisch eingesetzt und schafft einfach den Spagat zwischen ordentlichen Trainingsleistungen und Spieleinsätzen nicht. Wirkt äußerlich zufrieden mit seiner Situation und beugt sich seinem Schicksal. Selim Gündüz, Tobias Weis und Jan Simunek stehen unfreiwillig in dieser Kategorie, denn erneute Verletzungen ließen ihnen nur die Möglichkeit, sporadisch zu agieren. Das Trio hofft auf ein Comeback in der Wintervorbereitung.

Prognose:
Ohne wenn und aber: Nach einem Jahr unter Gertjan Verbeek bleibt festzustellen, dass sich der VfL spielerisch und körperlich weiterentwickelt hat. Zur Pause ist man fünf Punkte und zehn Tore besser als im Vorjahr. Die Tendenz zeigt deutlich nach oben, obwohl die Mannschaft ihr Potenzial und ihre spielerische Überlegenheit nicht immer in Zählbares umwandeln konnte. Steigt die Effektivität, ist das Eingreifen in den Kampf um Platz drei nicht unmöglich.

Stärken:
Blitzstarter: Häufig kommen die Bochumer hellwach aus der Kabine. In der ersten Viertelstunde schlug die Verbeek-Elf sieben Mal zu und kassierte im selben Zeitraum nur zwei Gegentreffer.

Hinten keine Sorgen: Egal, ob Andreas Luthe oder Manuel Riemann – über die Qualität der Besetzung zwischen den Pfosten muss sich die Sportliche Leitung keine Gedanken machen. Was die RevierSport-Noten der beiden eindrucksvoll belegen.

„Fairness first“: Nur vier Klubs in der zweiten Liga kassierten weniger Gelbe Karten als die Bochumer (42). Zudem steht nach 19 Spieltagen keine einzige Rote Karte in der VfL-Teamstatistik. Lediglich Arvydas Novikovas flog in dieser Saison vom Platz - der Litauer sah beim 0:1 in Braunschweig die Gelb-Rote-Karte.

Schwächen:
Abhängigkeit vom Knipser: Simon Terodde ist mit zehn Toren mit Abstand der treffsicherste Bochumer – läuft es aber bei ihm nicht mit dem Tore schießen, geht der VfL meist sieglos vom Platz. Netzte der 27-Jährige nicht ein, konnte Bochum nur gegen Paderborn siegen. Dies immerhin aber gleich zweimal.

Immer wieder 1:1: Der VfL und sein Albtraumergebnis im heimischen rewirpowerSTADION – es scheint eine unendliche Geschichte zu werden. Im Vorjahr spielte der VfL vor heimischen Publikum siebenmal 1:1, in dieser Saison endeten schon wieder vier Heimspiele mit diesem Resultat.

Zuschauereinbruch: Die Euphorie zum Saisonstart ist verflogen. Begrüßte der VfL bis Ende Oktober in jedem Spiel über 20.000 Zuschauer, kamen zu den letzten drei Partien nur noch 13.590 (Berlin), 12.774 (Heidenheim) und 11. 479 (Paderborn).

Autor: Günther Pohl

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