Auch das dritte Straßenbahnderby der Saison zwischen den Krefeld Pinguinen und der Düsseldorfer EG konnten die Landeshauptstädter für sich entscheiden.

Krefeld - DEG

Dramatik pur im Rheinderby

18. Dezember 2015, 23:59 Uhr
Foto: Tillmann

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Auch das dritte Straßenbahnderby der Saison zwischen den Krefeld Pinguinen und der Düsseldorfer EG konnten die Landeshauptstädter für sich entscheiden.

Am Ende behielten die Gäste vor 6.046 Zuschauern im KönigPalast mit 2:1 die Oberhand. Genug Stoff für Diskussionen brachte aber vor allem die Schlusssekunde mit sich. Der vor wenigen Wochen nachverpflichtete KEV-Angreifer Mark Hurtubise hatte den Puck zwar im Düsseldorfer Tor untergebracht und brachte die Anhänger der Schwarz-Gelben für kurze Zeit zum Jubeln, das Schiedsrichterteam verweigerte dem Treffer allerdings die Anerkennung, da die Zeit wohl schon abgelaufen war. Die DEG feierte somit den siebten Sieg in Serie und stößt auf Tabellenrang drei vor, während die Seidenstädter weiterhin auf dem letzten Platz festkleben.

Die erneute Niederlage - insgesamt die achte in den letzten neun Spielen - nur am nicht gegebenen Ausgleich festzumachen, wäre aber zu einfach. Wieder einmal konnte vor allem die Krefelder Überzahl nicht überzeugen, das schlechteste Powerplay der Liga traf nur bei zwei Mann mehr auf dem Eis (Daniel Pietta zum zwischenzeitlichen 1:2, 34.), ließ aber weitere sechs Powerplaysituationen ungenutzt. Die Schussbilanz spricht Bände: 40 Mal schossen die Hausherren aufs Tor vom aufmerksamen DEG-Goalie Bobby Goepfert, aber nur einmal sprang dabei Zählbares heraus. Effektiver zeigte sich Rot-Gelb in Person von Ken-André Olimb, der einen Alleingang souverän verwandelte (14.) sowie Daniel Fischbuch, der nahezu ungestört durchs Krefelder Verteidigungsdrittel spazieren und den Puck infolgedessen versenken konnte (30.).

Eventuell müssen die Gastgeber zudem beim kommenden Heimspiel gegen Spitzenreiter Eisbären Berlin (Sonntag, 17.45 Uhr) auf Stürmer Yared Hagos verzichten. Der Schwede wurde in Spielminute 31 von Düsseldorfs Nationalverteidiger Bernhard Ebner mit einem Open-Ice-Hit - der mit einer Spieldauerstrafe sanktioniert wurde - niedergestreckt und konnte nicht mehr weiterspielen. KEV-Coach Franz Fritzmeier konnte aber leichte Entwarnung geben: "Ich habe mit ihm schon gesprochen, es sieht nicht so schlimm aus."

Viel vorwerfen wollte der Tölzer seinem Team nach Spielende nicht: "Wir waren erst nicht so wach, dann aber haben wir aus meiner Sicht 40 Minuten auf ein Tor gespielt. Gegen einen derart starken Gegner phasenweise so zu dominieren, ist aller Ehren wert. Das Ende war natürlich bitter", erklärte Fritzmeier. Dessen Pendant Christof Kreutzer sah "vielleicht nicht unser bestes Spiel der letzten Wochen, aber wir haben hart genug dafür gearbeitet, dass wir die drei Punkte mitnehmen können. Wir haben gut begonnen und das Spiel im Griff gehabt, dann ist Krefeld aber viel besser reingekommen."

Was Kreutzer ebenfalls verriet: Die DEG sucht bereits fieberhaft nach einem Ersatz für Stürmer Travis Turnbull, dessen Vertragsauflösung am Freitagmittag überraschend bekanntgegeben wurde. "Nachdem dies bekannt wurde, hatte ich direkt zahlreiche Mails von verschiedenen Agenten im Postfach. Es kann schnell gehen, aber auch noch ein wenig dauern."

Statistik:
Tore:
0:1 13:16 Olimb (Milley, Strodel)
0:2 29:26 Fischbuch (Davis, Kreutzer)
1:2 33:54 Pietta (Hurtubise, Collins) PP2

Zuschauer: 6046

Strafminuten: Krefeld 4, Düsseldorf 10 + Spieldauerdisziplinarstrafe Ebner

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