Die Entwicklung des MSV Duisburg und des VfL Bochum ging in den letzten Jahren auseinander. Einer, der beide Klubs immer verfolgt hat, ist Peter Közle.

Interview

Közle wünscht MSV den Derby-Sieg

19. Dezember 2015, 10:07 Uhr
Foto: firo

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Die Entwicklung des MSV Duisburg und des VfL Bochum ging in den letzten Jahren auseinander. Einer, der beide Klubs immer verfolgt hat, ist Peter Közle.

Das Derby zum Jahresabschluss könnte sowohl für den MSV Duisburg als auch den VfL Bochum ein richtungsweisendes Spiel sein. Für den MSV stellt sich die Frage, ob der Anschluss an die Nichtabstiegsplätze hergestellt werden kann. Die Bochumer wollen nach einem kurzen Formtief oben dran bleiben. Einer, der beide Klubs gut kennt, ist Peter Közle. Durch beide Klubs hat er im Pott seine neue Heimat gefunden. Sein Herz schlägt für Bochum, was aber weniger mit dem Verein zu tun hat.

Peter Közle, wie haben Sie die Entwicklung der beiden Klubs in den letzten Jahren wahrgenommen?
Also beim MSV waren die letzten Jahre ja sehr dramatisch. Der Lizenzentzug war schon sehr traurig. Ich bin damals mit der Band zum Stadion gefahren und wir haben dort das „Duisburg-Lied“ gespielt. So konnte ich auch irgendetwas zu den Fan-Aktionen beitragen. Ich war schon sehr enttäuscht, dass ein Verein wie der MSV absteigen musste. Die 3. Liga ist eine Schweine-Liga. Hut ab, dass der Verein da wieder rausgekommen ist.

Und beim VfL?
Bochum hatte Glück, dass sie nicht in die 3. Liga abgestiegen sind. Aber dann sind sie auch Jahre lang stehengeblieben. Mit Gertjan Verbeek ist jetzt frischer Wind reingekommen, er hat wieder Zug reingebracht. Nur in dieser Saison treten sie aktuell schon wieder auf der Stelle. Vielleicht hat das Spiel gegen Paderborn ja die Knoten zum Platzen gebracht.

Die letzten Jahre beim MSV duisburg waren ja sehr dramatisch
Peter Közle

Sie kennen beide Klubs gut, welcher Verein steht Ihnen näher
Da bin ich absolut näher an Bochum dran, zumal ich ja dort auch Trainer in der Fußballschule bin. Allerdings ist es nicht so, dass mein Herz eher für den einen Klub als für den anderen schlägt. Ich habe mich einfach in die Stadt Bochum verliebt. Ich habe in Amerika gelebt, in Australien, aber es war immer klar: In Bochum werde ich mein Leben verbringen.

Der MSV war Ihre erste Anlaufstation hier im Ruhrgebiet, in Bochum sind Sie richtig heimisch geworden. Was macht die beiden Klubs aus? Gibt es Gemeinsamkeiten oder Unterschiede?
Das ist wirklich schwer zu beantworten. Was ich aber sowohl in Duisburg als auch in Bochum immer gemocht habe, war die familiäre Atmosphäre, in der ich mich immer wohl gefühlt habe. Und was beide Klubs vielleicht auch gemeinsam haben, ist das Gespür der Fans, die immer dann da sind, wenn sie gebraucht werden. Vielleicht gibt es nicht diese absolute Begeisterung, aber wenn der Verein sie braucht, dann sind sie da.

Ich habe in Amerika gelebt, in Australien. Aber es war immer klar: In Bochum werde ich mein Leben verbringen
Peter Közle

Ist der VfL Bochum reif für den Aufstieg in die erste Bundesliga?
Der VfL kann froh sein, dass er da oben mitgeschnuppert hat. Der Saisonstart war wirklich gut und auch verdient, aber der Aufstieg würde noch ein bisschen zu früh kommen. Vor allem, weil auch das Geld fehlt. Wenn sie sich jetzt da oben stabilisieren, Sponsoren anlocken und den Etat erhöhen können, dann können sie vielleicht in zwei Jahren wieder an die Bundesliga denken.

Was erwarten Sie vom Spiel am Sonntag?
Bochum wird das Spiel wahrscheinlich ein bisschen leichter fallen, weil sie nervlich nicht so angespannt sind. Ich drücke beiden die Daumen, aber ich wünsche mir, dass der MSV die drei Punkte zu Hause behält. Duisburg braucht sie dringender, deswegen wäre ich nicht sauer, wenn die Zebras gewinnen. Ich hoffe natürlich sehr, der MSV den Klassenerhalt schafft. Aber wer die 3. Liga übersteht, der wird ja wohl auch die zweite Liga packen.

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