Der Rasen sah beim Schlusspfiff nach harter Arbeit aus. Zerfurcht und schwer geschädigt von einem Spiel, das eine Stunde lang eine eher kämpferische Veranstaltung war.

Dortmund auch im Pokal weiter

Reifes 2:0 in Augsburg

Daniel Berg
16. Dezember 2015, 22:28 Uhr
Foto: firo

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Der Rasen sah beim Schlusspfiff nach harter Arbeit aus. Zerfurcht und schwer geschädigt von einem Spiel, das eine Stunde lang eine eher kämpferische Veranstaltung war.

So hatte Thomas Tuchel, der Trainer von Borussia Dortmund, die Achtelfinal-Partie beim FC Augsburg erwartet. Und es fehlte nicht viel, dann wären innerhalb dieser ersten Stunde Dinge geschehen, die den Weg des westfälischen Fußball-Bundesligisten zum angepeilten Finale in Berlin unendlich lang hätten werden lassen. Doch am Ende feierte der BVB einen letztlich souveränen und verdienten 2:0 (0:0)-Sieg in Süddeutschland und steht im Viertelfinale des nationalen Cup-Wettbewerbs. Dank zweier Männer, auf die immer Verlass ist. Also meistens: Pierre-Emerick Aubameyang und Henrikh Mkhitaryan.

Die beiden Dortmunder Offensivkönner schossen innerhalb von nur fünf Minuten den Sieg heraus. Lukasz Piszczek setzte stark nach und erzwang einen Abspielfehler in der Augsburger Deckung - und Aubameyang setzte den Ball aus zwölf Metern in die linke obere Ecke. Es war wettbewerbsübergreifend sein 27. Pflichtspieltor für den BVB in der laufenden Saison. Ein ganz beachtlicher Wert des Torjägers, der die Partie im rechten Mittelfeld begann, weil sein Kumpel Marco Reus verletzt fehlte und Adrian Ramos in die Sturmspitze beordert wurde.

Die Dortmunder Fans hatten gerade zuende gefeiert, da gab es einen neuen Adrenalinschub. Henrikh Mkhitaryan zog von links in die Mitte und traf aus 18 Metern flach ins Augsburger Tor. Jubelnd drehte der Armenier ab und ließ sich vor der schwarz-gelben Tribünenecke feiern. Am Sonntag in der Bundesliga gegen Frankfurt (4:1) hatte er noch zwei absurd klare Chancen vergeben und angekündigt, sich für die anschließenden aufmunternden Rufe der Fans mit einem Tor bedanken zu wollen. Eigentlich vor der Südtribüne im eigenen Stadion, aber dort in Augsburg machte er schonmal einen Anfang.

Es war die Vorentscheidung in dieser Partie, die ereignisarm begann. Augsburg kam ein bisschen besser ins Spiel, Jan Moraveks (8.) Versuch im Strafraum wurde abgeblockt, Ja-Cheol Koo schoss über das Tor (11.). Die Borussia benötigte ein wenig Anlaufzeit. Lukasz Piszczek sorgte nach einer Ecke für erste zarte Gefahr mit einem Kopfbällchen, das allerdings ohne große Not von der Linie geschlagen wurde (18.). Danach hoppelte das Spiel vor sich hin wie der Ball über den morastigen Rasen, ehe sich Raul Babadilla (35.) für Augsburg und Julian Weigl (37.) für den BVB erfolglos versuchten. Die einzige Szene in der ersten Halbzeit, die die Zuschauer aus dem Dämmerzustand riss, ereignete sich fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff, als Mkhitaryan in den Lauf von Aubameyang passte, dieser aber mit seinem Schuss an Augsburgs Keeper Marwin Hitz scheiterte.

Doch dann nahm die Begegnung jenes Tempo auf, das man an solchen Pokalabenden so häufig zu sehen bekommt. Dortmund drängte jetzt deutlich mehr nach vorn. Gonzalo Castro schoss auf die Fäuste von Hitz (47.), Mats Hummels köpfte eine Freistoß-Flanke aus fünf Metern über das Tor (48.) und Sokratis drosch eine flache Hereingabe Richtung Stadiondach (53.). Auf der Gegenseite tauchte Bobadilla frei vor Dortmunds Keeper Roman Bürki auf, schoss den Schlussmann aber an (56.). Das war das letzte Mal, dass sich der FCA Hoffnungen auf ein Weiterkommen machen durfte. Denn dann kamen Aubameyang und Mkhitaryan.

Autor: Daniel Berg

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