Fremdgeher werden in der Regel von ihren Partnern mit der Trennung bestraft. Jetzt kann auch Max Wilschrey ein Lied davon singen.

SC Wiedenbrück

Stürmer muss nach "Seitensprung" gehen

Krystian Wozniak
15. Dezember 2015, 13:04 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Fremdgeher werden in der Regel von ihren Partnern mit der Trennung bestraft. Jetzt kann auch Max Wilschrey ein Lied davon singen.

Der 19-jährige gehört ab sofort nicht mehr zur Mannschaft des SC Wiedenbrück. Der Verein kündigte den bis zum 30. Juni 2017 gültigen Vertrag. [person=9137]Wilschrey[/person] musste die Entlassung hinnehmen und unterschreiben. Etwas anderes blieb ihm nach seiner Fremdgeh-Aktion auch nicht übrig.

Wir haben das aus der Zeitung erfahren und waren perplex. Das geht doch nicht. Er steht bei uns unter Vertrag und macht so etwas. Ein absolutes No-Go, ein Unding
Alfons Beckstedde

Der gebürtige Bremer, der im Januar 2015 von Arminia Bielefeld nach Wiedenbrück gewechselt war, hatte zum wiederholten Male für den Futsal-Regionalligisten UFC Paderborn gekickt. Dumm nur, dass der SC Wiedenbrück Wilschrey das strikt untersagt hatte. Dieser hatte schon am 21. November ohne Erlaubnis des SCW sein Debüt für den UFC gefeiert und sofort vier Tore erzielt. "Wir haben das aus der Zeitung erfahren und waren perplex. Das geht doch nicht. Er steht bei uns unter Vertrag und macht so etwas. Ein absolutes No-Go, ein Unding", sagt Wiedenbrücks Trainer Alfons Beckstedde gegenüber RevierSport. Der Ärger der Wiedenbrücker sollte noch größer werden. Denn eigentlich hatte es der SCW bei Wilschreys erstem Fremdgeh-Versuch noch bei einer Ermahnung belassen und verzichtete auf arbeitsrechtliche Schritte. "Der Junge ist 19 und da macht man manchmal dummes Zeug. Jeder hat eine zweite Chance verdient. Max hat uns hoch und heilig versprochen, dass das nicht mehr vorkommt", erklärt Beckstedde. Vertrauen ist gut, aber Kontrolle noch besser. Das wissen auch die Wiedenbrücker.

Ich sehe das alles mit einem weinenden und lachenden Auge
Max Wilschrey

Doch was machte Wilschrey am Samstag, 5. Dezember? Richtig, er spielte wieder Futsal für den UFC Paderborn und erzielte vor 350 Zuschauern auch noch zwei Treffer. Unglaublich, aber wohl wahr: Nach Informationen der Zeitung "Neue Westfälische" soll der UFC Paderborn alles unternommen haben, um Wilschreys wiederholten Seitensprung zu vertuschen. Der Verein soll die "Neue Westfälische" nicht nur gebeten haben, Wilschrey bei der Berichterstattung nicht zu erwähnen, sondern auch noch die Aufstellung im Amateurfußballportal "fupa.net" zu fälschen. Zudem soll der Verein die selbst erstellte Bilderstrecke auf "fupa" und facebook, mit Fotos auf denen Wilschrey zu sehen war, entfernt haben. "Das ist schon eine unglaubliche Story. Wir haben das aber alles aus sicherer Quelle erfahren und sogar Fotomaterial davon in der Hand gehabt. Nach diesem Vorfall konnte es keine Entschuldigung mehr geben. Das hat auch Max so eingesehen und wir haben uns letztendlich getrennt", sagt Beckstedde.

Wilschrey selbst erklärte gegenüber RS: "Ich sehe das alles mit einem weinenden und lachenden Auge. Klar, ich war ein bisschen blöd, dass ich meinen Vertrag so leichtfertig aufs Spiel gesetzt habe. Auf der anderen Seite bin ich jetzt frei für andere Vereine und es sind auch schon interessante Anfragen aus der Regionalliga West und Nord gekommen. Fest steht, dass ich ab Januar wieder unter Vertrag stehen und nicht mehr Futsal spielen werde."

Autor: Krystian Wozniak

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