Torwart Marcel Johns stammt aus der Westfalia-Jugend und ist am Sonntag mit Wanne-Eickel beim SCW zu Gast.

DSC Wanne-Eickel

Johns freut sich auf die Rückkehr

Philipp Ziser
11. Dezember 2015, 14:33 Uhr
Foto: Olaf Krimpmann

Foto: Olaf Krimpmann

Torwart Marcel Johns stammt aus der Westfalia-Jugend und ist am Sonntag mit Wanne-Eickel beim SCW zu Gast.

Wenn am Sonntag der SC Westfalia und der DSC Wanne-Eickel ins Stadion am Schloss einlaufen, werden mehrere Spieler dabei sein, die bereits sowohl Gelb-Schwarz als auch Blau-Weiß getragen haben. [person=20442]Peter Rios[/person] zum Beispiel, der im vergangenen Winter von Herne nach Wanne-Eickel wechselte. Oder [person=9822]Enes Kaya[/person], der im Sommer den umgekehrten Weg vom Mondpalast ans Schloss ging. Und [person=4241]Marcel Johns[/person]. Der Torwart entstammt der SCW-Jugend, spielte für Wanne-Eickel, kehrte zur Westfalia zurück – und steht seit zwei Jahren wieder im DSC- Tor.

Nach einem Jahr bei den SCW-Senioren verschlug es den 19-Jährigen Johns 2004 zunächst an den Niederrhein. Über Adler Osterfeld, RW Oberhausen und ETB Schwarz-Weiß Essen kehrte er Anfang 2009 in seine Heimatstadt zurück – aber nicht zum SCW, sondern zum gelb-schwarzen Nachbarn.

„Willi Koppmann hat mich zum DSC geholt“, erinnert sich Johns, „das war eine richtig gute Zeit. Wir hatten eine geschlossene Mannschaft und treffen uns auch heute noch. Hakan Cimsit hat uns zum Beispiel letztens erst zu seiner Hochzeit eingeladen.“

Die Ära Koppmann endete in Wanne-Eickel 2010, ein Jahr später ging Johns dann für eine Saison zum TV Jahn-Hiesfeld, um schließlich zu seinem Jugendverein zurück zu wechseln: „Als ich nach der Jugend von Westfalia weggegangen bin, war es immer geplant, noch einmal zurückzukehren.“

Klassenerhalt mit dem Bruder geschafft

Erfolgreich: Mit Marcel Johns im Tor und seinem Bruder Christian in der Zentrale schaffte Westfalia 2013 den Klassenerhalt in der Oberliga am letzten Spieltag. Genau wie im Sommer drauf – da war Johns allerdings schon nicht mehr dabei. Als Jörg Silberbach, Trainer des damaligen Oberligisten, im Herbst 2013 entlassen wurde, verließen einige Spieler den Verein, auch Johns.

Es folgte die nächste Rückkehr: Der DSC Wanne-Eickel suchte in der Winterpause einen Torwart, fragte bei Johns an: „Als Jörg Kowalski mich angerufen hat, musste ich nicht lange überlegen.“ Seine gute erste Zeit beim DSC in Erinnerung sagte Johns zu und hütet nun seit zwei Jahren das Tor der Wanne-Eickeler. Und das ziemlich erfolgreich. In der vergangenen Saison dirigierte Johns die beste Abwehrreihe der Liga und trug so einen entscheidenden Teil dazu bei, dass Wanne-Eickel sich lange Hoffnungen auf den Aufstieg in die Oberliga machen durfte.

Das war vor einem halben Jahr, mit entsprechenden Ambitionen startete Wanne-Eickel in die neue Saison. Viele rechneten mit einem Zweikampf an der Tabellenspitze – der am heißesten gehandelte Mitfavorit war ausgerechnet der frisch aus der Oberliga abgestiegene Lokalrivale SC Westfalia.

Am Sonntag treffen sich die beiden zum Rückrundenauftakt, von der Aufbruchsstimmung des Sommers ist in Wanne-Eickel und Herne nur noch wenig zu spüren. Die Tabellenspitze ist weit, weit weg, die Abstiegszone näher, als einem lieb sein kann. Johns sieht die Lage so: „Die Liga war schon über mehrere Jahre sehr ausgeglichen. Wenn man mal Kaan-Marienborn ausnimmt, ist die einzige Konstanz die Inkonstanz.“ Beim DSC habe das verschiedene Gründe, so Johns, der auch Teil des Mannschaftsrats ist. In der Winterpause wolle man die Probleme angehen. Denn zumindest Platz zwei ist ja noch in Reichweite: „Mit zwei oder drei Siegen in Folge kann wieder dran sein, man rutscht aber auch schnell ab. Jeder kann jeden schlagen, man muss aufpassen.“

Eine Prognose fürs Derby könne man deshalb zwar nicht abgeben, so Johns, aber: „Ich hoffe, dass das Spiel stattfindet. Wir wollen nicht mit dem 2:6 gegen Erndtebrück in die Winterpause gehen. Und wir werden alles daran setzen, zu gewinnen. Nach dieser Niederlage auch das Derby zu verlieren, wäre natürlich extrem bitter.“

Dass die Begegnung zwischen SCW und DSC auch ohne prickelnde Tabellensituation ein besonderes Spiel ist, ist klar: „Nicht, weil es gegen den Ex-Verein geht. Ich kenne bei Westfalia nur noch Dennis Weßendorf. Aber es ist ein Derby und die Leute nehmen es an, wie man beim Hinspiel gesehen hat.“

650 Zuschauer trotzten da dem Wanne-Eickeler Sommerregen. Ob am Sonntag wieder so viele kommen? Auch die Westfalia-Fans denken wohl wie Johns: „Schön, dass es das Derby nach Jahren endlich wieder in der Meisterschaft gibt.“

Autor: Philipp Ziser

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