Jetzt ist die Müdigkeit weg. Endlich. Volle Konzentration, enge Ballführung. Brian Wolff ist mittendrin.

Schalke

So sieht der Tag eines U15-Spielers aus

RS
10. Dezember 2015, 14:07 Uhr
Foto: RevierSport

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Jetzt ist die Müdigkeit weg. Endlich. Volle Konzentration, enge Ballführung. Brian Wolff ist mittendrin.

Eine schnelle Ballannahme, dann ein kurzes Dribbling und direkt weiter zum Mitspieler. Von außen kommen laute Kommandos. Sein Trainer ist zufrieden.

Brian Wolff spielt im U15-Team von Schalke 04. Parallel geht der 14-Jährige in die neunte Klasse der Gesamtschule Berger Feld – nur wenige Meter vom Trainingsgelände entfernt. Damit ist er einer von rund 60 Fußballern, die Tag für Tag den Spagat zwischen Leistungssport und Schullalltag meistern. Brian gehört zum Großteil der Fußballer, die aus ihrer Heimat nach Gelsenkirchen pendeln. Jeden Morgen bringt ihn der Schalke-Fahrdienst von Bergkamen zur Gesamtschule Berger Feld. „Ich bin schon sehr müde, aber das kommt im Laufe des Tages“, murmelt Brian Wolff leise.

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Vor ihm liegt ein langer Tag: Unterricht, Schultraining, Nachhilfe, Mannschaftstraining. Klassenlehrer Mike Dierig weiß um die große Belastung seines Schülers: „Während die anderen Schüler in der dritten und vierten Stunde im Unterricht sitzen, steht Brian auf dem Fußballplatz.“ Die versäumten Stunden muss er gemeinsam mit den anderen Leistungssportlern nachmittags nachholen – im sogenannten Kompensationsunterricht. „Dort fördern wir unsere Fußballtalente individuell und vermitteln ihnen die Inhalte aus den verpassten Hauptfächern“, so Dierig, der den Sport in der Unterstufe koordiniert.

Bevor es für Brian abends mit seiner Mannschaft auf den Fußballplatz geht, kann er sich noch kurz ausruhen. Dafür gibt es in der Gesamtschule einen „Schalke-Raum“ für junge Leistungssportler. Hier können sich die Nachwuchsfußballer zurückziehen und Kraft tanken, aber auch gemeinsam kickern oder Tischtennis spielen. „Unser Schalke-Raum ist eine Besonderheit. Die Jungs haben ihre Privatsphäre - ohne Trainer und ohne Lehrer“, erzählt Thomas Kaiser, Mentor am Berger Feld. Der Arbeitspädagoge kümmert sich um die Probleme und Ängste der Spieler: „Ich bin kein Trainer und kein Lehrer, sondern eine Vertrauensperson, mit der sie über ihre Sorgen reden können.“ Brian weiß das Rundum-Wohlfühl-Paket zu schätzen. Seine sportlichen Ziele hat das Stürmertalent klar vor Augen: „Ich möchte nächstes Jahr in der U16 Fuß fassen und dort Stammspieler werden.“ Schritt für Schritt. Mit voller Konzentration.

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Schule und Verein sorgen dafür, dass sich Brian in Ruhe entwickeln kann. Eine Kooperation, die in der Vergangenheit Früchte getragen hat und das Berger Feld besonders stolz macht. „Diese Zusammenarbeit ist ein herausragendes Merkmal unserer Schule“, betont Schulleiter Jochen Herrmann. In den letzten zehn Jahren haben 24 Spieler von der Gesamtschule Berger Feld den Sprung in die Fußball-Bundesliga geschafft.

Autor: RS

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