Der Fall Andreas Luthe hält Bochum in Atem. Ein Kommentar zur Beurlaubung und Zukunft des Keeper beim VfL.

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Kommentar zur Beurlaubung von Andreas Luthe

09. Dezember 2015, 14:29 Uhr
Foto: firo

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Der Fall Andreas Luthe hält Bochum in Atem. Ein Kommentar zur Beurlaubung und Zukunft des Keeper beim VfL.

Der Fall Andreas Luthe - kein Thema hat die VfL-Fans in den letzten Tagen so in Aufregung versetzt und zu den unterschiedlichsten Reaktionen im Netz geführt.

Unstrittig ist dabei, dass der Keeper einen Fehler begangen hat. Seine Enttäuschung über eine Nichtberücksichtigung in der Startelf via Facebook in die Welt zu posaunen, ist schon an sich nicht in Ordnung. Doch dies vor so einem wichtigen Heimspiel wie dem gegen Heidenheim zu posten, das ist ein absolutes No-Go. Man stelle sich einmal vor, jeder Spieler, der an einem Wochenende keine Berücksichtigung seines Trainers in der Startformation findet, würde den gleichen Weg gehen wie Luthe in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Undenkbar, das Chaos wäre vorprogrammiert. Vor lauter Stellungnahmen und Dementis würde der Spielbetrieb in den Hintergrund geraten, müssten Spieltage abgesetzt werden, bis die Vereine alle Vergehen geahndet hätten.

In Bochum sind sie mit der Situation relativ vernünftig umgegangen. Hätte man Luthe am Sonntag ein Kabinenverbot erteilt oder ihn aus dem Kader geworfen, wären unmittelbare Auswirkungen auf das Nervenkostüm der Mannschaft fast zwangsläufig gewesen. Darauf hat man bewusst verzichtet, hat Luthe im Kader belassen, um dann nach einem freien Tag sachlich zu entscheiden, wie das Thema Luthe behandelt werden kann.

Seine Beurlaubung bis zum 4. Januar ist kein Rauswurf, sondern wie auch in der offiziellen Stellungnahme des Klubs beschrieben, eine Denkpause für den Schlussmann. Auch wenn weitere Aussagen seitens der Verantwortlichen ausblieben und der langjährige Torwart beharrlich schweigt, kann man zum jetzigen Stand davon ausgehen, dass Luthe am 4. Januar zum Start der Vorbereitung auf die Rückrunde wieder ganz normal beim VfL trainieren und - wenn die Leistung stimmt - ganz sicher auch eine Chance in der Vorbereitung erhalten wird.

Die Spekulationen, der Schlussmann würde bald nicht mehr das VfL-Trikot tragen, sind zwar nicht auszuräumen, doch sie sind vage. Das hat auch nichts damit zu tun, dass der Vertrag zum Saisonende ausläuft. Zwar ist der Fußball ein schnelllebiges Geschäft, doch ist es zur Stunde unvorstellbar, dass der Klub Luthe in der Winterpause ablösefrei ziehen lässt, um dann einen neuen Torwart zu verpflichten. Sollte Luthe sich über den Jahreswechsel allerdings entscheiden, den Verein vorzeitig verlassen zu wollen, dürfte der VfL die Freigabe nur erteilen, wenn der Verein einen Ersatz im Auge hat und eine angemessene Ablöse die Entscheidung erleichtern würde.

Aktuell spricht vieles dafür, dass Luthe bis zum Ende der Saison das Bochumer Trikot tragen wird. Ob er allerdings auch spielt, das entscheidet allein der Trainer...

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