Die aktuelle Saison der Frauen-Bundesliga nähert sich mit großen Schritten der Halbzeit und die SGS Essen mischt weiter oben mit. Zeit für ein Zwischenfazit.

SGS Essen

In Reichweite zu den Topteams

Christian Lock
09. Dezember 2015, 12:07 Uhr
Foto: Kristina Steffens

Foto: Kristina Steffens

Die aktuelle Saison der Frauen-Bundesliga nähert sich mit großen Schritten der Halbzeit und die SGS Essen mischt weiter oben mit. Zeit für ein Zwischenfazit.

Vielleicht war für den wachsamen Beobachter schon vor der Saison abzusehen, dass die SGS in diesem Jahr noch ein kleines Stück wird zulegen können, schließlich konnte nahezu die komplette Mannschaft zusammengehalten und punktuell sogar noch verstärkt werden. "Es war schon unser Anspruch den nächsten Step zu machen", bestätigt auch SGS-Coach Markus Högner, dass der derzeitige Erfolg nicht völlig unerwartet über seine Mannschaft hereingebrochen ist.

Neuzugänge wie die Weltmeisterin Kozue Ando oder auch Nina Brüggemann stellten sich als sinnvolle Ergänzungen des ohnehin schon vielversprechenden jungen Kaders heraus. Nach langer Verletzung hinkt Erstere zwar immer noch ein wenig ihrer Topform hinterher, Högner sieht die Japanerin aber auf dem besten Weg: "Sie tastet sich langsam ran und macht das super." Von Abwehrspielerin Nina Brüggemann ist der Coach bereits jetzt hellauf begeistert: "Sie ist voll eingeschlagen und hat den Abgang von Dominique Janssen mehr als ausgeglichen."

Gerade weil die SGS ein Team um vorwiegend junge Spielerinnen aufbaut, ist für die Zukunft noch einiges von den Essenerinnen zu erwarten. In gewisser Weise hat die Zukunft für die SGS sogar schon jetzt begonnen. "Die ein oder andere Spielerin hat im Vergleich zum Vorjahr den nächsten Entwicklungsschritt gemacht", meint Högner und deutet damit auch indirekt an, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. Überzeugt vom Potential seiner Mädels ist der SGS-Coach sowieso: "Wir sind schon jetzt auf Reichweite zu den Topteams." Högners Aussage ist dabei keinesfalls aus der Luft gegriffen, vielmehr bestätigen die engen Begegnungen gegen die Spitzenmannschaften, dass sich sein Team durchaus auf Augenhöhe mit der Elite der Liga befindet. "Der nächste Schritt sollte dann sein, auch Spiele wie die gegen Wolfsburg, Potsdam oder Bayern München für uns zu entscheiden", so Högner.

Da die SGS schon die Vorsaison mit einem hervorragenden fünften Tabellenplatz beschloss, bedeutet eine Leistungssteigerung fast schon konsequenterweise entweder einen Platz unter den Top-Vier der Liga oder alternativ die punktetechnische oder leistungsmäßige Annäherung an die Spitzengruppe. Derzeit sieht es so aus, als könnten die Essenerinnen beides erreichen. Kurz vor der Winterpause steht die SGS auf dem vierten Rang. Die Punktedifferenz zum Tabellenzweiten aus Wolfsburg beträgt gerade einmal drei Punkte. Natürlich auch begünstigt durch den Katastrophenstart der Postdamer, konnten die Essenerinnen die Turbine bislang weit hinter sich lassen.

Einzig der FC Bayern scheint sich aus einer anderen Dimension in die Frauen-Bundesliga verirrt zu haben. Doch selbst gegen die Übermannschaft der Liga machte die SGS vergangene Woche eine ausgesprochen gute Figur. Nur zwei Minuten trennten die Essenerinnen von einem Punkt in München und das, obwohl Högners Mädels mehr als eine halbe Stunde in Unterzahl zu überstehen hatte. Die Zwischenbilanz könnte für die SGS Essen also kaum besser ausfallen und das sieht auch ihr Coach so: "Wenn wir in der Rückrunde die Leistung aus der ersten Saisonhälfte bestätigen können, dann bin ich guter Dinge und sehe das Ganze positiv."

Autor: Christian Lock

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