Irres Ende eines hart umkämpften Spitzenspiels:

BVB

Irres Ende eines hart umkämpften Spitzenspiels

Daniel Berg
05. Dezember 2015, 20:45 Uhr
Foto: firo

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Irres Ende eines hart umkämpften Spitzenspiels:

Mit seinem Treffer Sekunden vor dem Schlusspfiff sicherte [person=1710]Shinji Kagawa[/person] mit seinem Tor den 2:1-Sieg von Borussia Dortmund beim VfL Wolfsburg. Kurz zuvor war erst der Ausgleich für den VfL gefallen. Der BVB hat in der Fußball-Bundesliga nun neun Punkte Vorsprung auf den dritten Platz.

Der späten Anpfiffzeit am Samstag war zu verdanken, dass der BVB schon sehr genau wusste, dass das Tabellenbild bei einem eigenen Sieg in Wolfsburg deutlich hübscher ausgestaltet wäre als zuletzt, weil Gladbach die Bayern geschlagen hatte und es Schwarz-Gelb gegen die Wölfe selber in der Hand hatte, den Vorsprung zu vergrößern. Doch für diesen Auftrag musste Dortmunds Trainer Thomas Tuchel seine Mannschaft großflächig umbauen. Für die erkrankten Mats Hummels und Sokratis schickte er Sven Bender und Neven Subotic in die Innenverteidigung, Matthias Ginter als weiterer zweikampfstarker Spieler fand seinen Platz im defensiven Mittelfeld. Gonzalo Castro rückte für Shinji Kagawa in die Startelf.

Trotz der vielen Umstellungen startete Dortmund prächtig in die Partie. Nicht einmal drei Minuten waren gespielt, als Ilkay Gündogan einen Freistoß aus 22 Metern an die Latte zirkelte. Sekunden später musste VfL-Torwart Diego Benaglio einen Kopfball von Lukasz Piszczek über das Tor lenken (4.). Die folgende Ecke brachte wieder Gefahr: Bender setzte eine Hereingabe von Henrikh Mkhitaryan aus kurzer Distanz an die Latte. Und der BVB blieb dran: Nach einem Pass von Marco Reus tauchte Piszczek frei vor dem Wolfsburger Tor auf, versuchte aber einen Querpass statt einen Torschuss. Keine zehn Minuten gespielt, vier gute Borussen-Chancen, aber kein Treffer.

Fortan jedoch wich der Anfangselan aus der Begegnung. Die Mannschaft von Dieter Hecking bekam die Partie besser in den Griff, ohne jedoch selber größeren Willen für einen eigenen Torerfolg zu entwickeln. Den besten, wenn auch zaghaften Versuch steuerte Andre Schürrle bei, der von links in die Mitte zog, aber am Tor vorbei schoss (31.) Mitten hinein in die Phase, in der Wolfsburg besser zu werden schien, machte der BVB seinen Führungstreffer. Mkhitaryan luchste dem allzu sorglosen VfL-Verteidiger Naldo 30 Meter vor dem Tor den Ball ab, Reus nahm ihn auf, umkurvte Benaglio und traf. 1:0 nach 32 Minuten für den BVB. Doch nicht nur vorn stellte Mkhitaryan seinen Wert unter Beweis: Einen Kopfball von Naldo nach einer Ecke klärte der Armenier auf der eigenen Torlinie und rettete den Vorsprung in die Kabine.

Wolfsburg setzte nun mehr auf Offensive. Bas Dost kam ins Spiel und war nach einer Stunde Spielzeit einer von zwei Hauptakteuren einer kuriosen Szene. Der andere: Roman Bürki. Der BVB-Torwart spielte dem gegnerischen Stürmer den Ball in den Fuß, Dost hatte die Möglichkeit quer auf Draxler zu spielen, entschied sich aber für den Schuss in die kurze Ecke, weil Bürki diese absichtlich geräumt hatte, um dann doch dort hin zu springen. Seinen Fehler hatte Bürki damit wieder ausgebügelt.

Doch nun stand er binnen kürzester Zeit gehörig unter Beschuss. Christian Träsch versuchte sich aus 20 Metern, Bürki wehrte mit den Fäusten ab. Allerdings: Direkt vor die Füße von Draxler, der abzog, aber an einem nun formidablen Torwart scheiterte (62.). Ähnlich erging es Ricardo Rodriguez Sekunden später mit seinem Versuch aus knapp 30 Metern. Wolfsburg wirkte nun entschlossen, Dortmund verunsichert - und durchlässig in der Deckung. Schürrles brandgefährlichen Pass vor das Tor grätschte Bender im letzten Augenblick weg (73.), und auch den Kopfball-Lupfer von Vieirinha schlug Bender von der Linie (80.). Und der BVB? Fand offensiv kaum noch statt. Die beste weil einzige Chance vergab Pierre-Emerick Aubameyang, der eine halbhohe Flanke Mkhitaryans über das Tor stocherte (78.).

Doch die Partie hatte noch eine Schlusspointe übrig. Als Wolfsburg schon kaum noch mit dem Ausgleich rechnete, dribbelte Schürrle in den Dortmunder Strafraum und wurde von Piszczek am Trikot gezogen. Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter - und Rodriguez verwandelte sicher. Aus neun Punkten Vorsprung auf den dritten Platz wurden aus Dortmunder Sicht binnen Sekunden sechs. Doch Schwarz-Gelb setzte noch einmal nach - und jubelte plötzlich doch noch einmal. Mkhitaryan hatte den Ball von links vor das Wolfsburger Tor gebracht und Kagawa den Ball versenkt. Das verrückte Ende eines hart umkämpften Spitzenspiels.

Autor: Daniel Berg

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