In München findet am Wochenende das Topspiel der Frauenfußball-Bundesliga statt. Die SGS Essen fordert auf gegnerischem Terrain den FC Bayern München heraus.

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Knackt die SGS die Unschlagbaren?

Christian Lock
04. Dezember 2015, 17:37 Uhr
Foto: Tillmann

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In München findet am Wochenende das Topspiel der Frauenfußball-Bundesliga statt. Die SGS Essen fordert auf gegnerischem Terrain den FC Bayern München heraus.

Nach dem fantastischen Auftritt der SGS Essen gegen den SV Werder Bremen und einer Woche Regenerationspause müssen die Mädels um Coach Markus Höger nun zum amtierenden Spitzenreiter nach München reisen. Keine leichte Aufgabe für die Essenerinnen.

Exakter ließe sich hier sogar schon von einer wahren Herkulesaufgabe sprechen. Denn die Bayern-Ladies stehen ihrem männlichen Pendant in jüngster Vergangenheit in so gut wie nichts nach. Die Hinrunde der Frauenbundesliga nähert sich dem Ende und der FC Bayern hat noch nicht eine einzige Niederlage einstecken müssen. Da werden Erinnerungen an die Bundesligasaison 2014/2015 wach, in der sich die Münchenerinnen letztlich komplett ungeschlagen den Meistertitel sichern konnten. Saisonübergreifend kann der FC Bayern inzwischen also auf eine unglaubliche Serie von 32 ungeschlagenen Partien in Folge zurückblicken. Und damit nicht genug, haben die Münchener Mädels in den zurückliegenden Spielen der aktuellen Saison gerade einmal zwei Tore kassiert.

Viel zu verlieren haben die Essenerinnen angesichts einer derart erdrückenden Statistik am Sonntag dementsprechend wahrscheinlich nicht, was sie immerhin in die angenehme Lage versetzt, frei aufspielen zu können. "Das kann man so sagen", bestätigt SGS-Coach Höger. Herschenken will er die Punkte deshalb aber noch lange nicht: "Letztes Jahr haben wir es zu Hause geschafft, gegen die Münchenerinnen einen Punkt zu ergattern und ich bin schon auch selbstbewusst genug zu behaupten, dass wir durchaus das Zeug dazu haben, in München für eine Überraschung zu sorgen."

Da auch die unmittelbare Konkurrenz um die Spitzenplätze ausgesprochen schwere Aufgaben zu lösen hat – der FFC Frankfurt und der SC Sand treten gegeneinander an und die Wölfinnen müssen es mit den Potsdamerinnen aufnehmen – böte sich für die SGS die Chance, sich mit einem derartigen Überraschungscoup im Spitzenspiel womöglich von einigen der Kontrahenten abzusetzen und sich im unmittelbaren Verfolgerfeld des FCB zu etablieren.

"Das wären dann natürlich Punkte, die man nicht so unbedingt einplant", hebt der SGS-Coach nochmal hervor, dass sein Team am Sonntag die unbestrittene Außenseiterrolle innehaben wird. Wenn aber nicht die SGS, wer soll die Bayern eigentlich sonst schlagen? Schließlich sind sie als Tabellendritter schon jetzt einer der Topherausforderer des FCB. Das weiß auch Höger, gibt aber zu bedenken, dass "wir dafür aber schon alles abrufen müssen."

Autor: Christian Lock

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