T-Mobile-Fahrer Patrik Sinkewitz hat auf die Öffnung seiner B-Probe und somit auf die Gegenanalyse seiner positiven A-Probe vom 8. Juni 2007 verzichtet. Das teilte  Sinkewitz' Anwalt Michael Lehner dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR)  am Dienstagmorgen per Fax mit. Damit drohen Sinkewitz die Entlassung bei T-Mobile und eine  zweijährige Sperre.

Sinkewitz verzichtet auf Öffnung der B-Probe

"Somit haben wir einen Dopingfall"

ero1
31. Juli 2007, 09:54 Uhr

T-Mobile-Fahrer Patrik Sinkewitz hat auf die Öffnung seiner B-Probe und somit auf die Gegenanalyse seiner positiven A-Probe vom 8. Juni 2007 verzichtet. Das teilte Sinkewitz' Anwalt Michael Lehner dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) am Dienstagmorgen per Fax mit. Damit drohen Sinkewitz die Entlassung bei T-Mobile und eine zweijährige Sperre.

Zu den Hintergründen der aktuellen Entwicklung kündigte Lehner für den weiteren Verlauf des Tages eine öffentliche Erklärung an. Sinkewitz war in einer Trainingsprobe vom 8. Juni ein erhöhter Testosteron-Wert nachgewiesen worden. In der A-Probe soll der Testosteron-Epitestosteron-Wert bei 24:1 gelegen haben. Erlaubt ist ein Wert von 4:1. Sinkewitz ist seit dem positiven Befund von T-Mobile suspendiert.

"Ich gehe davon aus, dass der nächste Schritt die Entlassung ist", sagte T-Mobile-Kommunikationsdirektor Christian Frommert dem Sport-Informations-Dienst (sid) am Dienstagmorgen: "Die Tatsache, dass Herr Sinkewitz auf die Öffnung der B-Probe verzichtet, bedeutet, dass er die A-Probe anerkennt. Somit haben wir einen Dopingfall."

Bereits während der Tour hatte sich Frommert eindeutig zu dem Thema geäußert: "Klar ist, sollte er die B-Probe nicht öffnen lassen, hat das ebenso die Entlassung zur Folge wie eine positive B-Probe." T-Mobile-Sportdirektor Rolf Aldag hatte die Hoffnung geäußert, Sinkewitz werde offensiv Stellung beziehen: "Ich würde es begrüßen, wenn Patrik bei der Wahrheit bleibt und erklärt, wie es zu der positiven A-Probe gekommen ist."

Bei einer Entlassung droht Sinkewitz laut Aldag die Rückzahlung seines kompletten Jahressalärs. T-Mobile gilt als das Radsport-Team mit den härtesten Arbeitsverträgen, in denen hohe Vertragsstrafen bei einem Dopingfall festgeschrieben sind.

Zudem muss Sinkewitz die Ermittlungen der Bonner Staatsanwaltschaft im Auge behalten. Sie hatte Mitte Juni ein Ermittlungsverfahren gegen ihn nach einer anonymen Anzeige wegen des Verdachts des Betruges zum Nachteil seiner Vertragspartner eingeleitet. Derzeit versucht die Behörde zu klären, wer als Vertragspartner in Frage kommt.

Autor: ero1

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