Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während der Zwangspause für Johannes Geis lief es auf Schalke nicht besonders.

Geis

Fünf Gründe, warum Schalke mit ihm stärker ist

02. Dezember 2015, 11:00 Uhr
Foto: firo

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Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während der Zwangspause für Johannes Geis lief es auf Schalke nicht besonders.

Holten die Königsblauen in den neun Ligaspielen bis zu seinem Platzverweis in Mönchengladbach herausragende 19 Zähler, waren es danach nur noch zwei Punkte in fünf Partien (die 1:3-Niederlage am 25. Oktober eingerechnet).

Nach der verbüßten Fünf-Spiele-Sperre (inklusive Pokalspiel gegen Gladbach) nach dem rüden Foul an André Hahn ist Geis nun endlich wieder an Bord und wird am Freitagabend (20.30 Uhr, Veltins-Arena) sein Meisterschafts-Comeback feiern. Er ist die personifizierte Hoffnung, dass es im Hinrunden-Endspurt für S04 nach sechs Spielen ohne Sieg endlich wieder bergauf geht.

RS nennt fünf Gründe, warum Schalke mit Geis stärker ist:

1. Spielübersicht
Schalke fehlte in den letzten Wochen ein Stratege, ein Spieler, der als Taktgeber funktioniert, der weiß, wann der richtige Moment für einen langen Ball ist, der den Gegner in Gefahr bringt. Der aber auch weiß, wann es besser ist, sich zurückzuziehen, damit die eigene Defensive nicht entblößt wird.

2. Standardsituationen
Ecke Geis, Matip Kopf - Tor! Dreimal bereitete Geis mit einer Ecke ein Kopfballtor zur wichtigen 1:0-Führung vor, gegen Mainz und Frankfurt traf Joel Matip, gegen Hertha Benedikt Höwedes. Alle drei Spiele gewann Schalke übrigens. Er dürfte ab sofort auch - wie schon beim wichtigen 1:1 in Prag - die Elfmeter ausführen, nachdem Klaas-Jan Huntelaar und Dennis Aogo vom Punkt versagten.

3. Technische Klasse
Eine große Stärke Geis' ist die Spielverlagerung mit einem langen Diagonalball - in dieser Disziplin ist er nicht nur in der Schalker Mannschaft, sondern Bundesliga-weit herausragend. Mit seinen mit dem Außenspann Richtung Außenbahn geschlagenen Pässen setzt er so die starken offensiven Flügelspieler, allen voran Leroy Sané, in Szene. Das klappt nur deshalb, weil Geis über die Qualität verfügt, diese Bälle nicht nur genau, sondern auch mit der richtigen Schärf zu spielen. Seine ausgefeilte Schusstechnik kommt dem Rechtsfuß auch bei seinen stark angeschnittenen Freistößen zu Gute, erkennbar schon an seinem eigenwilligen, aber effektiven Anlauf.

4. Einsatzfreude
Beim allem Lob für Schalkes "Quarterback" kommt oft zu kurz, dass Geis auch kämpfen kann. Wenn er es nicht wie gegen André Hahn übertreibt, kann er mit bissiger Zweikampfführung und der ein oder anderen Grätsche auch mal einen gegnerischen Angriff "abräumen", bevor die Abwehrreihe in Verlegenheit gerät.

5. Ehrgeiz
Siegeswille ist das eine, was Johannes Geis aber beispielsweise von Roman Neustädter unterscheiden dürfte, sind seine mittel- und langfristigen Ambitionen: Der 22-Jährige will unbedingt noch auf den EM-Zug aufspringen. Um Bundestrainer Joachim Löw davon zu überzeugen, ihn im Sommer mit nach Frankreich zu nehmen, muss er angesichts der großen Konkurrenz aber konstant hochklassige Leistungen abliefern. Für Schalke vielleicht eine Win-win-Situation...

Fazit: Mit Geis ist Schalke einfach besser. Bleibt zu hoffen, dass Geis den Wirbel um seine Sperre auch psychologisch ausblenden kann und nach überstandenem Spießrutenlauf sofort wieder der Alte ist. Bei den beiden zwischenzeitlich Auftritten in der Europa League war sogar noch etwas Luft nach oben...

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