SV und Wacker Walsum gehen zusammen und fusionieren zu Eintracht Walsum – auch wenn’s manchen schmerzt. Der neue Name muss noch bestätigt werden.

Eintracht Walsum

Keine Liebesheirat zwischen SV und Wacker

Thomas Kristaniak
01. Dezember 2015, 10:49 Uhr
Foto: Benjamin Neumann

Foto: Benjamin Neumann

SV und Wacker Walsum gehen zusammen und fusionieren zu Eintracht Walsum – auch wenn’s manchen schmerzt. Der neue Name muss noch bestätigt werden.

Kurz nachdem die Mitglieder des SV Walsum der Fusion mit ihrem Nachbarverein Wacker mit knapp 85-prozentiger Mehrheit zugestimmt haben, zieht Geschäftsführer Volker Rittmann sein Handy aus der Tasche und liest eine Nachricht vor: „Wacker hat auch dafür gestimmt. Mit 100 Prozent.“ Die Noch-SV-Mitglieder lachen lauthals. Und nörgeln. Das sei ja klar gewesen. Nein, eine Liebesheirat ist es nach wie vor nicht.

49 Ja- und neun Nein-Stimmen. 85 Prozent statt der benötigten 75. Das hätte auch knapper ausgehen können, wenn ein paar der Befürworter einfach daheim geblieben wären. Vor der geheimen Abstimmung hatten Klubchef Horst Pohl und Geschäftsführer Rittmann noch einmal eindringlich für die Verschmelzung geworben: „Ansonsten wird unser Verein hier auf der Anlage in drei oder vier Jahren kaputt sein. Es gibt kaum noch Idealisten, die hier tätig sind, der Jugendvorstand besteht aus einer Person.“ Von dem Kunstrasen, der auf dem bisherigen Wacker-Platz an der Holtener Straße verlegt werden soll, versprechen sich die Walsumer einen weitaus größeren Zuspruch im Nachwuchsbereich. Lokalrivale DJK Vierlinden hat das erlebt, seit das neue Geläuf durch das Konjunkturpaket II erstellt wurde.

Traditionell erhob auch Ehrenmitglied und Ex-Jugendobmann Franz Knödlseder die Stimme: „Ich bin seit fast 60 Jahren im Verein, habe tolle Zeiten erlebt. Es wird nicht mehr so sein. Wer verliert die Heimat? Doch nur wir! Aber sportlich und wirtschaftlich bleibt uns nichts anderes übrig.“ Der erste Teil seiner Botschaft blieb offenbar bei neun Anwesenden hängen. Dass es nicht mehr waren, machte Horst Pohl glücklich: „Wir freuen uns sehr darüber, dass wir jetzt etwas Neues aufbauen können. Schön, dass es so gelaufen ist. Schließlich müssen wir an die Zukunft denken.“ Diese wird nach bisherigem Stand unter dem Namen Eintracht Walsum 19/20 angegangen; ob es dabei bleibt, obliegt der ersten gemeinsamen Mitgliederversammlung, in der auch andere Vorschläge erörtert werden können.

Rückrunde entscheidet

Nun können erst einmal die Bagger anrollen, um den Wacker-Platz in einen Kunstrasen zu verwandeln. In diesem Zeitraum wird die SG mit allen Jugend- und Seniorenmannschaften auf der SV-Anlage an der Emscherbrücke kicken. Die Rückrunde gilt auch als Kriterium für die Frage, wer von den beiden derzeitigen ersten Mannschaften dann auch im neuen Klub als „Erste“ firmiert. Die künftige Reserve wird zudem in der Südgruppe der Kreisliga A kicken müssen. Das vermeidet die Truppe, die in den letzten 15 Saisonspielen die meisten Punkte holt. Das fanden viele SV-Mitglieder nicht so prickelnd, aber Horst Pohl erklärte: „Wir denken, das ist die fairste Lösung.“

Ein bisschen was für die Walsumer Seele hatte der Vorsitzende dann aber auch noch parat. Als ein Mitglied fragte, ob nun in den nächsten fünf Jahren die Vormachtstellung der DJK Vierlinden angegriffen werden könne, antwortete Horst Pohl selbstbewusst: „Warum so lange warten?“

Autor: Thomas Kristaniak

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