In doppelter Unterzahl hat Concordia Wiemelhausen einen verrückten 4:3-Derbysieg gegen SW Wattenscheid 08 eingefahren.

Wiemelhausen

Last-Minute-Siegtor in doppelter Unterzahl

Hendrik Niebuhr
30. November 2015, 13:09 Uhr
Foto: Elmar Redemann

Foto: Elmar Redemann

In doppelter Unterzahl hat Concordia Wiemelhausen einen verrückten 4:3-Derbysieg gegen SW Wattenscheid 08 eingefahren.

In der Schlussphase des turbulenten Bochumer Derbys waren es eigentlich die Gäste, die mit zwei Spielern mehr auf dem Feld darauf drängten, den ehemaligen 1:3-Rückstand noch in einen Sieg umzuwandeln. Doch in der 90. Minute konnte sich die Concordia noch einmal befreien und fuhr einen mustergültigen Konter über die eingewechselten Kai Vogel, Leonhard Winkel und Kamil Kokoschka, der den Ball letztlich über die Linie drückte und für grenzenlosen Jubel bei den Gastgebern sorgte. "Hut ab vor meiner Mannschaft", zeigte sich Wiemelhausens Trainer Jürgen Heipertz von der Charakterstärke seiner Mannschaft begeistert.

Denn die Bochumer waren zu diesem Zeitpunkt nur noch zu neunt, nachdem Innenverteidiger David Lenze beim Stand von 2:1 für Wiemelhausen in der 47. Minute aufgrund einer harten Roten Karte zum Duschen geschickt wurde. Es war der Startschuss einer verrückten zweiten Hälfte, den folgenden Strafstoß von Selcuk Dede konnte Concordias Keeper Falk Klüppel stark parieren. Kurz darauf brachte Ivo Kleinschwärzer den Aufsteiger mit 3:1 in Front. "Da dachte ich, das Spiel wäre gelaufen", wurde Heipertz jedoch eines Besseren belehrt.

Zunächst gelang den Wattenscheidern relativ zügig der Anschlusstreffer und spätestens als Wiemelhausens Rene Löhr in der 77. Minute rüde umgetreten wurde und ins Krankenhaus gebracht wurde, entwickelte sich für den Gastgeber eine echte Abwehrschlacht. Da Heipertz schon dreimal gewechselt hatte, mussten die Concorden das Spiel mit neun Mann zu Ende bringen, kassierten das 3:3 und hofften, wenigstens den einen Punkt mit nach Hause zu bringen. Doch unverhofft kommt oft - der finale Konter von Kokoschka bescherte Wiemelhausen zum ersten Advent schließlich doch noch drei Zähler.

Durch den Erfolg festigte der Aufsteiger den starken dritten Tabellenplatz und darf sich jetzt - wie es der Spielplan so will - am kommenden Wochenende mit dem unangefochtenen Spitzenreiter Lüner SV duellieren. "Das ist das Zückerchen", freut sich Heipertz auf das Kräftemessen mit dem LSV, der elf Punkte mehr auf der Habenseite stehen hat. "Wir haben da nichts zu verlieren", ist der Concorden-Coach der Meinung, dass sein Team völlig befreit aufspielen kann und eventuell sogar die Meisterschaft wieder ein Stück weit spannender machen kann. Die Liga würde es Wiemelhausen in jedem Fall danken.

Autor: Hendrik Niebuhr

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