Der SV Horst 08 hatte den Kirchhörder SC gerade mit 2:0 besiegt und im Abstiegskampf der Westfalenliga einen ganz wichtigen Dreier eingefahren.

Horst-Emscher

Böse Verletzung - miese Stimmung trotz Sieg

Christoph Winkel
30. November 2015, 10:49 Uhr
Foto: Heinrich Jung

Foto: Heinrich Jung

Der SV Horst 08 hatte den Kirchhörder SC gerade mit 2:0 besiegt und im Abstiegskampf der Westfalenliga einen ganz wichtigen Dreier eingefahren.

Und doch war die Stimmung bei der Mannschaft nach dem Abpfiff mies. Vereinzelt nahmen die Spieler auf dem Weg zur Kabine Glückwünsche zum verdienten Sieg entgegen. Ihre Gedanken waren aber nur bei ihrem Mannschaftskollegen Aygün Köstekci, der mit starken Schmerzen auf einer Bank neben dem Kunstrasenplatz lag und auf den Rettungswagen wartetet.

Das Spiel war schon fast beendet, als der Mittelfeldspieler laut aufschrie und zu Boden ging. Einige Mitspieler nahmen sofort die Hände vors Gesicht. Nicht schon wieder! Köstekci hatte wegen eines Kreuzbandrisses zuletzt fast ein Jahr pausieren müssen. Jetzt besteht erneut der Verdacht auf Kreuzbandriss. „Aygün hat ein ganz schlechtes Gefühl. Das habe sich genauso wie beim letzten Mal angefühlt. Mir tut das unendlich leid für den Jungen. Ich hätte dafür liebend gerne auf die Punkte verzichtet “, sagte Horsts Trainer Jörg Krempicki.

Als der Rettungswagen vorfuhr, wurde auch noch Ahmet Tarik Tosun vom Feld getragen. Der Stürmer wurde von Abwehrspieler Jose Castillo huckepack getragen, sein Fuß war dick bandagiert. Auch bei Tosun ahnte Krempicki Böses: „Da sind die Bänder wohl durch. Ahmet konnte keinen Schritt mehr gehen.“

Entsprechend geknickt war Krempicki nach dem Spiel. „Das zieht sich wie eine dunkle Wolke über den Platz. Ich wünsche beiden gute Besserung“. Kirchhördes Trainer Adrian Alipour schloss sich den guten Wünsche Krempickis. Alipour war ohnehin ein fairer Verlierer. „Horst 08 hat das Spiel hochverdient gewonnen, wir haben nur in der Anfangsphase in der Offensive zwei Aktionen gehabt, danach war es nicht mal mehr mangelhaft, das war ungenügend.“

Traumtor von Pierre Nowitzki
Generell war es kein Spiel, das begeisterte, das miese Wetter passte zur Partie. Horst hatte in der ersten Halbzeit mehr Spielanteile, doch war in der Offensive ebenfalls schwach. Hinten stand die Viererkette gut, davor trug der starke Pierre Nowitzki den Ball immer wieder nach vorne. Nach 18 Minuten ging der Gastgeber in Führung. Nowitzki sah Naim Yavuzaslan auf der linken Seite, der den Ball vor das Tor flankte. Tarik Ahmet Tosun war einen Schritt schneller als sein Gegenspieler und ließ Torwart Sören Gerlach keine Chance.

Nach der Pause war Kirchhörde zunächst das aktivere Team, Horst ließ sich sehr weit in die eigene Hälfte zurückdrängen. Torwart Kai Koppers, der trotz einer Oberschenkelverletzung spielte, wurde aber zu keiner Zeit ernsthaft geprüft.

Für Horst ergaben sich einige Konterchancen, die das Team aber schlecht ausspielte. Die Entscheidung fiel erst nach 83 Minuten. Benjamin Wingerter erkämpfte sich den Ball und lief über die rechte Seite. Der Routinier behielt die Übersicht und bediente Pierre Nowitzki, der aus 20 Metern abzog und anschließend feierte. Der Ball senkte sich hinter Torwart Gerlach ins Netz. Ein tolles Tor. Die schönste Aktion an diesem irgendwie doch gebrauchten Tag.

Autor: Christoph Winkel

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