Zum dritten Mal in Folge ist dem FC Kray in einem Regionalliga-Spiel gelungen, dem großen Nachbarn Rot-Weiss Essen ein Bein zu stellen.

FC Kray

"Die ganze Liga lacht sich über uns kaputt"

Martin Herms
28. November 2015, 10:57 Uhr
Foto: Tillmann

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Zum dritten Mal in Folge ist dem FC Kray in einem Regionalliga-Spiel gelungen, dem großen Nachbarn Rot-Weiss Essen ein Bein zu stellen.

Verhaltener Jubel keimte bei den Spielern des FC Kray auf. Vor einigen Jahren hätte der kleine Verein aus dem Essener Osten über einen Punktgewinn gegen den großen RWE wohl bis in die Morgenstunden gefeiert. Doch die zwei Siege im Vorjahr und der Spielverlauf am Freitagabend erzeugten gemischte Gefühle im Lager der Krayer. Nach vier Pleiten in Serie erkämpfte sich das Team von Trainer Stefan Blank ein hochverdientes 1:1 (1:1)-Remis an der Hafenstraße, das dem Tabellenvorletzten angesichts von elf Zählern Rückstand auf das rettende Ufer nur bedingt weiterhilft. Enttäuscht war über den Zähler aber freilich niemand. "Ich denke, wir können mit dem Punkt leben, RWE aber nicht", brachte es FCK-Kapitän [person=1726]Philipp Kunz[/person] auf den Punkt.

Große sportliche Unterschiede hat man in diesem Spiel wieder nicht gesehen
Günther Oberholz

Während sein Ex-Verein nach einem desolaten Auftritt immer tiefer in die Krise schlittert, konnten sich die Gäste über eine couragierte Leistung freuen. Kray verteidigte kompromisslos und ließ, abgesehen von einem Abstimmungsfehler, der zum 1:1 führte, keine hochprozentige Chance des großen Favoriten zu. "Wir haben gesehen, dass wir in dieser Liga konkurrenzfähig sind", sagte FCK-Boss Günther Oberholz. "Leider haben wir es in den Spielen gegen die Teams von unten verpasst, die nötigen Punkte zu holen. Das ist ärgerlich, denn jetzt haben wir einen ganz weiten Weg vor uns. Über einen Punkt gegen Rot-Weiss Essen darf sich der FC Kray aber immer freuen."

Dass die beiden Essener Vereine "Welten unterscheiden", wie es Oberholz schon vor dem Spiel betont hatte, war wohl jedem der rund 7500 Zuschauer im Stadion Essen bewusst. Gerade weil die Voraussetzungen für Rot-Weiss Essen und den FC Kray unterschiedlicher nicht sein können, brachte die RWE-Fans das dritte sieglose Spiel nacheinander gegen den Underdog von der Buderusstraße mächtig auf die Palme.

Oberholz hingegen nutzte die große Bühne an der Hafenstraße und die starke Leistung seiner Mannschaft, um einen weiteren Hilferuf in Richtung Stadt Essen zu senden. "Man muss sich immer wieder vor Augen halten, unter welchen Möglichkeiten wir arbeiten. Wir hatten in dieser Woche noch nicht einmal die Möglichkeit, irgendwo auf Rasen zu trainieren. Unsere Bedingungen sind nicht schlecht, sie sind beschissen. Die ganze Liga lacht sich über uns kaputt. Es ist mittlerweile schon abenteuerlich, dass noch immer nicht darüber nachgedacht wird, uns dieselben Chancen wie anderen Vereinen in dieser Stadt zu geben", polterte Oberholz und fügte nach einem längeren Atemzug hinzu: "Große sportliche Unterschiede hat man in diesem Spiel wieder nicht gesehen."

Autor: Martin Herms

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