Der FC Kray war ganz nah dran an der nächsten großen Sensation gegen Rot-Weiss Essen. Das 1:1 (1:1) hilft aber keinem der beiden Essener Nachbarn.

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RWE enttäuscht erneut im Stadtderby

27. November 2015, 21:44 Uhr
Foto: Tillmann

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Der FC Kray war ganz nah dran an der nächsten großen Sensation gegen Rot-Weiss Essen. Das 1:1 (1:1) hilft aber keinem der beiden Essener Nachbarn.

Nachdem Kray RWE in der Vorsaison gleich zweimal besiegt und damit jeweils für heftige Reaktionen der Fans gesorgt hatte – versuchter Kabinensturm inklusive – wollte der Favorit eine Wiederholung vor 7557 Zuschauern im Stadion Essen unbedingt vermeiden.

RWE-Trainer Jan Siewert nahm im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen den SV Hönnepel-Niedermörmter im Niederrheinpokal eine Veränderung vor: Jeffrey Obst begann hinten rechts anstelle von Iyad Al-Khalaf. Die Krayer begannen genauso wie beim 3:2-Erfolg über den TSV Meerbusch und verteidigten extrem defensiv mit einer Fünferkette in der Abwehr.

[infobox-left]RWE: Heller – Obst, Windmüller, Weber, Huckle – Fritz, Baier – Cekic (66. Soukou), Rabihic (88. Binder), Grund – Platzek.
Kray: Kunz - Zimmermann, Alic, Aubameyang, Wagner, Kehrmann – Steuke, Waldoch, Akman, Yesilova (77. Kadiu) – Elouriachi (62. Yahkem).
Schiedsrichter: Florian Exner.
Tore: 0:1 Yesilova (10.), 1:1 Fritz (45.).
Zuschauer: 7557.
Gelbe Karten: Binder, Obst - Akman, Waldoch, Yahkem.[/infobox]Und schon nach zehn Minuten begann das große Zittern auf Seiten der Gastgeber. Gino Windmüller verlor den Ball in Strafraumnähe, [person=8683]Emre Yesilova[/person] konnte alleine auf RWE-Keeper Robin Heller zulaufen und tunnelte diesen. Der Außenseiter führte und die Rot-Weissen mussten einem Rückstand hinterherlaufen. Die Geschehnisse der Vorsaison dürften den Spielern, die schon in der letzten Saison dabei waren, sofort wieder präsent gewesen sein. Und so tat sich RWE schwer. Dem Favoriten gelang es kaum, Philipp Kunz im Tor der Gäste wirklich in Bedrängnis zu bringen. Die Schüsse von Benjamin Baier (38.) und Kasim Rabihic (44.) sorgten nicht für Gefahr. Kunz schaffte es nur ein einziges Mal, sich nach einem Rückpass selbst in Bedrängnis zu bringen, konnte aber so eben noch vor Marcel Platzek klären (33.).

Es brauchte eine Standardsituation, um quasi mit dem Pausenpfiff noch den Ausgleich zu erzielen. RWE-Kapitän [person=5769]Moritz Fritz[/person] stand plötzlich frei und schoss aus der Drehung ein. Obwohl die Gastgeber mehr vom Spiel hatten, fiel der Treffer doch etwas überraschend. Einem Pfeifkonzert zur Pause konnte RWE so nur knapp entgehen.

Nach der Pause stellte Siewert um und beorderte Fritz in den Sturm. Gefährlicher wurde das Spiel dadurch nicht – im Gegenteil. Nach der Pause waren Torchancen auf beiden Seiten lange Zeit Mangelware und die Partie ziemlich unattraktiv. Fritz scheiterte aus guter Position per Kopf an Kunz, stand aber auch im Abseits (78.). Nachdem Alic Soukou anschoss, flog der Ball knapp am Pfosten vorbei (89.). Es waren die größten Szenen in einem schwachen zweiten Durchgang.

Am Ende steht eine Punkteteilung, die den Tabellenvorletzten aus Kray nicht voranbringt, aber für den Außenseiter immerhin ein Erfolg ist. Aus RWE-Sicht ist sie einzig und allein ein Ärgernis. Der Abstand zu den Abstiegsrängen wird an diesem Wochenende wahrscheinlich nicht kleiner werden – und die Stimmung an der Hafenstraße definitiv nicht besser. Erste "Wir ham' die Schnauze voll"-Sprechchöre waren aus der Westkurve bereits zu hören...

Die Stimmen der Trainer:

Jan Siewert (RWE): "Wir sind sehr enttäuscht über das Ergebnis. Das Spiel haben wir uns genau so vorgestellt. Wir mussten viel Kraft investieren und nach der Pause wurden die Räume noch enger. Wir haben uns in diese Situation reingebracht und müssen und jetzt selber rauskatapultieren. Wenn man gemeinsam da durchgeht, kommt man wieder raus."

Stefan Blank (FC Kray): "Wir waren der schwere Gegner, der wir sein wollten. Vor der Pause haben wir unsere Sache besser gemacht als im zweiten Durchgang, da standen wir zu tief, haben aber trotzdem gut verteidigt. Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen, sie hat alles rausgehauen. Ich gehe jetzt optimistisch in die nächsten Spiele."

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