Sportrechte-Händler Michael Kölmel will Geld von Rot-Weiss Essen. Vor dem Landgericht Essen versucht er, 62.475 Euro einzuklagen.

RWE

Kölmel will Geld von Rot-Weiss

Stefan Wette
27. November 2015, 13:18 Uhr
Foto: Tillmann

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Sportrechte-Händler Michael Kölmel will Geld von Rot-Weiss Essen. Vor dem Landgericht Essen versucht er, 62.475 Euro einzuklagen.

Rot-Weiss Essen kämpft weiter mit finanziellen Altlasten. Am Donnerstag versuchte der Leipziger Unternehmer Michael Kölmel vor dem Essener Landgericht 62.475 Euro einzuklagen (Az: 2 O 60/15). Das sollen seine Ansprüche aus den „audiovisuellen Rechten“ (TV- und Radiogelder) zweier DFB-Pokalspiele im Jahre 2011 sein. RWE lehnt die Forderung ab.

Michael Kölmel hatte Ende der 90er Jahre viele Traditionsvereine entschuldet und sich im Gegenzug Marketing- und Fernsehrechte gesichert. Bei RWE soll er einen zweistelligen Millionenbetrag finanziert haben, der den Verein aber nicht dauerhaft sanierte. Zum Schluss galt er als Belastung. Die Stadt – unter Beratung von Roland Berger – entwarf 2009 ein Modell, Kölmel auszuzahlen, um den Club zu entlasten. Mindestens vier Millionen Euro soll sie über ihre Tochter GVE gezahlt haben. Genutzt hatte es nichts, 2010 meldete der Verein Insolvenz an.

Unklarheiten nach der Insolvenz

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Insolvenz war bekannt, dass es noch einen Vertrag über „audiovisuelle Rechte“ gab. 15 Prozent aus den Einnahmen stünden Kölmel zu. Der Insolvenzverwalter sagte, dass der Verein das Problem „allein mit Kölmel“ lösen müsse.

Doch der Verein löste es auch unter dem neuen Chef Michael Welling nicht. So reichte Kölmel Klage ein. Welling kam selbst ins Gericht – mit den Rechtsanwälten Thomas Hermes und Benedikt Kapteina. Kölmel ließ sich von Bianca Krippendorf, seine „rechte Hand“, und Rechtsanwalt Gerd Schmidt vertreten. Hermes pochte darauf, dass Kölmels Rechte durch die Insolvenz erloschen seien. Richter Klaus Werner Krüger ließ schnell erkennen, dass er das anders sieht.

Eine langfristige Partnerschaft

Die beiden Parteien, die schon vor der Tür scherzten, wollen es auf ein Urteil wohl nicht ankommen lassen. Bianca Krippendorf: „Wir wollen eine langfristige Partnerschaft.“ Und Anwalt Schmidt sagte, es komme gar nicht auf die 62.475 Euro an, sondern auf eine klare Einigung. Das hatte Kölmel auch 2010 gesagt, als er mit dem Karlsruher SC im Streit lag: „Eine gütliche Einigung war mir immer ein Anliegen.“ Jetzt wollen RWE und Kölmel außergerichtlich neu verhandeln. Michael Welling lud gleich charmant die Kölmel-Mitarbeiterin ein: „Kommen sie doch morgen zum Spiel gegen Kray.“ Bianca Krippendorf revanchierte sich später ebenso charmant gegenüber der WAZ: „Rot-Weiss ist einfach ein toller Verein.“

Autor: Stefan Wette

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