Mit einem knappen 1:0-Heimsieg gegen Nikosia zieht der FC Schalke 04 in die nächste Runde der Europa League ein. Choupo-Moting beendet Torflaute.

S04-Sieg

Schalke zieht mühevoll in die nächste Runde ein

Peter Müller
26. November 2015, 21:37 Uhr
Foto: firo

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Mit einem knappen 1:0-Heimsieg gegen Nikosia zieht der FC Schalke 04 in die nächste Runde der Europa League ein. Choupo-Moting beendet Torflaute.

Selbstvertrauen wollten sich die Profis des FC Schalke 04 holen. Nach sieben Pflichtspielen ohne Sieg wollten sie sich in Form bringen für das wegweisende Bundesligaspiel am Sonntag bei Bayer Leverkusen. Doch in der Europa-League-Partie gegen Apoel Nikosia gelang den Blau-Weißen nur mühsam ein 1:0-Sieg, auf den sie sich nun wirklich nichts einbilden können. Immerhin stimmt die Statistik: Schalke ist weiterhin Tabellenführer der Gruppe K und mit diesem Sieg vorzeitig für die nächste Runde qualifiziert.

Schützenfest nur Illusion

In den ersten Minuten durften sich die Zuschauer noch der Illusion hingeben, ein Schützenfest zu erleben. Schon in der zweiten Minute hätte Schalke in Führung gehen können. Der ins defensive Mittelfeld zurückgekehrte [person=2870]Johannes Geis[/person], der in der Bundesliga noch für ein Spiel gesperrt ist, machte seinem Ruf als Standard-Spezialist alle Ehre, als er einen Eckball perfekt auf den Kopf von [person=1653]Joel Matip[/person] zirkelte, doch Nikosias niederländischer Torhüter Boy Waterman verhinderte den Treffer mit einer ansehnlichen Flugshow.

Drei Minuten später bewies [person=2408]Dennis Aogo[/person], dass auch er Standards beherrscht: Scharfe Freistoßflanke von links, Kopfball von [person=2426]Eric Maxim Choupo-Moting[/person] - und wieder parierte Waterman, der in 2011/2012 mal eine Saison lang für den damaligen Zweitligisten Alemannia Aachen das Tor gehütet hatte.

Nach dem anfänglichen Schwung erlaubte sich [person=13777]Leroy Sané[/person] die erste Nachlässigkeit: In der 14. Minute hielt er eine Rückwärtsbewegung für unnötig, beim Drei-gegen-Drei-Konter erwischte Nikosias Tomas de Vincenti am Ende die Hereingabe nicht richtig - das hätte für Schalke peinlich werden können.

Meistens allerdings waren die Spieler von Zyperns Meister der Ansicht, dass es ausreichen würde, sich in einer Hälfte des Spielfeldes aufzuhalten. Schalke griff beharrlich an, es war allerdings schwierig, ein feines Kombinationsspiel aufzuziehen. Auf dem Rasen mit den vielen Löchern hätte man sich besser zu einer Partie Golf verabreden können.

Schalker Nordkurve singt Eurofighter-Lied

Die Königsblauen blieben weiterhin am gefährlichsten nach ruhenden Bällen. Ansonsten war ihr Angriffsspiel vor allem von mangelhafter Chancenauswertung geprägt. Wiederholt zündete Leroy Sané den Turbo, aber auch er hatte keine Abschluss-Idee. Mal köpfte [person=1770]Klaas-Jan Huntelaar[/person] drüber, mal schoss Eric Maxim Choupo-Moting einen Verteidiger an, mal fehlte schon vorher der letzte gute Pass.

Und wo war eigentlich [person=15446]Franco Di Santo[/person]? Der aus Bremen gekommene Fleißkärtchen-Sammler wirkte wie ein Fremdkörper im Schalker Angriffsspiel. Er fand keine Bindung, strahlte keine Gefahr aus - Laufarbeit allein ist irgendwann dann doch zu wenig.

Die Nordkurve versuchte es mit einer besonderen Motivationsspritze und intonierte das Eurofighter-Lied von 1997, doch das Schalker Geduldspiel zog sich auch in der zweiten Halbzeit hin. Mittlerweile spulten die Blau-Weißen ein ziemlich einfallsloses Programm ab. Bezeichnend, dass es Szenenapplaus nur gab, als [person=6416]Leon Goretzka[/person] bei einem Konterversuch von Nikosia Angreifer Vinicius entschlossen ablief.

André Breitenreiter brachte nach 62 Minuten Max Meyer für den enttäuschenden Di Santo. Schalkes Trainer hätte die ähnlich wirkungsvollen Choupo-Moting und Huntelaar aber auch gleich mit herausnehmen können.

In der 67. Minute hatte Schalke Riesendusel, nicht auch noch in Rückstand zu geraten: Nach einem Hackentrick stand Mario Sergio allein vor Ralf Fährmann, doch der parierte prächtig in der ersten Situation, in der er gefordert war. Wenigstens auf den Torwart konnte sich Schalke verlassen.

Aogo vergibt Handelfmeter

Die Zuschauer wurden zunehmend unruhig, erste Pfiffe ertönten, als wieder ein Pass im Niemandsland landete. Breitenreiter wechselte den Rechtsverteidiger aus, er ersetze den völlig indisponierten Junior Caicara durch Sascha Riether. Ein guter Griff. In der 86. Minute kam Riethers Hereingabe bei Choupo-Moting in der Mitte an, und der brachte den Ball doch tatsächlich noch im Netz unter. 1:0, die sprichwörtliche Erlösung.

Zwei Minuten später gab es einen Handelfmeter - die Chance für Schalke, wenigstens das Ergebnis noch erträglich zu gestalten. Dennis Aogo aber scheiterte mit einem schwachen Schuss an Torwart Watermann - das passte zu dieser Partie.

Die Startaufstellung des FC Schalke: Fährmann - Junior Caicara, Neustädter, J. Matip, Aogo - Goretzka, Geis - di Santo, L. Sané - Huntelaar, Choupo-Moting.

Autor: Peter Müller

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