Die Eindrücke vom Hinspiel hat BVB-Coach Thomas Tuchel noch sehr präsent im Kopf.

BVB

Krasnodar könnte ein Anfang sein für Januzaj

Daniel Berg
26. November 2015, 11:19 Uhr
Foto: firo

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Die Eindrücke vom Hinspiel hat BVB-Coach Thomas Tuchel noch sehr präsent im Kopf.

Deshalb sagt er: "Das wird das mit Abstand schwierigste Spiel in der Gruppenphase. Das ist ein schwerer, eingespielter Gegner", lobt der Trainer von Borussia Dortmund die Fußballer des russischen Klubs FK Krasnodar, auf die der BVB am Donnerstag (17 Uhr MEZ) in der Vorrunde der Europa League trifft. Ein Punkt genügt Schwarz-Gelb, um als Tabellenführer die Runde der letzten 32 zu erreichen.

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Eine spannende Frage ist, wen der Trainer im Angriff einsetzen wird. Auf Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang musste Tuchel verzichten, der Gabuner klagt über muskuläre Probleme. Auch Marco Reus, der diese Position bekleiden könnte, musste aus Vorsicht in Dortmund bleiben. Nach dem 1:3 gegen Hamburg verspürte der Offensivmann wieder Beschwerden am Oberschenkel, die ihn jüngst schon einmal ausbremsten. "Wir wollen da nichts riskieren und ihn ganz sicher und unverletzt in die Winterpause bringen", erklärt Tuchel. Zwei Spiele in einer Woche seien da deutlich besser verkraftbar als drei. Falls dem Trainer nicht noch eine außergewöhnliche Variante einfällt, reduziert sich der Kandidatenkreis im Sturmzentrum also auf zwei Spieler: Adrian Ramos und Adnan Januzaj. Gerade für Letzteren wäre es eine willkommene Gelegenheit, positive Schlagzeilen zu produzieren.

Gekommen war der Belgier im Spätsommer als Leihgabe von Manchester United - und als Verheißung. Er war erst ein par Stunden in Dortmund, da schwärmte sein neuer Mitspieler Neven Subotic schon von Januzajs Schusstechnik und der Trainer vom riesigen Talent des 20-Jährigen. Das Potenzial ist unverkennbar, aber so richtig angekommen scheint Januzaj noch nicht. In der Bundesliga ist er der Mann für die letzten 20 bis 30 Minuten. So wie gegen den Hamburger SV am vergangenen Wochenende. In der Europa League stand er im Hinspiel gegen Krasnodar und in Thessaloniki in der Startelf. In Zahlen bedeutet das wettbewerbsübergreifend bisher: 406 Spielminuten, kein Tor, drei Vorlagen. Eine ausbaufähige Bilanz. Restlos überzeugen konnte Januzaj in Dortmund noch nicht. Zudem musste er sich während der Länderspielpause aus der belgischen Heimat kritische Töne gefallen lassen.

Januzaj war zwar im vergangenen Jahr Teil des belgischen WM-Kaders, aber um seine Einsatzminuten muss er auch dort kämpfen. Im Vorfeld der jüngsten Länderspiele erhielt er von Trainer Enzo Scifo eine Einladung für die U21. Januzaj reagierte offenbar zögerlich, weil er die Zeit nutzen wollte, um sich auf den BVB zu konzentrieren. Das Zögern interpretierte Scifo allerdings als "mangelnde Mentalität" und warf Januzaj in harschen Worten vor, nicht die nötige Motivation zu haben. Marc Wilmots, Belgiens Nationaltrainer, kleidete sein Befremden in belgischen Medien in freundlichere Worte: "Er hat sich nicht explizit geweigert, aber wir hatten nicht den Eindruck, dass er unter allen Umständen für die U21 spielen wollte. Wenn das der Fall ist, ist es besser, nicht anzureisen."

Für Januzaj ist derzeit unter allen Umständen wichtig, sich beim BVB durchzusetzen. Bei der Konkurrenz in der Offensive ist das schwierig genug. Geduld ist aber ein guter Ratgeber, das lehrt die Vergangenheit. Wer bei einem englischen Top-Team ein Dasein als Reservist fristete, der benötigt mitunter Zeit, um Bundesliga-Rhythmus und -Fitness zurück zu erlangen. So erging es Januzajs Landsmann Kevin De Bruyne als dieser von Chelsea nach Wolfsburg ging und ein halbes Jahr Anlaufzeit für seine brillanten Leistungen benötigte. So erging es Januzajs jetzigem Mannschaftskollegen Shinji Kagawa, der nach seiner Rückkehr von Manchester United zum BVB ebenfalls mehr als sechs Monate brauchte, um die alte Form wiederzufinden. Möglicherweise geht es auch Januzaj so.

Krasnodar könnte ein Anfang sein für Adnan Januzaj. Wenn er denn spielen darf.

Autor: Daniel Berg

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