Hinter den Angriffen auf Schalke-Fans vor dem Bundesligaspiel des FC Schalke gegen Bayern München stecken offenbar hauptsächlich Mitglieder der Münchner Ultragruppe Schickeria.

Randale

Nur wenige VfLer an Überfall auf Schalker beteiligt

sing
25. November 2015, 18:38 Uhr
Foto: firo

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Hinter den Angriffen auf Schalke-Fans vor dem Bundesligaspiel des FC Schalke gegen Bayern München stecken offenbar hauptsächlich Mitglieder der Münchner Ultragruppe Schickeria.

Die Polizei habe die Personalien von über 100 der insgesamt 196 Festgenommenen überprüft - und der überwiegende Teil sei der Schickeria zuzuordnen - so zitiert die "Süddeutsche Zeitung" Klaus Röschinger, den Leiter der Abteilung "Szenekundige Beamte" bei der Münchner Polizei.

Dutzende gewaltbereiter Personen hatten versucht, den Kassenbereich am Eingang Nord der Veltins-Arena zu stürmen, erklärt die Polizei. Die Hintergründe sind allerdings noch unklar, die Ausschreitungen trafen die Polizei vollkommen überraschend. Es habe zuletzt keinerlei Anzeichen dafür gegeben. Nach Angaben der Gelsenkirchener Polizei waren auch Fans des VfL Bochum unter den Angreifern - bei der Polizei München geht man aber inzwischen davon aus, dass es nicht mehr als eine Handvoll war.

Gewaltbereitschaft und Kampf gegen Rassismus
Die Schickeria ist kein anerkannter Münchner Fanclub, sondern eine Ultraverbindung, die sich auch immer wieder Auseinandersetzungen mit der Führung des FC Bayern liefert. 2007 sorgte sie bundesweit für Schlagzeilen, als sich Mitglieder an einer Autobahn-Raststätte mit Nürnberg-Fans prügelten. Dabei wurde eine unbeteiligte Frau so schwer verletzt, dass sie auf einem Auge erblindete.

Allerdings erhält die Gruppe auch immer wieder Lob für ihr Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung. Weil sie die Erinnerung an den von Nazis verfolgten früheren Bayern-Präsidenten Kurt Landauer hochhält, verlieh ihr der DFB 2014 den Julius-Hirsch-Preis.

Autor: sing

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