Selim Gündüz ist gerade mal 21 Jahre alt. Doch seine Krankenakte nimmt langsam Buchformate an.

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Leidensweg von Gündüz findet einfach noch kein Ende

27. November 2015, 09:07 Uhr
Foto: firo

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Selim Gündüz ist gerade mal 21 Jahre alt. Doch seine Krankenakte nimmt langsam Buchformate an.

Dabei schien im Frühjahr die Karriere des jungen Angreifers endlich Fahrt aufzunehmen. Nach zwei Kreuzbandrissen und einem Muskelbündelriss bekam er immer mehr Einsatzzeiten und verlängerte im April seinen Vertrag bis zum 30.6.2018. Doch kaum war die Tinte trocken, begann das nächste große Verletzungskapitel. Zunächst schien alles ganz einfach. Eine beidseitige Leisten-OP, und schon nach nur einer Trainingseinheit kam er am 24. April gegen Kaiserslautern zum Einsatz. Prompt erwischte es ihn erneut. Die Diagnose: Schultereckgelenksprengung.

Wieder musste er vier Wochen pausieren. Danach schien die Fortsetzung des Aufwindes möglich. Doch kaum startete der pfeilschnelle Außenspieler einen Sprint, schmerzte die Leiste oder der Bauchmuskel. Der Ärztestab steht vor einem Rätsel. Noch immer gibt es keine genaue Diagnose, woher die mal mehr mal weniger auftretenden Beschwerden kommen. Um ganz sicher zu gehen, ließ sich Bochums Eigengewächs vor zwei Wochen auch noch am Blinddarm operieren. Spieler und die Mediziner tun alles, um der Sache Herr zu werden. Gündüz: „Dem Doc und den Physios gilt ein großes Lob. Sie richten mich immer wieder auf, wenn ich die Geduld verliere und machen alles, dass ich wieder auf die Beine komme.“

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Im letzten Monat gab es ein Fünkchen Hoffnung. Am 8.10. im Testspiel bei den Profis des 1.FC Köln (3:0) kam Gündüz erstmals seit April wieder zu einem Einsatz. Und prompt erzielte er nach seiner Einwechslung in der 64. Minute den Treffer zum 3:0. Gündüz: „Da dachte ich, ich hätte alles hinter mir. Aber nach wie vor kommen und gehen die Schmerzen.“ Jetzt hat er sich ein neues Ziel gesetzt: „Im Trainingslager Mitte Januar will ich unbedingt wieder im Mannschaftstraining sein."

Dass er in den letzten Monaten so manches Stimmungstief hinter sich hat, daraus macht er keinen Hehl: „Da stehst du am Rande des Trainingsplatzes, siehst 30 Kollegen bei der Arbeit und der einzige, der nicht mitmachen kann, bist du selbst. Das reißt einen ganz schön runter.“

Doch gerade in dieser Phase hatte Gündüz, der seit Juli 2009 das VfL-Trikot trägt, erkannt, auf wen man sich wirklich verlassen kann: „Meine Familie, meine Freundin Nicole und die Mannschaftskollegen haben mich immer wieder aufgemuntert. Alle wollen mir helfen.“ Und um ein wenig Abwechslung zu haben, hat sich Gündüz einen Hund angeschafft. „Ich habe eine sieben Monate alte französische Bulldogge namens Jackson Martinez. Über die muss ich immer wieder lachen.“

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