Was wäre Ratingen 04/19 ohne seinen Torjäger Daniel Keita-Ruel?

Ratingen 04/19

Großes Buhlen um Keita-Ruel

25. November 2015, 12:07 Uhr
Foto: Tillmann

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Was wäre Ratingen 04/19 ohne seinen Torjäger Daniel Keita-Ruel?

Wahrscheinlich ein echtes Kellerkind. Denn im Moment stehen die Blau-Gelben auf Platz sechs der Tabelle und haben mit 21 Punkten fünf Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Eigentlich gehören ganz andere Mannschaften zu den Abstiegskandidaten.

Früher haben alle erzählt, dass Keita alles drauf hat, nur der Kopf wäre der eines Kreisligaspielers. Da hatten die Leute leider Recht. Jetzt stimmt alles: Ich lebe von Kopf bis Fuß professionell und will es noch einmal wissen
Daniel Keita-Ruel

Aber die Ratinger wissen auch, dass sie einiges ihrem besten Torschützen Keita-Ruel, der sieben der 19 Ratinger Saisontore erzielte, zu verdanken haben. Zwischen Ratingen und [person=1675]Keita-Ruel[/person] ist es ein Geben und Nehmen. Drei Jahre und zehn Monate saß der Angreifer in der Düsseldorfer Justizvollzugsanstalt. Ratingens Trainer Peter Radojewski und der Sportliche Leiter Michael Kulm waren es dann, die dem ehemaligen U19-Bundesligaspieler eine neue Chance nach dessen Entlassung gaben. "Keita", wie er von seinen Kollegen nur gerufen wird, zahlt das Vertrauen mit Toren zurück. "Ich bin der Germania sehr dankbar und werde das dem Klub auch immer sein. Der Verein hat mich schon während der Haft unterstützt und danach ebenfalls. Das werde ich den Leuten nie vergessen", betont der gebürtige Wuppertaler.

Aber klar ist auch, dass Keita-Ruel in seinem Leben schon wertvolle Zeit für Unsinn vergeudete und sein Talent nie ganz ausschöpfen konnte. Aktuell scheint er in Bestform zu sein. Nicht nur seine Tore, sondern vor allem auch Dribblings, Assists und nicht zuletzt die enorme Schnelligkeit und Laufstärke sorgen dafür, dass er nicht nur in Ratingen, wo er bis zum 30. Juni 2016 einen Vertrag besitzt, ein gefragter Mann ist. "Mein Telefon steht aktuell kaum noch still. Ich habe viele Anfragen aus der Ober- und Regionalliga erhalten. Die Oberliga-Offerten interessieren mich aber nicht. Ich will zurück in die Regionalliga und weiter für Furore sorgen. Früher haben alle erzählt, dass Keita alles drauf hat, nur der Kopf wäre der eines Kreisligaspielers. Da hatten die Leute leider Recht. Jetzt stimmt alles: Ich lebe von Kopf bis Fuß professionell und will es noch einmal wissen", betont der 26-Jährige.

Es ist nicht auszuschließen, dass Keita schon in der kommenden Winterpause den Verein wechseln wird. Da hat aber natürlich auch noch Ratingen 04/19 ein Wörtchen mitzureden. "Bis Jahresende werden wir noch Gespräche führen. Aktuell weiß ich noch nicht, für welchen Klub ich in der Rückrunde auflaufen werde. Die Ratinger wussten ja auch, dass die Oberliga für mich nur eine Durchgangsstation sein sollte. Auf der anderen Seite stehe ich natürlich in der Pflicht und bin dem Verein sehr dankbar für alles", grübelt der Offensivkünstler.

Fakt ist, dass er sich in den vergangenen Monaten in den Fokus spielte und einige Klubs auf sich aufmerksam machte. Zuletzt konnte der 1,85-Meter-Mann gegen Rot-Weiß Oberhausen (0:2) im Pokal sein Können unter Beweis stellen: "Das hat Spaß gemacht. Leider haben wir verloren. Aber ich habe gemerkt, dass es kein Problem war auf diesem Niveau zu spielen. Da will ich spätestens in der neuen Saison auch Woche für Woche spielen."

Die nächste Chance zum Schaulaufen erhält er ausgerechnet in den "eigenen vier Wänden". Am Sonntag reist Ratingen nämlich zum Wuppertaler SV - ohne Keita-Ruel. "Ich werde schon da sein, wenn die Jungs mit dem Bus kommen. Ich wohne in Wuppertal und kenne hier jeden Meter. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu den Fans. Sie sprechen mich auch oft in der Stadt an. Ich freue mich auf dieses Heimspiel", erklärt er. Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass nach der Partie die nächsten Angebote eintrudeln - vielleicht auch von Zuhause...

Autor: Krystian Wozniak

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