Die Wahl zum FIFA-Trainer des Jahres steht an. Ein Kommentar.

Ballon d’Or

Ein Hoch auf Schuster und Hasenhüttl

Christian Brausch
24. November 2015, 10:33 Uhr
Foto: firo

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Die Wahl zum FIFA-Trainer des Jahres steht an. Ein Kommentar.

Massimiliano Allegri, Carlo Ancelotti, Pep Guardiola, Laurent Blanc, Unai Emery, Luis Enrique, Jose Mourinho, Diego Simeone, Jorge Sampaoli und Arsene Wenger heißen die Kandidaten bei der Wahl zum FIFA-Trainer des Jahres 2015. Am 30. November wird der Kreis auf drei Kandidaten verkleinert, Anfang Januar wird dann der Gewinner des Ballon d’Or bekanntgegeben.

Klangvolle Namen stehen zur Debatte, Bayern-Coach Guardiola ist auch zurecht nominiert. Ein Wahnsinn, was für eine Konstanz der Spanier seinem Starensemble eingeimpft hat. Die besten Spieler so konstant bei Laune zu halten, das ist eine beeindruckende Leistung. Fragen Sie mal bei Mourinho nach, der mit seinem FC Chelsea derzeit von einer Verlegenheit in die nächste stolpert. Bei all diesen Star-Trainern kommt in diesen Tagen der eine oder andere Kandidat zu kurz, der auf der großen Weltbühne noch keine Erfolge gefeiert hat, dafür auf der nationalen Ebene für Aufsehen sorgt. Oder hätten sie gedacht, dass ein gewisser André Schubert eine total verunsicherte Borussia aus Gladbach am 6. Spieltag übernimmt und anschließend sieben von acht Partien gewinnt, nur minimal getrübt von einem torlosen Remis gegen Ingolstadt?

Fast noch gigantischer ist die bisherige Leistung von Darmstadts Erfolgstrainer Dirk Schuster, auch wenn es am Sonntag beim Aufsteigerduell in Ingolstadt eine Pleite gab. Vielleicht 0,1 Prozent der Experten hätten daran gedacht, dass der SVD um Ostern herum noch eine Chance auf den Klassenerhalt hat. Darmstadt war nach seinem Durchmarsch von der 3. Liga in die Beletage des deutschen Fußballs sozusagen das Paderborn zum Quadrat, kurz gekommen, um dann mit einem Millionenplus wieder zurück in Liga zwei zu verschwinden.

Aber Schuster erstaunt Woche für Woche mit seiner Truppe, die nicht brilliert, dafür aber eine mannschaftliche Geschlossenheit auf den Platz bringt, die seinesgleichen sucht. Ein Klassenerhalt wäre für Schuster der Ritterschlag, die Wahl zum Trainer der Saison 2015/16 müsste ihm dann sicher sein. Zuletzt muss Ralph Hasenhüttl genannt werden, der mit dem FC Ingolstadt ebenfalls verblüfft. Auch den FCI hatte niemand so recht auf dem Zettel, die Spiele gegen den Aufsteiger wurden im Kopf bereits punktemäßig verplant, doch mit dem Bollwerk der Ingolstädter hat niemand gerechnet. Individuelle Schwäche wird durch taktische Finesse ausgemerzt, in Darmstadt und Ingolstadt. Bisher einfach nur bemerkenswert...

Autor: Christian Brausch

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