In Bochum herrscht nach nur acht Punkten aus den letzten zehn Spielen die große Ernüchterung.

VfL Bochum

Der Wille ist da, kein Weg in Sicht

21. November 2015, 13:42 Uhr
Foto: firo

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In Bochum herrscht nach nur acht Punkten aus den letzten zehn Spielen die große Ernüchterung.

Nach dem Traumstart mit fünf Siegen scheint der Alltag an der Castroper Straße eingekehrt zu sein. Es ist schon kurios: Obwohl die Akteure auf dem Rasen eine deutlich bessere Performance abgeben als in der Hinrunde im Jahr zuvor, stimmen die Ergebnisse nicht mehr.

Auch wenn das Spiel gegen Union Berlin eins der schlechteren war, so waren die Gastgeber mit Ausnahme der erzielten Treffer in allen im Fußball scheinbar relevanten Statistiken vor den Gästen platziert. Doch momentan herrscht eine innere Verunsicherung bei den Schlüsselszenen, die die Mannschaft vom eingeschlagenen Erfolgspfad abbringt. Ein markantes Beispiel dafür sind zwei Aktionen, in denen Stefano Celozzi, eigentlich Mister Zuverlässig, die Hauptrolle spielte. Jeweils in Karlsruhe und gegen Berlin leistete sich der Rechtsverteidiger nach einer halben Stunde einen dicken Patzer und just von diesem Zeitpunkt an, geriet sein Team aus dem Tritt. Dafür ist er zwar nicht verantwortlich, aber es zeigt, dass die Selbstsicherheit der ersten Wochen mit der anhaltenden Sieglosserie in Liga zwei spürbar abnimmt. Sportvorstand Christian Hochstätter: „Wir spielen einen deutlich besseren Fußball und sind stabiler als im letzten Jahr, aber die Ergebnisse sind total unbefriedigend. Ein Heimspiel gegen Union Berlin muss man einfach gewinnen. Da ist mir ein Unentschieden schlichtweg zu wenig.“

Und wenn man nach dem Remis gegen die Köpenicker nach Lichtblicken sucht, findet man sie kurioserweise ausgerechnet da, wo die Effektivität zuletzt nicht zu Hause war – im Angriff. Peniel Mlapa unterstreicht mit zunehmender Spielpraxis seine Überqualifikation für Liga zwei und wenn der erstmals von Beginn an spielende Arvydas Novikovas, der wie Mlapa enorm schnell unterwegs ist, noch die richtige Balance zwischen Eigensinn und Mannschaftsdienlichkeit findet, würde sich der diesmal abgemeldete Simon Terodde in Zukunft wesentlich leichter tun. Der VfL, der zwei Spiele vor Ende der Hinrunde schon mehr Punkte auf dem Konto hat, als im Vorjahr, sehnt einen Dreier regelrecht herbei, doch bis jetzt scheint kein Ausweg aus der Ergebniskrise gefunden zu sein.

Ein Dreier tut Not. Denn während bis zum Spiel gegen Union Berlin regelmäßig mehr als 20.000 Zuschauer den Weg ins Stadion fanden, erlebte der VfL gegen die Eisernen einen drastischen Einbruch, gerade einmal 13.590 wollten den VfL noch sehen, der in den letzten beiden Spielen - Pokal gegen Kaiserslautern (1:0) und gegen St. Pauli (1:1) - noch mit stehenden Ovationen verabschiedet wurde. Dazwischen lag eigentlich nur das 0:3 in Karlsruhe. So dürften die Hoffnungen der Verantwortlichen, dass man den bisher erzielten tollen Schnitt hält und damit bis zum Saisonende eine Mehreinnahme von rund einer Million Euro aus dem Ticketverkauf erzielt, um Verträge zu verlängern und das Team weiter zu verstärken, sich auf tönernden Füßen bewegen.

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