Zu ungewohnter Stunde an einem Freitagabend sahen 769 Zuschauer in Essen eine ziemlich einseitige Partie zwischen der SGS und dem Aufsteiger aus Bremen.

Essen

Starke SGS eine Nummer zu groß für den Aufsteiger

Christian Lock
21. November 2015, 09:13 Uhr
Foto: Frank Groener

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Zu ungewohnter Stunde an einem Freitagabend sahen 769 Zuschauer in Essen eine ziemlich einseitige Partie zwischen der SGS und dem Aufsteiger aus Bremen.

Die Bremerinnen mussten sich in den vier Partien zuvor nur ein einziges Mal geschlagen geben. Wer erwartete, dass sie den Essenerinnen das Leben mindestens ebenso schwer machen würden, wie die an der Hafenstraße überraschend frech aufspielenden Kölnerinnen vor gut drei Wochen, sah sich aber getäuscht. Mit dem ohnehin ordentlich abwatschenden 3:0 war der SV Werder Bremen noch ausgesprochen gut bedient. Hätte die SGS nach dem 3:0 durch Brüggemann in der 52. Minute nicht spürbar auf Sparflamme geschaltet, wäre der Freitagabend für die Mädels von der Weser womöglich zu einem Desaster geworden.

"Ich glaube, das dritte Tor ist ein bisschen zu früh gefallen, danach hatten wir nicht mehr diesen unbedingten Willen noch nachzulegen. Dieser Punkt hat mich wirklich geärgert", bemängelte SGS-Coach Högner das einbrechende Engagement seiner Mädels, nachdem sie die drei Punkte erst einmal unter Dach und Fach gebracht hatten. In die gleiche Kerbe schlug auch die Kritik von Doppeltorschützin Charline Hartmanns: "Letztlich waren das zwei, drei Tore zu wenig. Nach der 3:0-Führung fehlt da dann einfach die Konzentration, der letzte Wille. Man gibt sich halt damit zufrieden. Da müssen wir dran arbeiten, dass wir uns wie eine Spitzenmannschaft mal richtig in einen Rausch spielen und auch Bock haben, so ein Spiel mit fünf oder sechs Toren Unterschied zu gewinnen."

Mit ihren zwei Treffern nimmt Charline Hartmann nun sogar – zumindest vorübergehend – die Führungsposition der Bundesliga-Torschützenliste ein. "Mal schauen, Freiburg spielt ja noch am Wochenende", verweist sie auf die Freiburgerin und Torschützenlistenzweite Lina Magull und stellt außerdem umgehend klar wo ihre eigentlichen Prioritäten liegen: "Es ist ja nicht mein Ziel Torschützenkönigin zu werden, sondern es ist unser Ziel, mit der Mannschaft erfolgreich zu sein."

Und erfolgreich waren die Essenerinnen am Freitag. Das ist wohl über jeden Zweifel erhaben, da kann auch der Schlendrian der letzten 25 Minuten nicht drüber hinwegtäuschen. "Wir waren schon klar überlegen, das muss man sagen", lautet dementsprechend Hartmanns absolut gerechtfertigtes Fazit und auch in diesem Fall ist Höger mit ihr einer Meinung: "Insgesamt haben wir eine klare Dominanz gezeigt." Die Unterlegenheit seiner Teams erkannte auch der selbstverständlich enttäuschte Werder-Coach Steffen Rau neidlos an, wenngleich er sich mehr erhofft hatte: "Die Mannschaft aus Essen war uns in allen Belangen überlegen. Wir wollten den Essenerinnen das Leben mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung so schwer wie möglich machen, aber wir hatten ihnen einfach nicht genügend entgegenzusetzen."

Autor: Christian Lock

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