Vor dem Hintergrund der Anschläge von Paris appelliert die Gewerkschaft der Polizei an Ultras. Sie sollen keine Massenpanik in Stadien provozieren.

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Appell an Ultras: Keine Böller und Pyro

Tobias Blasius
19. November 2015, 14:06 Uhr
Foto: firo

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Vor dem Hintergrund der Anschläge von Paris appelliert die Gewerkschaft der Polizei an Ultras. Sie sollen keine Massenpanik in Stadien provozieren.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat alle Fußball-Fans in Nordrhein-Westfalen für den kommenden Bundesliga-Spieltag zu einem vollständigen Verzicht auf Böller und Pyrotechnik aufgerufen. „In der gegenwärtigen Stimmungslage kann Feuerwerk auf den Rängen schnell zu einer Massenpanik führen. Deswegen appellieren wir auch an alle Ultras, vernünftig zu sein, keine Böller ins Stadion zu schmuggeln und das gefährliche Zündeln zu unterlassen“, sagte GdP-Landeschef Arnold Plickert unserer Zeitung.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat am Mittwoch noch einmal bekräftigt, dass die Sicherheitsbehörden uneingeschränkt grünes Licht für den Spieltag geben. „Es gibt keinerlei Hinweise, dass irgendein Spiel anschlagsgefährdet sein könnte“, betonte Jäger. Um ein Zeichen gegen die Angst zu setzen, wird der Innenminister seinen Heimatverein MSV Duisburg am Freitag beim Zweitliga-Gastspiel in Düsseldorf im Stadion anfeuern. Die Absage des Länderspiels gegen die Niederlande nannte Jäger nach Gesprächen mit den Bundesbehörden „aufgrund von zwei konkreten Hinweisen nachvollziehbar“.

Gewerkschafter fordert stärkere Polizeipräsenz in Stadien

Unklar ist, ob NRW angesichts der Terror-Bedrohung die Polizei-Taktik im Umfeld von Fußballspielen ändern wird. GdP-Landeschef Plickert forderte eine wieder stärker sichtbare Präsenz der Beamten im und vor dem Stadion: „Wir müssen an den nächsten Spieltagen das Sicherheitsgefühl der Stadionbesucher ganz bewusst stärken.“

Seit 2014 verzichtet die Bereitschaftspolizei in NRW bei Spielbegegnungen ohne besonderen Risikofaktor demonstrativ auf eine enge Begleitung der Fans ins Stadion und reduzierte die Präsenz im Umfeld der Arenen. Innenminister Jäger will Personal so effektiver einsetzen und das Konfliktpotential zwischen Fans und Polizisten verringern. Ob sich an der Einsatzstrategie nun etwas ändert, ließ er am Mittwoch offen: „Die Polizei ist und bleibt im Fußball stark engagiert. 30 Prozent der Arbeitszeit unserer Einsatzhundertschaften werden durch Fußball gebunden“, sagte Jäger auf entsprechende Fragen nur allgemein.

Autor: Tobias Blasius

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