Es ist das erste Bundesligaspiel nach dem Terror von Paris und der Länderspielabsage von Hannover. Beim BVB ist man entschlossen, der Angst zu trotzen.

Borussia Dortmund

Mulmiges Gefühl vor Reise zum HSV

Sebastian Weßling
19. November 2015, 21:39 Uhr
Foto: firo

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Es ist das erste Bundesligaspiel nach dem Terror von Paris und der Länderspielabsage von Hannover. Beim BVB ist man entschlossen, der Angst zu trotzen.

Natürlich ist das Thema präsent, es geht ja gar nicht anders: Mit Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Matthias Ginter sitzen drei Spieler in der Kabine von Borussia Dortmund, die den Terror von Paris und das abgesagte Länderspiel in Hannover unmittelbar mitbekommen haben. Und nun sind sie die ersten DFB-Spieler, die wieder im Einsatz sind, am Freitagabend in Hamburg (20.30 Uhr).

„Da kommt dann jetzt gleich ein komisches Gefühl in der Videoanalyse mit den Spielern“, sagt BVB-Trainer Thomas Tuchel. „Vor allem mit denen, die unmittelbar dabei waren.“ Denn, so sieht es auch Tuchel, durch die Nähe bekommt der Terror eine ganz neue Dimension – „auch wenn die Menschen im Nahen Osten viel öfter betroffen sind als wird.“

Aber: Es muss ja irgendwann weitergehen. „Es gibt doch immer tausend wichtigere Themen als eine Videoanalyse, das bekommt man jetzt ganz brutal vor Augen geführt“, sagt Tuchel. Dennoch müsse der Spieltag durchgeführt werden. „Nur über die Wiederholung von sicheren Spielen können die Menschen das verdrängen und es schaffen, sich auch abzulenken.“

Henrikh Mkhitaryan ist sich sicher, dass das auch auf dem Platz gelingen wird. So bedauerlich der Terror von Paris auch sei: „Es liegt in der Vergangenheit, wir können es nicht ändern“, sagt der Armenier. „Es ist nicht unser Job, Terrorismus zu bekämpfen.“

Ob auch die unmittelbar betroffenen deutschen Nationalspieler derart abgeklärt mit dem Thema umgehen können, weiß auch ihr Trainer nicht: „Da gibt es auch kein Patentrezept“, sagt er. „Ich habe ehrlich gesagt zu dem Thema viel mehr Fragen als Antworten und will mich deswegen mit Ratschlägen und Meinung zurückhalten, lieber zuhören.“ Psychologische Hilfe zumindest hätten die Spieler „nicht in außergewöhnlichem Umfang“ in Anspruch genommen.

Ein mulmiges Gefühl habe er vor dem Spiel nicht: „Mein Vertrauen in die Sicherheit ist nach wie vor groß“, sagt er. „Es fühlt sich trotzdem ein bisschen anders an als sonst.“

Autor: Sebastian Weßling

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