Sieben Punkte aus drei Dortmunder Derbys in Folge. Arminia Marten hat genau zum richtigen Zeitpunkt wieder in die Spur gefunden.

Arminia Marten

"Derbyexperten" schießen sich aus der Krise

Hendrik Niebuhr
18. November 2015, 14:34 Uhr
Foto: Ketzer

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Sieben Punkte aus drei Dortmunder Derbys in Folge. Arminia Marten hat genau zum richtigen Zeitpunkt wieder in die Spur gefunden.

6:1 gegen den VfL Kemminghausen, 1:1 beim Spitzenteam BSV Schüren und zuletzt 2:0 gegen Westfalenligaabsteiger Hombrucher SV - die Spieler der Arminia scheinen echte "Derbyexperten" zu sein. "An den Begriff kann man sich gewöhnen", lacht Martens Co-Trainer Thorsten Nilkowski, der jedoch auch gleichzeitig sagt: "Die letzten Ergebnisse haben ihre Gründe."

Zu Saisonbeginn erwischte der Aufsteiger einen sensationellen Start. Zehn Punkte standen aus vier Spielen zu Buche, es gelang unter anderem auch ein 0:0 gegen den bärenstarken CSV SF Bochum-Linden. Die Mannschaft aus dem Dortmunder Westen grüßte vom zweiten Tabellenplatz. Doch so schnell der Sprung an die Spitze gelang, so zügig zeigten die Ergebnisse auch wieder in die andere Richtung.

Denn plötzlich kassierten die Arminen sechs Niederlagen in Folge und stürzten in den Tabellenkeller. "Nicht alle Spiele waren schlecht", weist Nilkowski beispielsweise auf die 1:2-Niederlage beim ungeschlagenen Spitzenreiter Lüner SV hin. Erst in der 90. Minute gelang dem LSV das Siegtor in einem Spiel, das nach Nilkowskis Ansicht nur Marten hätte gewinnen dürfen.

Der Hauptgrund für die anhaltende Negativserie lag nach Ansicht des Co-Trainers vor allem in einer nahezu beispiellosen Personalmisere. Spieler wie Sven Barton, Mirko Lukic, Fabian Ostrowski oder Ahmet Cosgun fielen teils wochenlang aus und die Liste ließe sich eigentlich noch beliebig weiterführen. "Wir hatten oft nur neun, zehn Mann beim Training und in der Spitze bis zu 14 Ausfälle. Selbst ich musste mich in einem Spiel mit meinen 43 Jahren noch auf die Bank setzen. In dieser Extreme habe ich sowas noch nie erlebt", berichtet Nilkowski.

Doch die angeschlagenen Spieler kehrten zuletzt peu à peu zurück, sodass die Laune und Intensität schon allein beim Training eine viel höhere ist. So kamen die drei Derbys nun auch genau zum richtigen Zeitpunkt, wobei beim Kantersieg über Kemminghausen der erhoffte und ersehnte Befreiungsschlag gelang. "Das dürfen wir aber auch nicht überbewerten. Kemminghausen hatte einen schlechten Tag, wir einen überragenden", blieb das Trainerteam um Nilkowski und Werner Kötter auch nach diesem Spiel genauso ruhig wie nach der Niederlagenserie zuvor.

Mit Erfolg, denn in Schüren und gegen Hombruch wurde die aufsteigende Tendenz bestätigt, sodass die Arminia sich nun auf dem neunten Platz wieder im Tabellenmittelfeld festgesetzt hat. "Wir haben das Potential, die Liga zu halten. An einem guten Tag können wir gegen jede Mannschaft mithalten. Wenn wir letztlich auf einem einstelligen Tabellenplatz landen, sind wir vollauf zufrieden", fühlt sich Nilkowski in der derzeitigen Region pudelwohl.

Autor: Hendrik Niebuhr

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