Rot-Weiß Oberhausen ist seiner Favoritenrolle im Derby gegen Rot-Weiss Essen gerecht geworden und hat einen 2:1 (2:0)-Heimsieg eingefahren. RWE wachte zu spät auf.

RWO - RWE 2:1

Kleeblätter zittern sich zum Derbysieg

Martin Herms
15. November 2015, 15:09 Uhr
Foto: thorsten tillmann

Foto: thorsten tillmann

Rot-Weiß Oberhausen ist seiner Favoritenrolle im Derby gegen Rot-Weiss Essen gerecht geworden und hat einen 2:1 (2:0)-Heimsieg eingefahren. RWE wachte zu spät auf.

Nach dem überzeugen 2:0-Erfolg in der Vorwoche über die Schalker U23 hatte RWE-Trainer Jan Siewert dieses Mal auf eine unveränderte Startelf gesetzt. Doch schon nach vier Minuten wurden die Pläne der Gäste vor 5600 Zuschauern über den Haufen geworfen. RWO-Angreifer David Jansen durfte auf der rechten Seite in aller Seelenruhe den Querpass in die Mitte zu Simon Engelmann spielen, der Robin Heller im zweiten Versuch überwinden konnte. Die Essener kamen in der ersten Viertelstunde mit dem aggressiven Pressing der Kleeblätter überhaupt nicht zurecht. Raphael Steinmetz verpasste kurze Zeit später das 2:0 (10.).

Als sich RWE ein wenig von der Umklammerung der Hausherren lösen konnte, klingelte es wieder im Kasten der Gäste. Innenverteidiger Richard Weber erwies seiner Mannschaft dabei einen Bärendienst, als er Oberhausens Felix Haas nach einem Freistoß aus dem Halbfeld deutlich sichtbar zu Boden riss. Den fälligen Strafstoß verwandelte Patrick Bauder gewohnt sicher (20.). "Wir wollen euch kämpfen sehen", schallte es anschließend aus dem Gästeblock, der mit nur rund 1000 Essenern spärlich gefüllt war. Immerhin kam die Botschaft danach bei den Akteuren an. RWO zog sich zurück und ließ die Gäste ins Spiel kommen. Das hätte sich in der 31. Minute um ein Haar gerächt, als Kasim Rabihic einen Freistoß an den Außenpfosten setzte (31.). Ohne weitere Chancen ging es dann in die Halbzeitpause.

Die Oberhausener konnten zu Beginn des zweiten Durchgangs nicht an die starke Leistung der ersten 45 Minuten anknüpfen. RWE diktierte das Geschehen, ohne dabei gefährlich vor das Tor von Robin Udegbe zu kommen. Es musste schon eine geniale Einzelaktion von Marcel Platzek herhalten, um den RWO-Schlussmann zu bezwingen. So geschehen in der 60. Minute, als die Essener Sturmspitze das Leder aus rund 25 Metern unter die Latte zirkelte.

Dieses Traumtor war der benötigte Wachmacher für die Elf von der Hafenstraße, die in der Folge großen Druck entfachte. Erneut Platzek hatte drei Minuten später den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber an Udegbe. Einen großen Aufreger gab es dann in der 78. Minute. Kevin Grund ging nach einer Grätsche von Alexander Scheelen im Strafraum zu Boden. Trotz wütender Proteste der Essener blieb der Pfiff aus. Nach Ansicht der Fernsehbilder hätte sich RWO nicht über einen Elfmeter beklagen können. RWE drückte bis zum Schluss weiter auf das Gaspedal. Eine weitere große Möglichkeit entschärfte Udegbe nach einem Weitschuss von Amar Cekic (84.). Zwei Minuten vor dem Ende dezimierte sich Rot-Weiss selbst. Tolga Cokkosan flog nach einem Foul an Dominik Reinert mit Gelb-Rot vom Platz.

Es blieb letztlich bei einem aus RWO-Sicht glücklichen Heimsieg, mit dem sich die Kleeblätter bis auf drei Punkte an Spitzenreiter Sportfreunde Lotte heranschieben. Rot-Weiss Essen setzte seine Pleitenserie in der Fremde fort und bleibt weiter im Niemandsland der Tabelle.

Autor: Martin Herms

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