Schalkes Nachwuchsstürmer Felix Platte brennt nach seinem Comeback auf weitere Einsätze und will den Konkurrenzkampf im Angriff anheizen

Schalke

Platte will den Sturm-Kollegen Beine machen

12. November 2015, 17:50 Uhr
Foto: firo

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Schalkes Nachwuchsstürmer Felix Platte brennt nach seinem Comeback auf weitere Einsätze und will den Konkurrenzkampf im Angriff anheizen

Es war schon ein etwas tristes Bild, das sich beim Training am Donnerstagnachmittag bot: Gerade einmal acht Feldspieler hatten sich im Parkstadion versammelt, darunter auch U23-Akteur Maurice Neubauer sowie der eigentlich ausgemusterte Felipe Santana. Am Ende der 70-minütigen Einheit musste Felix Platte auch noch Liegestütze machen, weil sein Team das Torschuss-Spielchen verloren hatte. Und trotzdem trug er gut gelaunt das Trainingstor vom Platz.

"Ich freue mich, nach meinem Comeback wieder dabei zu sein. Es sind zwar intensive Einheiten, aber es macht Spaß", sagte er anschließend mit einem Grinsen im Gesicht. Eine Mittelfuß-Verletzung hatte ihn im Sommer außer Gefecht gesetzt, der Weg zurück war lang. "Ich spüre manchmal noch ein kleines Zwicken am Fuß, aber es ist kein Problem. Ein bisschen muss man nach solch einer Verletzung auch einfach auf die Zähne beißen. Aber es ist keine Quälerei, es tut nicht weh", versicherte der Angreifer. Die Ärzte hätten ihm garantiert, dass "gar nichts mehr passieren" könne.

Im Derby brennt man immer, vielleicht hat man es an der Grätsche gesehen
Julian Weigl weiß, wovon Platte spricht

Nein, mit angezogener Handbremse ist Platte nicht unterwegs, auf dem Weg zu alter Form gibt er Vollgas. Bestes Beispiel war sein Kurzeinsatz in Dortmund, wo er - vielleicht etwas übermotiviert - einen bleibenden Eindruck hinterließ und BVB-Kicker Julian Weigl unsanft fällte. "Im Derby brennt man immer, vielleicht hat man es an der Grätsche gesehen. Ich wollte ihn aber nicht verletzen, und weil nichts passiert ist, war es dann auch noch in Ordnung, denke ich."

Dass er ausgerechnet beim Erzrivalen wieder auflaufen durfte, kam auch für Platte selbst völlig überraschend. "Ich habe davor nur zwei Trainingseinheiten mit der Mannschaft absolviert und überhaupt nicht damit gerechnet", verriet der Rechtsfuß. Erst sei er nur "der 19. Mann" gewesen, "aber auf einmal stand ich doch im 18er-Kader. So konnte ich noch ein paar Minuten spielen, das hat Spaß gemacht."

Wermutstropfen war natürlich das Ergebnis - und die nächste Aufgabe für die schwächelnden Schalker, die nur einen Sieg aus den letzten acht Spielen holten, wird nicht einfacher. "Ich denke, jeder kennt die Bayern", meinte Platte vielsagend. Einen Punkt im nächsten Heimspiel am Samstag, 21. November (18.30 Uhr), hält er jedoch für "machbar". Die Einstellung aus dem Dortmund-Spiel gilt es auch gegen den Rekordmeister in die Waagschale zu werfen, um den Kopf oben zu behalten. "Alle werden ähnlich brennen wie auf das Derby. Wir wollen punkten und geben Gas", bekräftigte der 19-Jährige.

In seinem ersten "richtigen" Seniorenjahr - im Juli unterzeichnete er einen Profi-Vertrag - hat er nach langen Monaten des Wartens schließlich noch Einiges vor. "Die Verletzung war ein kleiner Rückschlag, aber der wird mich nicht umwerfen", ist sich der gebürtige Ostwestfale sicher. Verletzungsfrei zu bleiben und weitere Spielminuten zu sammeln, so lautet das Ziel. "Vielleicht reicht es auch für das erste Bundesliga-Tor", schmunzelte Platte.

Das fehlt in der jungen Karriere noch als nächster Meilenstein - würde aber nicht nur ihm, sondern auch der Mannschaft helfen. Der königsblaue Angriff hat ja durchaus noch Luft nach oben. Und warum sollte ein fitter Platte nicht in der Lage sein, Klaas-Jan Huntelaar und Franco Di Santo Beine zu machen? Den Konkurrenzkampf zu verschärfen, ist schließlich sein erklärtes Vorhaben: "Auf jeden Fall! Es hat ja einen Grund, dass ich hier bin, auch ich will spielen. Mal sehen, was sich da ergibt."

Das Fußballerleben hat ja schließlich mehr zu bieten als nur Liegestütze zu machen und Tore zu schleppen.

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