Derbyzeit in der Regionalliga: Am Sonntag steigt das emotionale Nachbarschaftsduell zwischen RWO und RWE - zwei TV-Sender bauen ihre Kameras auf.

RWO - RWE

Derby interessiert im TV nicht nur Sport 1

Dirk Hein
12. November 2015, 16:42 Uhr
Foto: firo

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Derbyzeit in der Regionalliga: Am Sonntag steigt das emotionale Nachbarschaftsduell zwischen RWO und RWE - zwei TV-Sender bauen ihre Kameras auf.

Bei den Fans steigt das Derby-Fieber: Erhöhte Temperaturen dürften die Anhänger von Rot-Weiß Oberhausen und Rot-Weiss Essen am Sonntag (15. November) trotz mäßiger Wetterprognosen erwarten. Was Sie vor dem Anpfiff in Oberhausen (13.15 Uhr, Stadion Niederrhein, Lindnerstraße/ live in unserem Ticker) wissen sollten.

Rot-Weiß gegen Rot-Weiss: Warum ist das Derby so besonders?

Das Duell der benachbarten Städte ist wie so häufig eine Frage der Emotionen. Die Rivalität hat sich über Jahrzehnte gefestigt und ist unabhängig von der aktuellen Liga. Essen hat deutlich mehr Einwohner (583.000, Stand: September 2015) als das benachbarte Oberhausen (210.000, Stand: Dezember 2014). Die Definition Klein gegen Groß hat sportlich dagegen immer wieder getauscht. Die einstigen Bundesligisten messen sich zwar nur noch in der vierthöchsten Spielklasse, die Zuschauerzahlen der beiden Vereine liegen aber nicht nur beim Derby über dem Regionalliga-Schnitt von gut 1700 Zuschauern pro Spiel (2014/2015). Oberhausen gegen Essen, das funktioniert im westlichen Ruhrgebiet wie Schalke gegen Dortmund.

Wie viele Zuschauer werden im Stadion Niederrhein erwartet?

Beim letzten Derby kamen 18.500 Fans zum ausverkauften Niederrhein-Pokalfinale im Stadion Essen zusammen. Nun ist aber Ligazeit: RWE liegt in der Tabelle mit 13 Punkten Rückstand zur Spitze eher im Niemandsland (8. Platz, 21 Punkte).

Daher dürften weniger Gäste-Fans als sonst den kurzen Weg über die Stadtgrenze antreten. Die Wetterprognose ist mit hoher Regenneigung momentan ungünstig, kann sich aber noch ändern. RWO (3. Platz, 28 Punkte, sechs Punkte Abstand zum Tabellenführer Lotte) rechnet mit 7000 bis 8000 Zuschauern im Stadion Niederrhein.

Wie ist die Kartensituation?

Sitzkarten für die Haupttribüne (20 Euro) werden knapp, hier ist Eile geboten. Tickets für Oberhausen-Anhänger gibt es noch für die Emscherkurve (Stehplatz, 8,50 Euro), Stoag-Tribüne (Sitzplatz, 17 Euro) und den Familienblock (Sitzplatz, Erwachsene 13 Euro, Kinder 5 Euro). Stehplätze für die Gäste aus Essen kosten in der Kanalkurve 8,50 Euro. Sitzplatzkarten 20 Euro. Damit zahlen Heim- und Auswärtsfans übrigens den identischen Preis.

Wo gibt es noch Tickets?

Karten für RWO-Fans gibt es unter anderem beim Kleeblatt-Ausstatter am Stadion Niederrhein (Lindnerstraße 2 - 6) oder im Stoag-Shop am Hauptbahnhof (Mo. - Fr. 10 bis 18 Uhr). Für den VIP-Zugang in die "Sponsoren-Kantine" gibt es allerdings keine Karten mehr. Essen-Fans erhalten noch bis zum Freitag, 15 Uhr, Gäste-Vorverkaufskarten im RWE-Shop an der Hafenstraße.

Die Fanlager mögen sich nicht besonders. Wie sieht die Polizei das Derby?

Die Polizei äußert sich nicht zur konkreten Zahl der Einsatzkräfte, bewertet das Spiel auf Nachfrage aber aufgrund der Rivalität und der erwarteten Zuschauermenge "durchaus anders als die üblichen Heimspiele von Rot-Weiß Oberhausen".

Die Polizei sei mit „ausreichenden Kräften“ vor Ort. Ein Polizeisprecher: "Wir stehen außerdem mit den Vereinsvertretern vorab in Kontakt."

Welche Straßen werden gesperrt und wo kann ich parken?

Wer über die Konrad-Adenauer-Allee fährt, kann von dort aus nicht in die Lindnerstraße einbiegen. An der Ecke Lindnerstraße und Max-Eyth-Straße, die Zufahrt erfolgt über Oberhausen-Buschhausen, dürfen nur Besucher mit einem Parkschein „P2b“ und „P2c“ bis zum Stadion durchfahren. Die Einfahrt zum großen Besucherparkplatz „P3“ (3 Euro) befindet sich an der Max-Eyth-Straße. Shuttle-Busse halten direkt am Stadion. Die Gäste-Fans werden mit Bussen vom Hauptbahnhof bis zu einem Fußweg gebracht, der zum Eingang an der Kanalkurve führt .

Ich bin nicht in der Gegend, kann ich das Spiel trotzdem sehen?

Ja, der Spartensender „Sport1“ überträgt die Regionalliga-Begegnung am Sonntag ab 13.15 Uhr live im TV. Die Vorberichte beginnen um 13 Uhr.

Wieso wird nicht nur das Spiel im TV zu sehen sein?

Der Privatsender "Kabel 1" begleitet den Oberhausener Koch Stefan Opgen-Rhein am Sonntag für die Sendung "Abenteuer Leben". Der Chefkoch zaubert für 550 Gäste im VIP-Bereich „Sponsoren-Kantine“ die Verpflegung. Eine Mammut-Aufgabe, die am Sonntag früh seinen Schlaf beenden wird: „Um 6 Uhr müssen wir anfangen, der Aufbau beginnt bereits am Freitag.“

Alles ist vorausschauend geplant, ungemütlich wird es für einen Küchenchef nur, „wenn die Technik ausfällt“. Auf dem Speiseplan steht handfester Grünkohl und Schweinebraten, der, ganz nach einem Ballzauber-Rezept, brasilianisch zubereitet wird. Vom Spiel selbst wird Opgen-Rhein wohl indes wenig mitbekommen, obwohl er längst vom RWO-Virus infiziert wurde und sogar meint: „Schalke ist nur noch mein zweitliebster Verein nach RWO.“ Daher lautet sein Tipp gegen Essen auch: „2:0 für RWO.“

Wann sollte ich zum Stadion fahren?

Rot-Weiß Oberhausen rät zu einer frühzeitigen Anreise, vor allem den Fans, die noch keine Karte besitzen. Das Stadion und die Kassen öffnen um 11.30 Uhr. Der Seiteneingang an der Emscherkurve wird für Oberhausen-Fans geöffnet. Gäste-Anhänger kommen über die Kanalkurve in ihren Stehplatzbereich .

Autor: Dirk Hein

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