Die Erfolgswelle des Oberliga-Aufsteigers SpVg Schonnebeck wird von Woche zu Woche größer. Nach 14 Spielen belegen die Essener einen sensationellen zweiten Platz.

SpVg Schonnebeck

Träumen ist erlaubt

Martin Herms
10. November 2015, 14:24 Uhr
Foto: Tillmann

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Die Erfolgswelle des Oberliga-Aufsteigers SpVg Schonnebeck wird von Woche zu Woche größer. Nach 14 Spielen belegen die Essener einen sensationellen zweiten Platz.

Dirk Tönnies musste nicht lange nachdenken. Angesprochen auf sein erstes Pflichtspiel für die Spielvereinigung, hat der Trainer der Grün-Weißen die Antwort wie aus der Pistole geschossen parat: „Es war Anfang des Jahres 2005. Nach meinem Wechsel vom ETB nach Schonnebeck haben wir in der Kreisliga A zuhause gegen den FC Karnap gespielt. Das war damals noch auf Asche und ich war selbst Spieler“, bemerkt Tönnies. Mittlerweile sind seit jener Premiere am 5. Februar 2005 mehr als zehn Jahre vergangen. In der Gegenwart durchlebt der Klub vom Schetters Busch die erfolgreichste Phase seiner Vereinsgeschichte.

Wer nach dem überraschend starken Start der Schwalben mit einem Einbruch gerechnet hätte, wurde eines Besseren belehrt. Erst eine einzige Niederlage erlaubte sich die Tönnies-Elf in 14 Partien. Gegen die Top-Teams aus Uerdingen (0:0), Wuppertal (1:1), Meerbusch (1:0) und TuRU Düsseldorf (3:1) präsentierte sich das Team mindestens auf Augenhöhe. „Ich bin sehr überrascht, dass wir das Format haben, in dieser starken Liga Woche für Woche mitzuhalten“, betont der erste Vorsitzende, Tobias Tenberken. Trainer Dirk Tönnies gingen nach dem jüngsten Heimsieg gegen die TuRU schlicht und ergreifend "die Superlative aus."

Die Fans reden schon davon, im nächsten Jahr RWE wegzuhauen. Ich kann darüber aber schmunzeln. Amateurfußball ist schließlich zum Träumen da
Tobias Tenberken

Der beeindruckende Lauf der Essener hat nach Meinung Tenberkens zwei Gründe. Zum einen lobt der Vorsitzende das Trainerteam um den erfahrenen Tönnies und Newcomer Damian Apfeld, der im Sommer 2014 zum Schetters Busch wechselte und zuvor in der Jugend von Rot-Weiss Essen tätig war. „Beide sind Glücksgriffe für uns“, unterstreicht Tenberken. Zum anderen hat die sportliche Führung ein glückliches Händchen bei den Sommertransfers bewiesen. Aber auch langjährige Schonnebecker wie [person=6689]Matthias Bloch[/person], [person=10706]Arian Reimann[/person] oder [person=10703]Steffen Peschka[/person] können eine Etage höher überzeugen. „Ich denke, dass wir mit den Neuverpflichtungen eine perfekte Mischung erzeugt haben“, meint der Vereinsvorsitzende. „Die Spieler sind fast alle aus dem Essener Raum. Damit können sich unsere Zuschauer identifizieren. Wir hatten noch nie so viele Besucher auf unserer Anlage.“

In der Tat ist die Euphorie rund um den Schetters Busch größer denn je. Rund 500 Besucher kamen im Schnitt zu den letzten Heimspielen. Die grün-weiße Erfolgsgeschichte hat die öffentliche Wahrnehmung des Vereins enorm gestärkt. Das ist den Verantwortlichen auch außerhalb des Platzes deutlich geworden. Die SpVg Schonnebeck ist in aller Munde. „Der ganze Stadtteil lebt auf und ist im Fußballfieber. Ich werde überall auf unsere Truppe angesprochen“, sagt Tenberken mit stolzer Stimme. Der Funktionär nimmt es den Anhängern deshalb auch nicht übel, dass bereits vom Durchmarsch fantasiert wird. Dasselbe Kunststück gelang vor drei Jahren bereits dem Lokalrivalen FC Kray. „Die Fans reden schon davon, im nächsten Jahr RWE wegzuhauen. Ich kann darüber aber schmunzeln. Amateurfußball ist schließlich zum Träumen da“, bekräftigt Tenberken.

Der Vereinsboss betrachtet die Lage freilich weitaus realistischer. Trotz der bisher starken Ausbeute von 29 Zählern richtet sich sein Blick weiter nach unten. „Ich schaue nach jedem Spiel zuerst, was die vermeintlichen Abstiegskandidaten gemacht haben. Es ärgert mich sogar, dass wir nur 14 Punkte Vorsprung haben. Erst wenn wir in der Winterpause oben stehen sollten, können wir uns über andere Ziele unterhalten.“

Dann käme der SVS-Boss nicht drumherum, sich mit den Träumen der Fans zu beschäftigen. Zu Jahresbeginn müsste nämlich die entsprechende Lizenz beantragt werden. „Sollten wir so erfolgreich bleiben, werden wir das ganz sicher prüfen“, verspricht Tenberken.

Autor: Martin Herms

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